Abenteuer auf dem Reiterhof - das lang ersehnte neue Abenteuer ist da. „In der Wildnis auf dem Rücken eines Mustangs!“ „Die wilden Mustangs“ in einem Reservat und die „Reiterhof“- Serie stehen sich thematisch nicht gerade nahe, dennoch reiht sich diese Folge in die Erfolgsstory ein.
Fazit vorab:
Nach dem Debakel unter Vista und einem zweiten erfolgreichen XP-Verlauf, ein schönes, harmonisches und zugleich spannendes PC-Siel. Für alle, die die anderen Folgen bereits haben, ein Muss und für alle Neueinsteiger ein Beginn. Die gesamte Serie von "Abenteuer auf dem Reiterhof" ist meiner Meinung nach die Beste unter den Pferdespielen. Vergleichbare Spiele dieser Art zu finden, ist nahezu unmöglich.
Abenteuer auf dem Reiterhof - Die wilden Mustangs, ein high-light und eine Herausforderung deshalb, weil die Abenteuer in der Wildnis auf dem Rücken dieser Pferderasse zu bestehen sind.
Im Mittelpunkt der Story steht Lily, eine Pferdeliebhaberin, wie viele Teenies und Heranwachsende auf dem Weg von der Pubertät zum Erwachsenwerden.
Lilys spannendes Abenteuer kann der Spielende selbst erleben. Urlaub in einem Reservat. Das Spiel gestattet ein völlig freies Bewegen durch die gut gelungenen grafischen Darstellungen der Landschaften.
Leider geht das Begleitheft auf den Ursprung der Mustangs nicht ein, was hiermit nachgeholt wird. Die Mustangs sind, nicht wie oftmals vermutet Wildpferde, sie stammen von Hausrassen ab, die die spanischen Eroberer Nord- und Südamerikas mit in die Neue Welt verschifften (meist Araber, Berber und die in Spanien um diese Zeit heimischen Hauspferderassen). Viele dieser Tiere entkamen und verwilderten. Ursprünglich waren die Mustangs kleine, zähe Tiere, die zwischen 140 und 150 cm Stockmaß erreichten. Sie haben einen hartnäckigen und unabhängigen Charakter und fallen durch ihr gleichmäßiges Erscheinungsbild auf.
Die Indianer lernten die Mustangs durch die Begegnung mit den Spaniern zuerst als heilige Tiere zu verehren, denen sie mit Ehrfurcht und Respekt begegneten. Erst ab dem 17. Jahrhundert lernten die Indianer selbst den Umgang mit den Tieren und setzten sie für Jagd, Krieg, Zucht und als Transportmittel ein. Die Indianer nutzten zum Transport ihrer Tipis spezielle Tragegestelle, welche die Tiere problemlos ziehen konnten. Dies zeugt von deren großer Zähigkeit und trotz der Verwilderung sehr menschenbezogenen Art.
Das Spiel wird, nach Aufdruck auf dem Cover, sowohl als XP- als auch vistafähig angeboten.
Bevor ich meinen Kindern das Spiel anbieten wollte, führte ich die Installation, wie empfohlen, auf einem Intel duo mit einem Arbeitsspeicher von 1 GB (512 GB Ram mind. erforderlich) und entsprechender Grafikkarte unter Vista mit Servicepack 1 aus.
Antesten wollte ich das Spiel schon, um den Kindern ggf. Hilfestellung beim Einstieg geben zu können. Dies war auch gut so, wie sich später herausstellen sollte.
Nach der Installation und Wahl der Auflösung habe ich erwartungsvoll mit dem Spiel beginnen wollen. Zu meinem Erstaunen, von Szene zu Szene lange Ladezeiten mit Tunnelgrafik. Das Bild fror ein. Das Abenteuer war, wenn überhaupt, nur sequenziell spielbar.
Mehrere Deinstallationen und Installationen, mit der Vermutung, etwas nicht beachtet zu haben, ergaben kein anderes Ergebnis.
Das verärgerte mich schon, also habe ich mir das sehr gut strukturierte, verständliche Begleitheft vorgenommen und wurde fündig. Eine Hotline (Tipps und Tricks) könnte mir vielleicht den entscheidenden Hinweis geben.
Stolze 1,86 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz wurden angekündigt, das war mir mein Frust nicht wert. Der „normale“ Kundenservice ist allerdings schon für 0,24 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz erreichbar. Der Support im Netz mit den meistgestellten Fragen ist kostenfrei.
Also Anlauf Nr. 2; einen Blick auf die Support-Seiten von UbiSoft.
Zu meiner Überraschung folgende Hinweise:
„ACHTUNG! Ihr Spiel unterstützt möglicherweise das neue Microsoft Betriebssystem Windows Vista nicht! BITTE HABEN SIE VERSTÄNDNIS DAFÜR, DASS WIR IHNEN KEINE FUNKTIONSGARANTIE FÜR WINDOWS VISTA ANBIETEN KÖNNEN. ACHTEN SIE UNBEDINGT IMMER AUF DIE SYSTEMANFORDERUNGEN IHRES SPIELS! DIESE SIND AUF DER VERPACKUNG ANGEGEBEN.“
UbiSoft weist nach nunmehr über 2 Jahren Vista darauf hin, dass das Spiel möglicherweise nicht für Windows Vista programmiert, daher mit diesem neuen Betriebssystem von Microsoft auch nicht kompatibel sei. Windows Vista enthält zahlreiche neue Features und eine neue DirectX Schnittstelle, dadurch kann es zu Inkompatibilität mit Software kommen, die für ältere Windows Betriebssysteme programmiert wurde.
