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Der Blaue

veröffentlicht in: Filme
am 22.04.2012

Er war der Liebling Kreuzberg und dabei immer auf Achse, Manfred Krug. Er ist vielseitig, denn nicht nur als Schauspieler sondern auch als Jazzsänger machte er sich gerade Anfang der 70er Jahre einen Namen. Und so wurde er später im Tatort der singende Kommissar, indem er mit Charles Brauer bei fast jedem Tatort zum sprichwörtlichen Mikrophon griff. Aufgrund eines Berufsverbotes, weil er sich am Protest zur Ausbürgerung von Wolf Biermann beteiligte und das System immer stärker bedrängte, entschied er sich, aus der DDR auszuwandern.

Er hatte zwar die Befürchtung, dass er auf Grund seines Alters keinen Job bekommen würde, wurde aber bald eines Besseren belehrt. Seine erste Rolle hatte er dann in der Sesamstraße erhalten. Und dann kamen der Tatort und zahlreiche andere Filme.

Ulrich Mühe spielte seit 1998 in der Fernsehserie „Der letzte Zeuge“ den Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar. Leider ist dieser grandiose Schauspieler 2007 verstorben. Neben dieser Serie hatte Mühe vor allem am Theater sowie an zahlreichen Fernsehproduktionen gearbeitet.

Sein größter Erfolg war der Spielfilm „Das Leben der Anderen“, für den er 2007 den Oscar als besten nicht-englischsprachigen Film erhielt.

Das Leben der Anderen ist für ihn auch ein persönlicher Film gewesen, denn Mühe hatte sich zur Wendezeit auch politisch engagiert. So hatte er die Demonstration am 4.11.1989 auf dem Alexanderplatz organisiert.

Otto (Manfred Krug) hatte in der damaligen DDR alles. Seine Tochter (Meret Becker) war Leistungssportlerin und ist nach einem Wettkampf im Westen geblieben.

Daher wurde Otto Angriffspunkt für die Stasi, für die er schließlich arbeiten sollte. Kaminski (Ulrich Mühe) war sein Auftrag, denn Otto war mit ihm befreundet. Kaminski hat sich in der DDR geweigert, nur noch Äpfel anzubauen, denn dafür sei der Boden viel zu schade. Als Kaminski sich entscheidet, dass Land zu verlassen, verrät Otto diesen an die Stasi. Das Geschenk, eine Jagdwaffe, nimmt Otto dankbar an.

Nach der Wende sitzt Otto im Bundestag. Er hat sich schließlich angepasst. Und wenn alles funktioniert, könnte er auch einen Posten als Staatssekretär bekommen. Nun steht plötzlich eines Tages Kaminski vor der Tür. Er weiß bis heute nicht, wer ihn verraten hat und deshalb bohrt er immer weiter. Was Otto nicht weiß, dass seine Tochter und Kaminski mal ein Paar waren.

Da Otto die sprichwörtlichen kalten Füße bekommt, informiert er seinen damaligen Stasi-Mann, der jetzt im Krematorium arbeitet. Beide entwickeln einen Plan, um Kaminski loszuwerden.

Brillante Schauspielkunst und ein hochbrisantes Thema, auch nach mehr als 20 Jahren nach dem Mauerfall. Beide, Manfred Krug und Ulrich Mühe, waren selbst Opfer dieses System. Aus diesem Grund können die beiden ihre Rollen glaubwürdig verkörpern.

Vor allem das Katz-und-Maus-Spiel, was beide im Film tun, wurde hervorragend in Szene gesetzt.

  • Regie:Lienhard Wawrzyn
  • Vertrieb: S.A.D. Home Entertainment

 

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