Von der Skizze zum fertigen Spielzeug

Die Produktdesignerin Annalena Schieb hat für Heros eine Linie mit Babyspielzeug aus Holz entwickelt. Die 27-Jährige weiß, wie wichtig eine gründliche Vorarbeit bei der Konzeption von Spielsachen für Jungen und Mädchen ist.

Mit Schwung skizziert Annalena Schieb Gegenstände auf ein Blatt Papier. Stück für Stück entwirft sie die neue Babylinie von Heros. Fast wirkt es, als müsse die junge Frau gar nicht lange überlegen, was sie zeichnet. Doch der Eindruck täuscht. Denn bevor sich die Produktdesignerin der Simba Dickie Group an ihren Zeichentisch setzt, muss sie sich eine Basis schaffen: Wie sollen die Spielzeuge aussehen? Wie werden sie geformt und sind die Ideen überhaupt umsetzbar? Die Situation auf dem Markt für Babyspielsachen muss sie dabei immer im Hinterkopf behalten. Dann erst startet die Arbeit: zeichnen!

„Unser Ziel bei der Konzeption der Babylinie war es, entwicklungsförderndes Spielzeug zu gestalten, über das sich die Kinder freuen“, erzählt die 27-Jährige. „Und natürlich muss es ihnen Spaß machen, sich damit zu beschäftigen. Intensiv und immer wieder.“

Die Kombination verschiedener Materialien wie Plüsch, Holz oder Kunststoff soll die Neugierde und das Interesse der Kleinen wecken. Das Spielzeug soll die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen neue Erfahrungen ermöglichen. So können unter anderem die motorischen Fähigkeiten erweitert werden. Zudem muss die Produktdesignerin dabei immer die spätere Umsetzung in der Produktion im Blick haben, damit eine hochwertige Verarbeitungsqualität gewährleistet ist.

Bei der Entwicklung der Babylinie für Heros hat Annalena Schieb mit Sicherheit auch ihr Vorwissen im Bereich des Spielzeugdesigns geholfen. Schon während ihres Produktdesignstudiums hat sich Annalena Schieb mit dem Thema Spielzeug beschäftigt und dabei ihre Begeisterung für die Materie entdeckt. „Ich habe mir eine Grundlage geschaffen, auf der ich aufbauen wollte“, erzählt sie mit einem Leuchten in den Augen.

Kreatives Potenzial ausschöpfen
Seit 2011 arbeitet sie bei der Simba Dickie Group in Fürth. Bei der Entwicklung der Babylinie konnte sie ihr kreatives Potenzial voll ausschöpfen. Doch woher weiß sie eigentlich, welche Spielsachen für Babys sinnvoll sind? Bevor die Designerin mit den Arbeiten begonnen hat, hat sie sich einen Überblick über das Angebot der Wettbewerber verschafft.

Das Ziel: Die eigenen Produkte in einer Marktlücke zu platzieren und Alleinstellungsmerkmale zu schaffen.

Um ein Gefühl für die Bedürfnisse der Babys zu bekommen, hat sich Annalena Schieb gefragt, welche Reize die Kleinen wahrnehmen können, welche Aspekte das Interesse des Kindes wecken. „Besonders gut sind starke Farbkontraste und Unterschiede in der Haptik“, erklärt sie. Zudem werde die Neugier durch Geräusche und bewegliche Elemente angeregt. Die Produktdesignerin wollte etwas ganz Neues entwickeln. „Die Produkte müssen sich von denen der Mitbewerber abheben“, betont sie.

Wichtig bei ihrer Arbeit ist es, das Verhalten der Kinder neu zu interpretieren. Zwar spielen Babys immer wieder mit den „gleichen Dingen“, doch die Art und Weise, die Anforderungen der Kleinsten zu erfüllen, kann sehr unterschiedlich sein.