UbiSoft erklärt, man könne versuchen, den Windows Vista Kompatibilitätsmodus zu nutzen - und ….. und ….. und …..
weiter, ich zitiere:
„Beachten Sie bitte erneut: Wie bereits zu Anfang erwähnt, kann UbiSoft keinen Support für Windows Vista anbieten! Bitte haben Sie dafür Verständnis und sehen Sie von Anfragen an unser Supportteam bezüglich dieser Problematik ab.“
Für mich als Nutzer eines UbiSoft-Produktes unfassbar. Entweder sind die Seiteninhalte oder die Einstellung von UbiSoft den Kunden gegenüber völlig veraltet.
Liebe UbiSoft-Programmierer und -manager. Auch wenn sich die Begeisterung für Vista in Grenzen hält, ihr braucht ja Bill Gates nicht heiraten oder huldigen. Der Käufer ist zunächst über das UbiSoft-Produkt verärgert und nach längeren Überlegungen eventuell auch über Vista.
Was tun? Habe ich das Cover nicht sorgfältig gelesen? Nochmals ein Blick auf die Verpackung. Zum Betriebssystem wird ausgewiesen: Windows XP SP 2 / Vista.
Frustriert und nicht gewillt an Vista herumzubasteln, bzw. die Windows Vista Hotfix zu downloaden und zu installieren, habe ich das Spiel auf einem AMD duo mit 1 GB Ram unter Windows XP und Servicepack 3 installiert. Das Sammeln von UbiSoft-Erfahrungen war zwar zeitintensiv, nervend und ärgerlich, jedoch keine verschwendete Zeit, denn:
- erstens, sind solche Beispiele rar und
- zweitens, wurde ich durch ein wirklich gutes Spiel unter XP entschädigt.
Bis zu diesem Ergebnis war die stundenlange Beschäftigung mit dem UbiSoft-Produkt eine Qual und erinnerte mich an den Charakter der Mustangs, hartnäckig und unabhängig.
Nach einer problemlosen Installation und Einstellung der Auflösung beginnt das Abenteuer im Westernsound, später auch im Charakter der Soundtracks von Winnetou. Bild- und Szenenwechsel sind fließend. Ein schneller Rechner sollte es schon sein. Nicht ohne Grund weist UbiSoft darauf hin, dass das Spiel für Bi-Prozessoren Computer optimiert wurde.
Die Story wird als Text dargestellt und die Dialoge parallel gesprochen. Dadurch wäre das Spiel auch nutzbar für Kinder, die noch nicht perfekt lesen können (Erstklässler).
Leider wird dieses Prinzip nicht durchgängig beibehalten, so dass verständlicherweise Fragen gestellt und Hilfe gegeben werden muss. Die Anweisungen zur Nutzung der Tastatur sind einfach, eindeutig und werden darüber hinaus jeweils symbolisch dargestellt.
Die Aufgaben, die Lily zu absolvieren hat, werden gut beschrieben. Eine Geländekarte ist jederzeit verfügbar und weist den Standort des Spielenden und das Ziel aus.
Die Grafik der Landschaft ist beeindruckend und gut gelungen. Durch die gelungenen Animationen der Bewegungen der Pferde wirken die unterschiedlichen Gangarten sehr realistisch. Während des Aufsitzens auf das Pferd wird das Bild ausgeblendet. Das bedeutet, entweder die Person steht vor dem Pferd oder wird bereits darauf sitzend dargestellt. Auch wenn hierzu eine aufwendigere Animation erforderlich ist, sollten die Programmierer darauf nicht verzichten. An der Grafik des Gesichtsausdrucks der Personen, die kindlich und zu flach erscheinen, könnte ebenfalls gearbeitet werden. Hier fehlt mir ein bisschen der Spielfilmcharakter. Dass diese Herausforderung für UbiSoft kein Problem darstellen würde, zeigen die Ankündigungen für Ende 2008 zu „Prince of Persia“.
Nach dem Debakel unter Vista, dem eigenwilligen UbiSoft-Support und einem zweiten erfolgreichen XP-Verlauf, ein schönes, harmonisches und zugleich spannendes PC-Spiel.
Ich habe lange nach einer treffenden Qualitätsbeschreibung für das Spiel gesucht, es ist mir nichts Treffenderes eingefallen, als festzustellen: „Das Spiel ist einfach nur schöööön.“
Die gesamte Serie von "Abenteuer auf dem Reiterhof" ist meiner Meinung nach die Beste unter den Pferdespielen. Ein vergleichbares Spiel dieser Art zu finden, ist nahezu unmöglich. Meine Kinder, Mädchen und Jungen, sind begeistert.
Abenteuer auf dem Reiterhof - Die wilden Mustangs - ist nicht nur ein Mädchenspiel, wie mein „Erstklässler“ feststellte. (R.B.)
Angaben
- Publisher (Entwickler): Ubisoft
- Label: Spiele für mich
- System: PC (DVD-ROM)
- USK: o.A.
- Spielgenre: Kinderspiel
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