Graf Ludo in Leipzig

Zum zweiten Mal wurde auf der Leipziger Messe „Modell Hobby Spiel“ der Graf Ludo vergeben. Dabei ist Graf Ludo eine künstliche Wortschöpfung aus Graf für Grafik und Ludo für Spiel, also ganz einfach ein Preis für die Grafik des Spiels, denn das sprichwörtliche Auge spielt ja bekanntlich mit. Die Leute hinter dieser Arbeit bleiben meistens in aller Regel im Hintergrund und sind nicht so bekannt wie die Spielautoren. So stellt der Verlag HABA in seiner Spielanleitung schon seit einigen Jahren nicht nur den Autor sondern auch den Grafiker vor.

Aber ohne die entsprechende Grafik ist ein Spiel nur halb so viel wert. Wobei es aber auch zahlreiche, vor allem kleine Verlage gibt, dessen Spielprinzip begeistert und die Grafik ist eher nebensächlich. Und auf der anderen Seite kann super Aussehen auch über ein schlechtes Spiel täuschen. Man sieht, es ist nicht so einfach, denn im Endergebnis kommt es auf das gesamte Produkt an.

Gerade aber im Kinderspiel spielt die Grafik eine nicht zu unterschätzende Rolle, wenn die Kleinen in die Spielwelten als Kapitän, Pirat oder Schatzsucher eintauchen. Über das Spielen werden Kompetenzen erlangt, die man gerade für sein späteres Leben benötigt. Nur so banale Dinge, wie man zum Beispiel mit Sieg oder Niederlage umgeht. Diese Erfahrungen, die man während des Spiels gesammelt hat, werden später durch die Kinder reflektiert. Und die Kinder, die spielen gelernt haben, werden dann später als Erwachsene ebenfalls mit ihren Kindern spielen. Familien, in denen gespielt wird, setzen sich so unbewusst für die Zukunft ein.

Und somit haben die Macher hinter dem Preis, die Karl Kübel Stiftung und die Leipziger Messe, eine sprichwörtliche Lanze für die Grafiker gebrochen. Leider ist dieser Preis in Deutschland noch relativ unbekannt. Viele von Ihnen werden wahrscheinlich nur den Preis „Spiel des Jahres“ kennen. So dass man hier noch allerhand zu tun hat. Auf der anderen Seite nimmt leider der Spielanteil während der Messe „Modell Hobby Spiel“ ab, so dass auch hier der Anteil an Ausstellern erhöht werden müsste. Leider liegt die Messe terminlich zu dicht an der Buchmesse in Frankfurt, so dass man hier auch über eine andere Terminplanung reden müsste.

Der Ansatz und die Idee sind sehr gut, dass hat man schon daran gesehen, dass zahlreiche Gäste zur Verleihung erschienen sind.

Aus zahlreichen Spielen wurden im Laufe mehrerer Monate die nominierten Spiele durch die Jury festgelegt:

Beste Kinderspielgrafik:

Hexenduell (Haba)
Illustration: Felix Scheinberger
Autoren: Constanze Endlich, Helmut Hecht

Vampire der Nacht (Drei Magier Spiele)
Grafik: Rolf Vogt,
Autoren: Kirsten Becker, Jens-Peter Schliemann

Nelly (Queen Games)
Illustration: Karsten Teich,
Autoren: Andreas Frei, Lukas Frei, Ueli Frei

Beste Familienspielgrafik:

Cable Car (Queen Games)
Grafik: Michael Menzel,
Autor: Dirk Henn

Tobago (Zoch)
Grafik: Victor Boden,
Autor: Bruce Allen

Fresko (Queen Games)
Grafik: Oliver Schlemmer,
Autoren: Marco Ruskowski, Marcel Süßelbeck, Wolfgang Panning

Jeder dieser Titel hätte einen Preis verdient, aber leider kann es nur einen Gewinner geben, so wie im Sport halt auch. Und so standen zwei Spitzensportler Pate für den jeweiligen Preis, der im Übrigen jeweils mit 1000 Euro datiert worden ist. Claudia Nystad hatte somit Rolf Vogt für die Kinderspielgrafik ausgezeichnet. Und Christin Steuer, die vor kurzem erst eine Goldmedaille während der Schwimm EM erhielt, hat Oliver Schlemmer ausgezeichnet. Alle beiden Grafiker waren von diesem Preis sehr angetan.

Vielleicht achten Sie beim nächsten Kauf mal auf den Namen des Grafikers und nehmen Sie sich einfach mal wieder Zeit, mit Ihren Kindern oder auch selber zu spielen.

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