Liebe Jury Spiel des Jahres,

wieder einmal habt ihr Spieler, Presse und die Spielverlage überrascht, indem ein kleines, aber feines Kartenspiel gewonnen hat.

„Das Wort Hanabi stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie Feuerblume oder Feuerwerk. In diesem Fall steht Hanabi für ein ungewöhnliches kooperatives und kommunikatives Kartenspiel. Karten mit Feuerwerksbildern werden in Reihen nach Farben und Zahlen geordnet abgelegt. Das einzige Problem: Die Spieler nehmen ihre Karten falsch herum auf. Anders als gewohnt sehen sie nicht die eigene Kartenhand, blicken aber ständig in die Karten der Mitspieler.

Aus Hinweisen wie: „Diese Karten sind blau“ oder „Du hast eine Drei, diese ist es“ und mit dem Wissen aus vorherigen Runden muss der Spieler erkennen, welche Karte er ausspielen oder abwerfen sollte. Die Zahl der Hinweise ist jedoch begrenzt, und nach drei Fehlern ist das Spiel verloren. Wer schafft das Maximum an Punkten: das perfekte Feuerwerk?“ (Jury Spiel des Jahres)

Die Arbeit der Jury Spiel des Jahres macht es nicht einfach, denn die Qualität der Spiele ist in Deutschland gut und davon werden mehrere hundert Spiele pro Jahr neu in Deutschland veröffentlicht. Und so muss ein Jurymitglied durchaus bis zu hundert Spiele spielen, bevor sich die Jurymitglieder in verschiedenen Sitzungen treffen, um eine Nominierungsliste festzulegen. Dabei muss man beachten, die Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich, denn jeder von den Mitgliedern hat einen festen Beruf.

Dies bedeutet aber nicht, dass man nur testet, nein die Jurymitglieder müssen dazu auch auf die verschiedenen Spielmessen fahren, um dort gezielt nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen zu suchen. 1978, als der Verein gegründet wurde, hat der Verein sich intensiv um das Kulturgut Spiel bemüht, denn Spielen bedeutet Spaß und Kommunikation.

Im Spiel tauchen wir in Rollen und Spielwelten ein und vergessen so die Zeit und haben dabei noch viel Spaß. Denn wer spielt, sendet Botenstoffe aus, Glückshormone werden dabei freigesetzt.

2013_Jury_KiSdJ

In den vielen Jahren ist sich der Verein immer treu geblieben, hat sich dabei aber immer weiterentwickelt. Die erste Neuerung war die Einführung des Kinderspiels des Jahres, welches 2001 eingeführt wurde. Zuvor war dies immer nur ein Sonderpreis. Nein, man wolle dem Kinderspiel mehr Aufmerksamkeit widmen, welches auch darin deutlich wird, dass dieser Preis seit einiger Zeit gesondert vergeben wird.

Seit 2011 wurde der Preis „Kennerspiel des Jahres“ eingeführt, um auch die anspruchsvollen Spiele zu würdigen, denn das Ziel des Preises  Spiel des Jahres war, dass diese Spiele familientauglich sind. Und wenn man sich die Preisträger ansieht, welche von Hase und Igel bis Hanabi reicht, kann man dieses nur bestätigen.

Dabei darf man nicht die nominierten Spiele vergessen, denn eigentlich sind dies ebenfalls Sieger, denn all diese Spiele heben sich von der Masse der Spiele immer wieder ab. Und da dies nicht reicht, erstellt die Jury jedes Jahr immer wieder eine Empfehlungsliste, bei welcher die Familien ungesehen zugreifen können.

2013_Jury_SdJ

Neben dieser Arbeit hat der Verein noch ein sprichwörtliches zweites Standbein, denn mit verschiedenen Aktionen fördern sie das Spiel. So vergibt der Verein jedes Jahr ein Stipendium an junge Nachwuchsspieleautoren und sie fördern kleine Spielprojekte, um so ihrer Aufgabe, das Spiel als Kulturgut zu fördern, gerecht zu werden. Ermöglicht wird dieses durch die Einnahmen der Lizenzen, welche die Verlage bezahlen müssen, wenn sie auf den Spielverpackungen das Logo „Spiel des Jahres“ abdrucken, welches diese natürlich gerne machen, denn schließlich verkaufen sich diese Spiele im Handel sehr gut.

Trotzdem, und darauf legt der Verein sehr viel Wert, sind sie unabhängig, denn man kann eine Jury Spiel des Jahres nicht beeinflussen, denn darauf wird streng geachtet. Schließlich muss jedes Jurymitglied nachweisen, dass es über ein festes Einkommen verfügt. Und schließlich müssen die Jurymitglieder, welche die jeweiligen Spiele aussuchen, regelmäßig wechseln. Transparenz heißt hier das Zauberwort, welches jedes einzelne Mitglied auch lebt. Dieses bekommt man immer wieder mit, wenn man mit den einzelnen Jurymitglieder redet und hinterfragt, wie bestimmte Entscheidungen entstanden sind.

Man kann den Damen und Herren nur viel Kraft wünschen, denn diese Arbeit ist nicht einfach und die Familien müssen dabei auch so manche Entbehrung aufbringen, wenn die Damen und Herren im Auftrag des Spiels wieder kreuz und quer durch Deutschland unterwegs sind.

Und bitte, überrascht uns weiter mit euren Entscheidungen, denn ich muss ehrlich sein, das diesjährige Spiel des Jahres habe ich persönlich nicht auf dem Schirm gehabt. Es ist ein unbeschreiblich tolles Spiel, macht viel Spaß und ist im wahrsten Sinne außergewöhnlich.

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