Eine kleine Messereise Bilanz

Die Gamescom ist vorbei. Knapp 250.000 Besucher waren mit von der Partie – ein ansehnliches Ergebnis, gegenüber dem Vorjahr war das eine Steigerung von ca. 4%. Auch für uns war die Messe für interaktive Unterhaltungselektronik ein Highlight, wenn auch nicht nur in der Form, wie wir uns das gewünscht hätten…

Das wirklich Wichtige gleich vorab, die wirklich genialen Neuerungen waren eher eine (gern gesehene) Seltenheit. Zwar gab es die eine oder andere (qualitativ hochwertige) Neuerscheinung, die wir auch in den kommenden Wochen und Monaten vorstellen werden, aber wirklich neu und innovativ war das zumeist nicht. So wird in nächster Zeit eine Vielzahl an wirklich guten Adventure-, Simulations- und Rollenspielen (z. B. „Gothic 4“, „Lost Horizon“, „Die Sims Mittelalter“) erscheinen, aber auch für die Kleineren gibt es das eine oder andere Highlight – zum Beispiel in Form eines Internetspiels („Lego Universe“). Interessant war auch das Interview mit Jon Shafer. Der Lead-Designer des im September erscheinenden Titels „Civilisation V“ stand uns Rede und Antwort – übrigens nicht nur zum Spiel.

Ein richtiger Kracher kam für uns am letzten Tag unseres Besuches – das Nintendo 3DS. Im Grunde ähnelt die Konsole, wie man am Namen unschwer erkennen kann, seinem Vorgänger ungemein. Auch das Aussehen weist nur geringfügige Unterschiede auf, doch das Innenleben hat es „in sich“: Die neue Konsole wartete mit einem 3D-Display auf, den man ganz ohne eine hässliche 3D-Brille genießen konnte – für uns war das Ding war ein echter Hingucker.

Im Großen und Ganzen lässt sich ein sehr positives Messefazit ziehen, zumindest im Hinblick auf die kommenden Neuerscheinungen. Zwar sind nur wenige wirkliche Innovationen mit von der Partie (im Großen und Ganzen eigentlich nur eine), allerdings handelt es sich überwiegend um sehr hochwertige Spiele – über die wir freilich noch berichten werden.

An dieser Stelle könnte man eigentlich den Text beschließen. Allerdings wäre es sehr schade um die Reiseerfahrung, wenn man das Drumherum komplett unerwähnt ließe und den Verteidigern der Leipziger „Games Convention“ die Genugtuung vorenthalten würde.

Denn die Messe hat, mal abgesehen von den inhaltlichen Highlights, noch einigen Nachholbedarf. Die kleinen Reibereien mit dem Personal hätten wir uns echt gern gespart und etwas Kulanz hat noch niemandem geschadet. Beispielsweise mussten wir uns (und natürlich andere auch) erst ewig mit dem Messepersonal rumstreiten, bis wir in die „Heiligen“ Hallen vorstoßen durften. Grund war, dass das Einlasspersonal Anweisung hatte, niemanden vor 9:00 Uhr reinzulassen (außer den Ausstellern). Dummerweise hatten viele Kollegen (und auch wir) schon die ersten Termine um Punkt 9 Uhr und im Vorfeld wurde die zeitliche Beschränkung nie kommuniziert. Das spricht nicht wirklich für perfekte Planung, mal abgesehen davon, dass man auch freundlicher auf Beschwerden hätte reagieren können.

Ein weiteres Highlight unserer Reise war die Deutsche Bahn, wie gewohnt mit ordentlicher Verspätung. Wir durften auf der Rückfahrt knapp 3 Stunden länger mit der “rollenden Katastrophe“ verbringen – die eigentliche Fahrzeit beträgt ca. 4,5 Stunden. Und auch unsere Unterbringung war ein Traum: Es wurde gebaut, von früh bis spät – natürlich ohne den Gast im Vorfeld über den Baulärm zu informieren oder Rabatt zu gewähren. Aber wie meinte schon Adolph von Knigge: „Zum Reisen gehört Geduld, Mut, Humor und daß man sich durch kleine widrige Zufälle nicht niederschlagen lasse.“ In dem Sinne freuen wir uns schon auf die Gamescom 2011…

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