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Geliebtes Leben

veröffentlicht in: Filme
am 13.01.2012

Das Thema AIDS ging in den vergangenen Tagen und Wochen eher unter. Nur eine Meldung geisterte durch den Blätterwald: HIV-Infektionsrate rückläufig! Nicht zuletzt der Verankerung im Lehrplan und zahlreichen Aufklärungskampagnen dürfte diese Nachricht geschuldet sein. Ohnehin steht Deutschland mit nur knapp 80.000 Infizierten vergleichsweise gut da, in Südafrika sind 20% der Bevölkerung betroffen.

Was dies für die Menschen vor Ort bedeutet, lässt sich jedoch nur schemenhaft erahnen. Der südafrikanische Regisseur Oliver Schmitz versuchte, eines der zahlreichen Schicksale auf Celluloid zu bannen, heraus kam dabei der bewegende Film “Geliebtes Leben”.

“Geliebtes Leben” ist ein Film über das Leben der 12jährigen Chanda. Ihre Mutter ist mit dem todbringenden HI-Virus infiziert und der Vater ist ein Säufer. Chandas Zukunft erscheint ungewiss, sie weiß, dass es ihr nach dem Tod der Mutter obliegen wird, sich um die Familie zu kümmern. Ihre einst so hilfsbereite Umwelt wiederum ist sich dem Schicksal der Familie bewusst, tratscht und grenzt aus.

Der Film über das tragische Schicksal einer Familie ist dicht wie bewegend aus den naiven Augen eines Kindes heraus erzählt. Die ganze Last der Handlung ruht faktisch auf den Schultern der Hauptdarstellerin: Khomotso Manyaka. Und ihr gelingt eine beinahe übermenschliche Leistung. Statt an der Darstellung zu scheitern und in einem drögen Mix aus Banalität und Rührseligkeit zu versinken, gelingt es ihr, die Geschichte an den Zuschauer heranzutragen.

Der Film ist durchweg glaubwürdig, dramatisch und fantastisch erzählt.

Er beschränkt sich jedoch nicht nur darauf, die Familie in ihren Untergang zu begleiten. “Geliebtes Leben” befasst sich vor allem auch mit der Frage, wie die Gesellschaft mit einer solchen Katastrophe umgeht: Soll es Scham, Tratsch und Ausgrenzung sein oder ist mit Mitgefühl und Zivilcourage dem Problem nicht eher beizukommen. Angefangen von der tragischen Handlung bis hin zu Darstellern, Dialogen und Kulissen: Der Film zeigt Tiefgang und zwingt den Zuschauer regelrecht zu Gefühlsregungen. Dies erfolgt aber derart authentisch und mitreißend, dass das Etikett “rührselig” eine echte Beleidigung wäre. Kurzum: Der Film überzeugt auf ganzer Linie!

Fazit
“Geliebtes Leben” ist ein aufwühlender, sehr authentisch und gut umgesetzter Film. Er überzeugt mit Tiefgang und viel Gefühl: Wir jedenfalls können den Genuss des Films wärmstens empfehlen – es lohnt sich! Zwar ist “Geliebtes Leben” ab 12 Jahren freigegeben, jedoch ist er alles andere als ein Mittel zur herkömmlichen Familienunterhaltung. Er regt zum Nachdenken an und nimmt den Zuschauer mit in eine andere Welt, so viel sei schon einmal gesagt: Diese Reise ist keine leichte Kost…

“Geliebtes Leben” ist für knapp 15€ zu haben, erschienen ist er bei Senator.

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