Holz als Grundstoff
„Es ist nicht einfach, Spielwaren für die Kleinsten aus Holz zu fertigen“, sagt Annalena Schieb. „Wir achten deshalb darauf, dass bei der Herstellung alles gut verläuft. Mit Heros haben wir dabei einen Traditionshersteller mit hohem Fachwissen auf unserer Seite, der um die hohen Anforderungen im Umgang mit Holz weiß.“

Holz wird anders bearbeitet als Kunststoff. Andere Fertigungsarten bieten andere Gestaltungsmöglichkeiten. So kann ein und dasselbe Produkt, das aus unterschiedlichen Materialien gefertigt wurde, ganz anders aussehen. Holz ist ein Werkstoff, der lebt, der sich noch verändern kann, wenn er bereits verarbeitet ist.

Das Besondere an den Produkten der Babylinie von Heros ist, dass sich in jedem Spielzeug die gleichen Elemente finden. Für die Produktion sei es wichtig, möglichst wenig verschiedene Einzelteile zu haben.

„Die größte Herausforderung war es, aus wenigen Grundteilen ein umfangreiches Sortiment zu erstellen“, erklärt Annalena Schieb. Wichtig ist es auch, nicht nur die Gestaltung des Produktes, sondern die Umsetzbarkeit in der Serienproduktion im Blick zu haben.

Dabei steht die Sicherheit der zum Beispiel vom TÜV und von anderen Prüfstellen zertifizierten Produkte immer im Vordergrund. Notfalls müsse das Design zu Gunsten der Produktsicherheit geändert werden. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Nicht nur für die Designerin, sondern auch für die Fachleute in der Produktion bei Heros.

Kommunikative Mädchen, sportliche Jungen
Bei der farblichen Gestaltung hat die Expertin bewusst neutrale, für beide Geschlechter passende Farben gewählt. Ganz anders, als sie es bei anderen Projekten macht, die sie ebenfalls betreut: Für Filly hat sie zum Beispiel den Baumpalast gestaltet.

Die Farbwelt von Evi Love soll Mädchen ansprechen und ist überwiegend in Rosa gestaltet. Bei Babyprodukten spricht eine geschlechtsspezifische Gestaltung hingegen hauptsächlich die Eltern an.

Solange das Spielzeug interessant ist und Spaß macht, sei dem Baby die farbliche Gestaltung egal, erklärt Annalena Schieb.

Eigentlich sind es nicht die Kinder, die sich einer bestimmten Farbwelt zuordnen, doch je älter ein Kind wird, desto wichtiger ist es, auf sein Geschlecht einzugehen: Mädchen interessieren sich eher für Rollenspiele, um soziale Kompetenzen zu erfahren. Jegliche Art der Kooperation oder der fantasievollen Kommunikation spielt dabei eine Rolle. Jungen hingegen wollen sich in Wettbewerben messen. Action und Bewegung sind interessant. Während Mädchen etwas konstruieren, um mit dem Ergebnis spielen zu können, ist für Jungen meist das Konstruieren an sich schon Spiel genug.

Vielmehr werden bestimmte Farbgruppen einem Geschlecht zugeordnet:
„Für Mädchen bewegt man sich eher in einem Spektrum aus Rosa-, Pink- und Lilatönen. Die Farben werden oft harmonisch kombiniert, sind warm, teilweise pastellig“, bestätigt die Expertin. Farbkonzepte für Jungen dagegen setzen auf Kontraste. So entsteht ein lauter, markanter Eindruck.

Je nach Produkt können sie in eine technische oder sportliche Richtung gehen.Egal, in welchem Bereich Annalena Schieb arbeitet: Sie liebt an ihrem Beruf diese unterschiedlichen und vielfältigen Ansprüche.

„Mir macht gerade der Unterschied Spaß. Dadurch wird jedes neue Produkt eine eigene Herausforderung. Und es ist etwas ganz Besonderes, dass ich bei der Simba Dickie Group meine Kreativität einbringen kann.“

Quelle: Simba Toys

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