The Wire Staffel 3
veröffentlicht in: Filmeam 28.07.2012
Kaum eine andere Serie wie diese ist so erfolgreich gewesen. Vor allem liegt das daran, dass der Autor (David Simon) ein ehemaliger Polizeireporter war, der unter anderem schon die Vorlage zur Krimiserie Homicide schrieb. Kaum eine andere Serie, wie diese schafft es, auch Kritik zu geben, denn hinter den Fassaden in den USA bröckelt es so wie hier. Ein hochrangiger DEA (US-Drogenbehörde) hat mal gesagt, dass die Kriminalität der USA auch die von Europa wird.
Handlungsort ist Baltimore. Wire, was so viel wie Draht oder Kabel bedeutet, spielt auf eine gängige Methode der Polizei an und zwar auf das Abhören von Telefongesprächen. Mit kaum einer anderen Methode hat die Polizei so viel Erfolg wie mit dieser. Zwar bedeutet dies viel Arbeit, vor allem benötigt man viel Personal und Zeit, kann aber so an die Hintermänner des Drogengeschäfts herankommen. Und dann, je nach Tätergruppen, muss das Gespräch noch übersetzt werden. Vertrauenswürdige Dolmetscher werden hierzu benötigt.
Ein weiterer Pluspunkt der Serie sind die Figuren, die sehr realistisch sind. Diese Figuren werden während der ganzen Serie nach und nach aufgebaut. Ein einziger Kritikpunkt ist, dass die Handlungsstränge sehr komplex sind und dass man doch alle Teile gesehen haben muss, um diesen zu folgen. Denn dadurch sind, trotz überwiegend positiver Kritiken und zahlreichen Auszeichnungen, die Zuschauerzahlen gesunken. Mit der DVD hat man dies ermöglicht. Vielleicht liegt es daran, dass der Zuschauer von heute eine etwas leichtere Unterhaltung bevorzugt und nicht in komplexen Feldern denkt. Das ist schade, denn somit wird der Markt für solch gute Unterhaltung immer härter.
Jede der Staffeln hat ein besonderes Themengebiet. Und die dritte Staffel konzentriert sich wie die erste auf den Drogenhandel. Drogenhandel wird von Fachleuten als weit größere Gefahr gesehen, als die des Terrorismus, denn der Handel von Drogen in den USA liegt in den Händen von brutalen Banden, die nicht vor Gewalt und Korruption zurückschrecken.
So sterben Widersacher im Knast und man deklariert das Ganze als Selbstmord. Um dem Drogenhandel Herr zu werden, überlegt der Polizei-Major Howard Colvin, einen neuen Weg zu gehen, welcher aber politisch nicht gewollt ist.
Spannend von der ersten bis letzten Minute, das ist die Serie, die es vor allem schafft, die Realität darzustellen. Und dies ist zum Teil sehr beängstigend. Leider wurde die Serie nach der vierten Staffel eingestellt, obwohl schauspielerisch diese Serie einfach nur brillant war.
- Studio: Warner Home Video


