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Die Ikone – Hollywoods Darling

veröffentlicht in: Filme
am 27.02.2011

Dieses Drama mit Halle Berry und Klaus Maria Brandauer wurde nicht umsonst mehrfach prämiert, denn dieser Film geht unter die Haut. Halle Berry spielt die verführerische Dorothy Dandridge, eine der ersten farbigen Künstlerinnen, die für einen Oscar vorgeschlagen war. Kurios, erst über 40 Jahre später gelangte dies Halle Berry. Dorothy Dandridge hatte als junges Mädchen auf den Bühnen getanzt und in eher unbedeutenden Rollen mitgespielt, bevor sie für den Gesang entdeckt worden ist.

Sie war stolz, verführerisch und ein wenig eigensinnig, bevor sie zum ersten Superstar in Hollywood in den 50er Jahren aufgestiegen ist. Dabei musste diese Frau viel in ihrem Leben aushalten, dies reichte von Demütigungen bis hin zu Misshandlungen. Auch als Star durfte sie im Süden der Vereinigten Staaten nicht in den Pool des Hotels steigen. Schon allein weil sie ihren Fuß in das Wasser getan hatte, musste das Wasser abgelassen werden. Anschließend wurde der Pool noch gereinigt, weil farbige Menschen zum damaligen Zeitraum nur Menschen zweiter oder gar dritter Klasse waren. Nur zum Betreten der Bühne durfte sie in das Lokal, sonst hatte sie keinen Zutritt.

Trotz dieser Widrigkeiten kämpfte sie auch für eine bessere Zukunft. Durch Zufall und ihres Verhaltens geschuldet, hatte sie die Hauptrolle in „Carmen Jones“ erhalten, welcher vom Regisseur Otto Preminger (Klaus Maria Brandauer) gedreht worden ist. Mit dieser Rolle wurde sie dann berühmt. Die Vorlage zum Film lieferte der Bestseller „Dorothy Dandridge“ von Earl Mills.

Die Zuschauer erfahren hier nicht nur den Aufstieg, sondern wie sie zu Hause auch gedemütigt wurde. Als sie von einem Treffen mit einem Bekannten zurückgekehrt war, wurde ihr brutal die Unterwäsche zu Hause ausgezogen, um nachzusehen, ob sie entsprechenden Verkehr hatte. Diese Szene brannte sich in ihr Gedächtnis ein, so dass im weiteren Leben Schwierigkeiten hatte, mit Männern zu verkehren.

Der Zufall wollte es, dass sie Earls Mills, einen Musikproduzenten, kennenlernte, der ihr Talent gefördert hat. Das Ende ist dramatisch und herzzerreißend, denn vom Star ist sie ins Bodenlose abgestürzt. Tablettenabhängig und von ihrem letzten Ehemann ausgenommen, blieb ihr nicht viel übrig. Sogar ihre geistig behinderte Tochter wurde ihr entzogen. Dass dies Spuren hinterlässt, kann man sich ja denken. Gravierend ist eher, dass der Zuschauer viel von dem damaligen tief sitzenden Rassenhass erfährt.

Halle Berry spielt diese Rolle so überzeugend, als ob sie Dorothy Dandridge wieder zum Leben erweckt hat. Grandios, brillant dies sind die Attribute, die hier zutreffen. Sie ist so vom Bondgirl zur Charakterdarstellerin gereift. Und an der Seite eines Klaus Maria Brandauer, wohl einer der besten deutschsprachigen Darsteller, kommt Halle Berry richtig zum Tragen. Der Film ist nicht nur sehenswert, sondern er gehört zu jeder guten DVD-Sammlung einfach dazu.

  • Label: 3L Film
  • Regie: Martha Coolidge
  • Laufzeit: 111 Minuten
  • Genre: Drama
  • FSK: ab 12 Jahren
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