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Helvetia: Dörfer bauen – Paare trauen

veröffentlicht in: Brettspiele
am 01.01.2012

Die Zeiten, in denen die Heirat eine willkommene Möglichkeit war, das eigene Vermögen zu vermehren, sind Gott sei Dank vorbei. Wer die “guten alten Zeiten” dennoch ein bisschen wieder aufleben lassen will, darf sich gern an Helvetia versuchen. Hier darf vor beschaulicher Schweizer Bergkulisse nach Herzenslust taktiert, verheiratetet und gewirtschaftet werden.

Worum geht es?
Der Spieler wird zurückgesetzt in eine Zeit, in der noch nicht jeder Ort in Mitteleuropa innerhalb von wenigen Stunden erreicht werden konnte. Er wird zurückversetzt in jene Tage, in denen die Reise zum nächsten größeren Ort einen ganzen Tag in Beschlag nahm und man sich im Leben nicht weiter als 100 km weg von seiner Heimat bewegte. Hineinversetzt in die Rolle eines Dorfverwalters in der Schweizer Bergwelt gilt es, die Mitspieler auszustechen und eine florierende und aufblühende Dorfgemeinde zu etablieren.

Dafür stehen dem Spieler im Wesentlichen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Zum einen gilt es, eine geschickte Heiratspolitik an den Tag zu legen. Keine Methode ist besser, um am Wohlstand anderer mitzuverdienen. Zum anderen kann man einfache, aber auch komplexe, Güter produzieren, um dem eigenen Spielerfolg ein solides Fundament zu geben. Ganze Produktionsketten kann der Spieler dabei entstehen lassen, je komplexer desto lukrativer.

Dabei müssen natürlich allerlei Dinge beachtet werden: Heiraten ohne Pfarrer geht schon einmal gar nicht und wer produzieren will, braucht nicht nur entsprechende Produktionsstätten, sondern auch ausgeruhte Bürger. Außerdem gilt insbesondere bei komplexen Gütern: Das Band steht still, wenn der Fuhrmann nicht ausliefern will. Um erfolgreich zu sein, sollte der Spieler also taktisches Geschick und seine Fähigkeit zur intelligenten Planung zum Einsatz bringen.

Und so hat es uns gefallen…
Eins ist schon einmal sicher: Wer es einfach und übersichtlich mag, der wird mit dem Spiel nie so richtig warm werden. Für Taktiker und Strategen ist “Helvetia” allerdings eine echte Bereicherung. Vor allem auf Spielabenden mit 3-4 Spielern ist es eine echte Alternative, um den Trott des grauen Mittelmaßes einiger Konkurrenzprodukte zu umgehen. Lediglich die Altersangabe ist ein wenig optimistisch, wir würden das Mindestalter auf ca. 14-15 Jahre ansiedeln. Es ist insbesondere den Spielern ans Herz zu legen, die besonders das taktische und strategische Element umgesetzt sehen wollen. Passionierte Glücksspieler wiederrum werden mit “Helvetia” kaum glücklich werden.

Wichtig ist auch, dass man sich vorher ausführlich die Beschreibung durchliest und eine Proberunde spielt. Ein Spiel dauert ca. 1-2 Stunden, je nachdem, wie viele Personen mitspielen (und wie viel Zeit diese sich lassen), kann die Spieldauer variieren. Optimal ist ein Spiel zu viert oder zu dritt, zwar lässt es sich auch zu zweit spielen, jedoch hält sich dann der Spielspaß in Grenzen.

Nun zur Kritik: Sowohl das Spielprinzip als auch die Verarbeitung sind bei unseren Testdurchläufen auf sehr positive Resonanz gestoßen. Hier gibt es schlichtweg nichts zu meckern. Auch die Verarbeitung sowie die Qualität des verwendeten Materials lassen kaum Wünsche offen. Was wir uns jedoch gewünscht hätten, wäre eine etwas kontrastreichere Farbgebung bei den Ressourcen- und Personenplättchen.

Fazit
“Helvetia” konnte uns von sich vollkommen überzeugen. Zwar ist das Spiel mit einem stolzen Preis von knapp 33€ alles andere als günstig, doch aus unserer Sicht lohnt sich die Investition. Die gebotene Qualität wiegt den Kaufpreis mehr als auf!

“Helvetia” ist im Kosmos Verlag erschienen und im Handel für knapp 33€ erhältlich. Spielbar ist es mit 2-4 Mitspielern, aus unserer Sicht sind 3-4 Teilnehmer (ab 14-15 Jahren) optimal.

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