Despereaux- Der kleine Mäuseheld
veröffentlicht in: Filmeam 08.02.2012
Eine Ratte kommt zu Besuch in das Königreich Dor und ist fasziniert von der herrschenden Fröhlichkeit im Königreich und besonders vom „Tag der Suppe“- einem Feiertag. Doch es kommt zu einem schrecklichen Unfall, denn die Ratte landet aus Versehen im Suppenteller der Königin, die durch den Schreck verstirbt. Ratten werden gejagt und verbannt- das einstmals fröhliche Land versinkt in Trauer und Tristesse.
Nach Jahren wird in der Mäusewelt unter dem Schloss Despereaux geboren, eine Maus. Despereaux ist äußerlich und charakterlich anders als alle Mäuse, er huscht nicht weg und hat keine Angst. Der Mäuserich verschreibt sich der Ritterlichkeit, des Mutes und der Tapferkeit- wie ein Ritter. In der Bibliothek des Schlosses soll er Bücher eigentlich annagen, doch er liest lieber die Geschichten.
Wegen fehlender Mäusetugenden wird auch er verbannt- in die Welt der Ratten, wo er Roscuro kennenlernt- die Ratte, der seinerzeit der schreckliche Unfall passierte. Und noch etwas- der Gentleman Despereaux lernt die Prinzessin Pea (Erbse) kennen und spricht mit ihr- was eigentlich ebenfalls streng verboten ist. Durch viele Abenteuer hindurch begleiten wir die Helden, bis das Königreich Dor wieder in das Leben findet.
Bewertung:
Dem Film wurde durch FBW die Filmbewertung das Prädikat Wertvoll gegeben. Auch andere Einschätzungen lobten, dass der Film darstellt, dass die innere, nicht die äußere Kraft zählt (Zitat Treffpunkt Kino). Selbst nach mehrfachem Anschauen des Filmes muss man sich jedoch eingestehen, dass eine Bewertung sehr schwer gemacht wird. Die graphische, animatorische Umsetzung des Themas ist sehr gut, ein gelungener Film.
Aber über die Inhalte kann man geteilter Meinung sein. Es geht um einen Helden, der ausziehen muss, um das Fürchten zu verlernen, deshalb bietet der Film auch viele Sequenzen, die – insbesondere bei kleineren Zuschauern- auch Ängste wecken können.
Auch wenn der kleine Held Despereaux diese Abenteuer besteht, auf kleine Zuschauer können diese- oft düsteren- Bilder nachwirken.
Aufgefallen ist auch, dass durch die vielen Nebenhandlungen nicht nur kleinere Zuschauer überfordert werden könnten, um die Gesamtzusammenhänge der Story vollkommen zu erkennen und zu erfassen und die eigentlich beabsichtigte gute Botschaft des Filmes, dass die inneren Werte zählen und man nicht nur auf Äußeres achten soll, leicht übersehen werden kann. So muss man sich hier auch auf Fragestellungen kleiner Zuschauer einrichten, die sich mit der Story auseinandersetzen wollen: Warum ist die Magd so komisch? Weshalb ist der Kerkermeister so gemein? Wieso sind die Ratten so böse? Was macht den König so traurig?
Die DVD ist mit einer FSK- Bewertung „ab 6 Jahre freigegeben“ eingeschätzt- hier möchte ich nicht so freudig zustimmen, denn die Geschichte ist sehr deftig und im Großteil düster serviert. Verantwortungsvolle Eltern werden sich in so mancher Situation beim Vorspulen ertappen. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Geschichte für 6-Jährige noch nicht so geeignet ist, der Film wirkt sehr nach- auf kleine und große Zuschauer.
Die DVD hat noch jedoch auch noch mehr zu bieten als einen Film. Sehr gut angekommen ist hierbei ein „Multi- Level-Game“ mit dem Namen „Despereaux Suche“. Hierbei sind verschiedene Frage-Antwort-Spiele zu erledigen, um Despereaux zur Freiheit zu verhelfen und die Prinzessin zu retten. So müssen die Kinder Steinwege finden, einen Weg durch Mäusefallen-Hindernisse finden durch Löffel-Katapulte (nicht so einfach, aber sehr spaßig). Dieses Spiel ist in jedem Fall ein Garant für Kurzweil. Zudem gibt es eine interaktive Karte des Königreiches Dor.
Im Fazit ist eine Bewertung des Films schwierig – ich denke mit 3 von 5 möglichen Würfeln auf Grund der schwierigen, inhaltlichen Verkettungen einzuschätzen.
Erschienen bei: Oetinger- Kino/ Oetinger Media GmbH


