Der Roboter „tibo“ (variobot )

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Ich hatte die Gelegenheit, den kleinen Roboter „tibo“ von der Firma „variobot“ zu testen. Dieser Roboter wird als Bausatz ausgeliefert und kann, sobald er zusammengebaut wurde, mit seinen Sensoren auf verschiedene Gegebenheiten reagieren. In der beiliegenden Anleitung werden beispielsweise die Linienverfolgung, die Reaktion auf Licht und das Ausweichen von Hindernissen erklärt.

Der Roboter wird in einem kleinen Karton ausgeliefert, in dem die ganzen Einzelteile noch einmal in wiederverschließbaren Plastiktüten verpackt sind. Da der „tibo“ je nach Einsatzgebiet verschiedene Widerstände braucht, liegt auch eine praktische Sortimentbox bei, da die kleinen Bauteile sonst schnell ein Eigenleben entwickeln würden. So können alle Komponenten ordentlich aufbewahrt werden.

Insgesamt müssen zwei Platinen bestückt werden. Die mit zwei Stunden angegebene Bauzeit ist dabei eine gute Schätzung. Ich selbst habe ein bisschen länger gebraucht. Um den Roboter zusammenzubauen, werden ein Lötkolben, Lötzinn, ein Seitenschneider und ein Schraubenzieher benötigt. Diese Materialien sind nicht im Lieferumfang enthalten, genau wie die Batterien. Für den Betrieb von „tibo“ werden nämlich vier AAA-Batterien benötigt.

Der Zusammenbau ist in der Anleitung detailliert und Schritt für Schritt erklärt. Zur Kontrolle gibt es darüber hinaus noch genügend Bilder, an denen man prüfen kann, ob auch alles an der richtigen Stelle ist. Positiv ist hier noch hervorzuheben, dass auch für Lötanfänger die Grundlagen verständlich erklärt werden, sodass man sich nicht erst aus anderen Quellen die Kenntnisse aneignen muss.

Nachdem die erste Platine bestückt wurde, ist auch ein Funktionstest vorgesehen, mit dem dann überprüft werden kann, ob alles richtig gelötet wurde – sehr hilfreich.

Nach der zweiten Platine fängt dann die Kleinarbeit an. Viele Widerstände, Dioden und Kondensatoren müssen auf die richtige Größe zurechtgeschnitten werden, damit sie für die folgenden Experimente einsatzbereit vorliegen.

Sobald alle Teile die richtige Größe haben, werden im nächsten Schritt ein paar der Widerstände so auf die Platine gesteckt, dass der Roboter losfährt, sobald man ihn einschaltet. Das ist auch der letzte Funktionstest, bevor es schließlich mit den Experimenten weitergeht.

Es folgt eine kurze Erklärung zur Wirkungsweise der Operationsverstärker, die die Grundlage bietet, um die nachfolgenden Experimente zu verstehen. Die Experimente können zwar auch ohne diese Grundlagen durchgeführt werden, aber sobald man etwas ändern will, um eigene Versuche durchzuführen, braucht man dieses Wissen wiederum.

Die Anleitung bietet dann den Grundaufbau für drei Experimente: „tibo als Linienfolger“, „tibo als Lichtfolger“ und „tibo in Interaktion“. Bei jedem der Experimente wird auf zwei Seiten mit einem kurzen Text und einem Schaltbild erklärt, welche Bauteile an welcher Stelle benötigt werden, damit der „tibo“ ein bestimmtes Verhalten zeigt. Hier werden auch hilfreiche Hinweise gegeben, wie das Verhalten mit einfachen Mitteln beeinflusst werden kann – zum Beispiel, was man ändern muss, sobald der Roboter nicht mittig auf der Linie fährt, die er verfolgen soll.

Auf den nächsten beiden Seiten wird dann beschrieben, wie und warum das Ganze jetzt funktioniert. Dabei wird sogar verdeutlicht, was die Bauteile machen und wie man berechnen kann, was dort gerade passiert. Zum Abschluss wird dieses Wissen noch einmal kurz in einem Diagramm zusammengefasst.

Nun folgen zwei Seiten, auf denen kleine Aufgaben stehen, die man ausprobieren kann.

Diese Aufgaben umfassen einfache Versuche, bei denen:
• nichts am Roboter geändert werden muss,
• Bauteile getauscht werden und dann das neue Verhalten untersucht werden soll,
• kleine Rechenaufgaben,
• Verständnisaufgaben und
• Aufgaben, bei denen das Verhalten für einen anderen Einsatzzweck genutzt werden soll.

Am Ende der Anleitung wird man motiviert, auch komplett eigene Versuche zu probieren und auch die Verhaltensweisen zu kombinieren, um neue zu erschaffen.

Insgesamt ist der „tibo“ ein wirklich schönes Spielzeug, um einen schönen und schnellen Einstieg in die Mechatronik zu bekommen. Man vergisst auch gerne mal die Zeit, wenn man einen Widerstand falsch gesteckt hat und nach dem Fehler sucht oder wenn alles funktioniert und man mit der Taschenlampe quer durch die Wohnung rennt, um den „tibo“ folgen zu lassen.

IMG_0329Die Anleitung ist sehr gut geschrieben, sodass auch Anfänger problemlos einsteigen können. Nur beim Lesen der Schaltpläne könnte ein Anfänger eventuell noch einen Tipp gebrauchen, wie man die ganzen Sachen auf der Platine findet. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass vier volle Batterien eingelegt sind, da der Roboter bei unterschiedlich geladenen Batterien sonst nur im Kreis fährt, weil die Motoren unterschiedlich stark angetrieben werden.

Solange man also darauf aufpasst, dass die kleinen Widerstände kein Eigenleben entwickeln und man beim Zusammenstecken der Schaltungen ein bisschen Geduld hat, ist der „tibo“ ein schöner Bausatz. Er regt auch zum weiteren Experimentieren an und es ist sehr motivierend, wenn dann etwas mit wenigen Änderungen so funktioniert, wie man sich das gedacht hat.

Test und Artikel von Dirk Steindorf

Weitere Infos unter variobot.com 

Bewertung

9.0 Wertung

Die Anleitung ist sehr gut geschrieben, sodass auch Anfänger problemlos einsteigen können. Nur beim Lesen der Schaltpläne könnte ein Anfänger eventuell noch einen Tipp gebrauchen, wie man die ganzen Sachen auf der Platine findet.

  • Spielidee 10/10
  • Ausstattung 10/10
  • Spielablauf 9/10
  • Interaktion 8/10
  • Einfluss 8/10
  • Spielbarkeit 8/10
  • Spaß 10/10

Weitere Informationen

  • Titel: Der Roboter „tibo“ (variobot )
  • Kategorie: Experimentieren
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
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Über den Autor

Wir sind als Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik seit Juli 2011 dabei und testen im Rahmen unserer Spieleabende an der Fakultät der Infomatik in Magdeburg verschiedenste Spiele. Viel Spaß beim Durchstöbern unserer Artikel ;)

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