Wave and Smile
veröffentlicht in: Comicsam 15.07.2012
Der Autor Arne Jysch und auch der Carlsen Verlag haben mit diesem Comic sehr viel Mut bewiesen. Der Comic lässt den Leser den Alltag der Bundeswehr, die seit Jahren im Rahmen der ISAF ihren Dienst in Afghanistan absolviert, miterleben. Nein, es ist kein Comic, der für den Krieg wirbt, er zeigt die knallharte Realität und zwar von beiden Seiten. Somit kann man einen Einblick über den schwierigen Job bekommen, den die Soldaten und Soldatinnen dort täglich absolvieren.
Denn aus dem Alltag und ihrem Auftrag ist uns eigentlich wenig bekannt. Wir hören nur die täglichen Nachrichten, wenn es wieder einen Anschlag gegeben hat und dabei vielleicht ein Soldat sein Leben verlor. Journalisten, sowie in der Geschichte beschrieben, in dem Fall Anni, ist es zu verdanken, dass wir ein wenig mehr aus dem Alltag erfahren. Anni ist nach Afghanistan gereist, um eine Bildgeschichte über das Leben in Afghanistan zu produzieren. Für die Soldaten eine willkommende Abwechslung in ihrem Alltag. Sie begleitet Bundeswehrsoldaten, die eine Turbine in ein abgelegenes Dorf im Norden des Landes fliegen müssen.
Die Hubschrauber fliegen dabei im Tiefflug, um so eventuell schnell reagieren zu können. Im Dorf nimmt man die Turbine dankbar an. Die Soldaten und auch Anni werden herzlich begrüßt. Da die Journalistin noch bei einer Familie eingeladen wurde, verspätet sich der Abflug, was natürlich die Soldaten sehr nervös macht. Und es kommt, wie es kommen muss, der Hubschrauber wird von gegnerischen Truppen abgeschossen.
Dabei kommt ein Soldat ums Leben. Nach der Notlandung machen sich die Soldaten auf, denn Rettung aus der Luft ist möglich. Eine Einheit ist schon auf dem Weg, um die verunglückten Soldaten abzuholen. Dann tauchen bewaffnete Einheimische auf, die aber den Soldaten wohlgesonnen sind. Aber als die Soldaten im Dorf sind, greifen die Taliban dieses an.
Der Titel Wave and Smile (Winken und Lächeln) kommt daher, dass dieser Spruch an den Ausgängen der ISAF-Lager standen, denn die Soldaten sollten der Bevölkerung immer freundlich begegnen. Diese Schilder stehen nicht mehr, denn die Situation hat sich geändert, manche Stellen sprechen vom Krieg, der hier herrscht und eigentlich nicht zu beherrschen ist. Und unter diesem Krieg leiden nicht nur die Soldaten, sondern vor allem das Volk von Afghanistan.
Der Autor nimmt keine Stellung ein, ob er dafür oder dagegen ist, nein sein Ziel ist es, den Alltag zu zeigen und zum Alltag gehört es, dass Soldaten und auch Einheimische getötet werden. Er zeigt, dass hier normale Menschen ihren Dienst machen, die mit guten Vorsätzen gekommen sind und mit einer ausweglosen Situation konfrontiert wurden. Das Problem, man kann sich auf diese nie hundertprozentig vorbereiten.
In diesem Comic hat man das Gefühl, direkt dabei zu sein, das liegt vor allem an der grafischen Darstellung. Denn jedes dieser Bilder wirkt lebensecht. Zwar war Arne Jysch nie vor Ort, aber er hat durch zahlreiche Gespräche vieles über den Einsatz der Bundeswehr und die Leute erfahren.
Nach zwei Jahre Recherchen konnte der Band vollendet werden. Herausgekommen ist ein Band, welcher nicht für oder dagegen ist, sondern die Realität, so wie ein Dokumentarfilm, aufzeigt.
Der Comic, der vor allem sehr gut für den Sozialkundeunterricht verwendet werden kann, dient zur Diskussion, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Das Buch ist bei Carlsen erschienen und ab sofort im Handel erhältlich. Es umfasst 200 Seiten und kostet 24,90 Euro. Die ISBN-Nr lautet: 978-3-551-73053-4


