Korsaren der Karibik
veröffentlicht in: Brettspieleam 21.07.2011
Korsaren der Karibik ist ein komplexes Strategiespiel, bei dem der Spieler die Möglichkeit hat, entweder in die Rolle eines edlen Kauffahrers oder gefürchteten Korsaren zu schlüpfen. Ort des Geschehens sind das Karibische Meer und die größten Inseln der Region, die unter der Kontrolle der damaligen vier Großmächte Spanien, Frankreich, England und den Niederlanden standen. Um ein erfolgreicher Seefahrer zu werden, müssen Ruhmpunkte gesammelt werden, die sich durch unterschiedliche Handlungen anhäufen lassen.
Jeder Spieler startet zunächst als Kapitän eines Schiffs seiner Wahl mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen und versucht, beispielsweise über Aufträge oder das Aufbringen von Kauffahrern die Oberhand gegenüber den Mitseefahrern zu gewinnen. Natürlich bildet das Betreiben von Handel mit den begehrten karibischen Waren, wie Tabak oder Rum, ein essenzielles Spielelement. Der Verlauf des Spiels kann durch das Auftreten von Naturereignissen und Nichtspielercharakteren eine unerwartete Wendung nehmen, die die Spieler ein ums andere Mal zum Ändern der eigenen Strategie zwingen.
Korsaren der Karibik bietet dem Spieler eine sehr vielfältige Bandbreite an Aktionen, die sich in Fahr-, Such- und Hafenaktionen aufteilen lassen. So steht es jedem frei, von Insel zu Insel zu fahren, nach Piraten- oder Kauffahrerschiffen Ausschau zu halten oder Häfen anzulaufen, um dort Handel zu betreiben, das eigene Schiff auf Vordermann zu bringen oder Gerüchte aufzuschnappen. Am Heimathafen kann man außerdem das schwer verdiente Geld einlagern mit dem Ziel, es vor Überfällen zu schützen und gleichzeitig Ruhmpunkte zu sammeln. Außerdem haben Piraten das Problem, dass durch illegale Handlungen Kopfgeld auf sie ausgesetzt werden kann.

Das Spiel besticht durch seine Vielfalt an Details. So sind die sehr filigran ausgearbeiteten Schiffe ein echter Hingucker und passen so perfekt in das realweltliche Setting der Karibik, in dem sich die Spieler bewegen. Die Würfel, die statt der 5 und 6 einen Totenkopf aufweisen, unterstreichen das Piratenflair des Spiels. Besonders hervorzuheben sind auch die zusammensteckbaren Truhen, in denen das eigene Vermögen eingelagert wird. Auch die sehr strukturiert gestalteten Kapitänsbretter helfen dem Spieler, die Übersicht über den eigenen Status zu behalten.
Auch die in der Beschreibung verfassten Regeln sind einfach gehalten und gut illustriert. Da aber die Fülle der Regeln – für Strategiespiele durchaus üblich – sehr groß ist und damit einerseits die Einarbeitungszeit andererseits die Spielzeit an sich sehr groß sind, kann es schnell passieren, dass der Spielspaß etwas darunter leidet.
Fazit
Auch wenn sich die Einarbeitungszeit für “Wenig-Spieler” sehr langwierig gestaltet und die Gefahr besteht, dass aufgrund der Komplexität manche nicht die Geduld haben werden, das Spiel auszuprobieren, so überwiegen eindeutig die Vorteile. Das Spiel zeigt eine sehr große Freude am Detail, ist gut durchdacht und bietet eine sehr große Zahl an unterschiedlichen zum Sieg führenden Strategien. Somit kommt erst gar keine Langeweile auf und jeder Spieleabend wird zu einem echten Piratenabenteuer.

- Verlag: PEGASUS SPIELE


