Praetor

0

117 n.Chr. wird Ceasar Hadrian Kaiser des Römischen Reiches. Fünf Jahre später erklärt er den Krieg gegen die Barbaren für beendet.

Um die Macht Roms weiterhin zu sichern, beauftragt er fünf seiner vertrautesten Baumeister gemeinsam einen Hadrianwall sowie eine prächtige Stadt zu errichten. Der Baumeister, der währenddessen die meiste Sympathie geerntet hat, soll zum neuen Prätor der Stadt ernannt werden.

In dem Spiel „Praetor – Zum Ruhme Roms“ schlüpfen die Spieler in die Rolle dieser Baumeister. Das erste, was bereits vor Beginn des Spiels positiv auffällt, ist, dass es eines der wenigen Aufbau-Strategie-Spiele ist, bei dem nicht nur vier Spieler mitspielen dürfen, sondern sogar bis zu fünf. Es gibt kein direktes Spielbrett, sondern eine Stadt, die kontinuierlich durch Anlegen weiterer Gebäudekarten wächst. Zusätzlich gibt es noch eine Wertungstafel, sowie für jeden Spieler eine Spielertafel.

Die einzelnen Karten und Spielelemente sind ansprechend gestaltet. Leider waren beim Auspacken nicht alle Kartonmünzen und Karten sauber gestanzt, auch bei den Würfeln gab es leider ein paar kleinere Fehler in der Produktion.

Während des Spiels müssen die Spieler ihre Rohstoffe Geld, Holz, Stein, Marmor und Waffen versuchen zu mehren und sinnvoll einsetzen, um sowohl den Bau der Stadt als auch des Walls voranzutreiben. Um dies zu tun, hat jeder Spieler Arbeiter, die Aktionen hervorrufen. Originell ist der Gedanke, dass Arbeiter einen Lebenszyklus durchlaufen. Zunächst müssen sie eine Ausbildung absolvieren. Später, während der aktiven Arbeitsphase, bekommen sie während Einsätzen in Produktionsstätten immer mehr Erfahrung, was deren Einsatz effizienter gestaltet.

Ein Arbeiter, der sehr viel eingesetzt wurde, geht dann irgendwann in Rente, womit seine Arbeitskraft und Erfahrung nur noch begrenzt zur Verfügung steht.

Nach jeder Runde müssen sowohl aktive Arbeiter als auch Rentner bezahlt werden. Und wenn man mal kein Geld hat, sinkt die Moral, was auf lange Sicht Sympathiepunkte kostet. Die Erfahrung der einzelnen Arbeiter wird dabei durch Würfelseiten gekennzeichnet. Dies hat sich während des Spiels jedoch als nicht sehr praktisch dargestellt, da man doch ab und an dazu neigt, mit den Würfeln in der Hand zu spielen, während man sie irgendwo auf die Stadt setzt. Hier wären vielleicht Tafeln mit Erfahrungswerten für jede Figur sinnvoller.

Die gebauten Gebäude bringen gleich in mehrerer Hinsicht Vorteile. Zunächst einmal bekommt man Sympathiepunkte, die zum Sieg des Spieles beitragen. Außerdem erweitert man die Stadt um Gebäude, die man selber kostenlos nutzen kann. Wenn man nämlich Gebäude anderer Spieler nutzen möchte, muss man dafür an die entsprechenden Spieler Gebühren in Form von Geld oder Rohstoffen bezahlen.

Da jedes Gebäude pro Runde nur einmal genutzt werden kann, ist es wichtig, taktisch und rechtzeitig die eigenen Arbeiter zu den entsprechenden Gebäuden zu schicken. Auch hier gibt es wieder einen netten Mechanismus, der auch schwächeren Spielern immer wieder die Möglichkeit gibt, gute Aktionen für sich zu nutzen. Dies passiert dadurch, dass die Spielzüge nicht in Sitzreihenfolge gespielt werden, sondern in Reihenfolge der aktuellen Sympathiepunkte, beginnend mit dem schwächsten Spieler.

Sympathiepunkte ziehen sich durch das ganze Spiel. An jeder Stelle kann man sie sammeln, so dass man manchmal gar nicht weiß, welche Aktion jetzt auf lange Sicht mehr bringt. Sympathie kann man beispielsweise durch den Bau weiterer Gebäude, durch die richtige Stelle und Ausrichtung der Gebäude, durch Bau an dem Wall, beim in Rente schicken von Arbeitern, durch gute Moral oder auch durch spezielle Aktionen in Bezug auf die Gebäude sammeln. Die gesammelten Punkte werden auf einer Punktetafel von 0 bis 100 angezeigt.

Leider gibt es in diesem Spiel keine Marker, die anzeigen, wie oft man die 100er Marke bereits erreicht hat. Dadurch wird es manchmal verwirrend, wer gerade führt, wenn man, wie bei unseren Testspielen, bis zu 300 Punkten erreichen kann.

Bemerkenswert ist auch, dass die Kurzanleitung für jeden Spieler die gleiche Größe hat wie die Anleitung selber, nur dass sie dann lediglich aus zwei Seiten besteht. So kompliziert sind die Regeln jedoch eigentlich gar nicht und die Kurzanleitung dient auch eher als genauere Beschreibung der verschiedenen Gebäude, wobei man bis auf den Namen die Effekte auch aus den Piktogrammen auf den Gebäuden entnehmen kann.

Insgesamt ist das Spiel ein spannendes Aufbau-Strategie-Spiel, bei dem man immer wieder taktische Entscheidungen treffen muss. Dadurch, dass jede Runde relativ unabhängig von der vorherigen ist, haben auch Spieler, die zu Beginn des Spiels schlechte Entscheidungen getroffen haben, immer noch eine Chance, im weiteren Spiel zu punkten oder zu gewinnen.

  • Verlag Heidelberger Spieleverlag

Geschrieben und gestestet von Pascal Held

Teilen

Über den Autor

Wir sind als Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik seit Juli 2011 dabei und testen im Rahmen unserer Spieleabende an der Fakultät der Infomatik in Magdeburg verschiedenste Spiele. Viel Spaß beim Durchstöbern unserer Artikel ;)

Wie bewerten Sie dieses Spiel?

VN:F [1.9.13_1145]
Bewertung: 0.0 von 5 (insgesamt 0 Bewertungen)

Kommentar schreiben