Querdenker deluxe

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Querdenker deluxe ist ein Nachfolger von Querdenker und des Spieles 20 Questions.

In diesem Spiel mit dem Untertitel “Wer, was oder wo bin ich?” soll man Personen, Dinge oder Orte “erraten”, wozu jeweils 20 Tipps auf den Karten abgedruckt sind. Nicht immer führen die Tipps direkt ans Ziel, oft ist es hilfreich, um die Ecke zu denken.

Die Schachtel des Spieles hat von außen ein hübsches Design und wirkt dadurch sehr hochwertig. Das Spielbrett ist einmal in der Mitte gefaltet und die Größe der Schachtel ist darauf angepasst. Für die restlichen Spielutensilien ist mehr als genug Platz vorhanden. Im Inneren der Schachtel sind die einzelnen Bereiche nur durch dünne Pappe getrennt, also nicht sehr stabil. Da kann es schon mal vorkommen, dass alles durch die Gegend rutscht und verstreut in der Kiste liegt.

Die Spielanleitung ist als doppelseitig bedrucktes A5-Blatt sehr kurz und verständlich gehalten und die Regeln sind gut und einfach erklärt. Jedoch muss man dazu sagen, dass es sehr viele Regeln gibt, die beachtet werden müssen und auch nach zweimaligem Spielen sitzen noch nicht alle Regeln fest verankert im Kopf. Dies war besonders bei den Regeln zur “Bonusrunde” der Fall, da deren Eintreffen leider eher eine Seltenheit ist. In einer Bonusrunde kann ein Mitspieler bis zu 5 Hinweise hintereinander anfordern, wenn er zuvor auf eines der Bonusrunder-Felder gestoßen ist.

Der Vorleser, der jede Runde wechselt, hält die geheimnisvolle Karte vom Stapel in der Hand und nennt die Kategorie, zu der der zu erratende Begriff zählt. Zur Erinnerung für die anderen Mitspieler steht diese auch groß und deutlich auf der Rückseite der Karte. Nur der Vorleser darf den darauf geschriebenen Begriff sehen.

Auf dem Spielbrett ist für jeden der 20 Hinweise ein Feld angelegt. Ist ein Mitspieler an der Reihe, nennt er eine Nummer. Der Vorleser liest den dahinter verborgenen Hinweis vor und es wird ein roter Chip auf die genannte Nummer gelegt, um zu kennzeichnen, dass dieser Hinweis bereits genannt wurde.

Es kommt auch vor, dass sich hinter einer Zahl gar kein Hinweis zur Lösung verbirgt, sondern eine Anweisung. Dies kann ein Joker sein, also dass man einige Felder weiter vorrücken kann, oder aber auch eine Niete, sodass man in dieser Runde keinen neuen Hinweis bekommt.

Insgesamt gibt es also entsprechend der Anzahl der Hinweise 20 rote Chips. Ist ein Spieler an der Reihe, weiß aber nicht mehr alle genannten Hinweise, darf er den Vorleser bitten, alle Nummern, auf denen ein roter Chip liegt, erneut vorzulesen.

Nachdem ein Tipp vorgelesen wurde, darf der Spieler seine Lösungsidee äußern. Liegt er falsch, ist der nächste Spieler an die Reihe. Ist die jedoch Antwort korrekt, darf er mit seinem Spielstein so viele Felder vorrücken, wie noch Zahlen frei sind. Der Vorleser bekommt so viele Punkte, wie Hinweise zur Lösung vorgelesen wurden, also entsprechend der Anzahl der roten Chips, die die Zahlenfelder verdecken.

Der Spieler, der als Erster das Ziel durchquert, ist Sieger.

Die 6 verschieden farbigen Spielfiguren sind sehr hübsch und bunt. Sie passen sich thematisch dem Aufbau des Spielfeldes an und sind ebenfalls als kleine Fragezeichen geformt. Zu den Figuren ist noch zusagen, dass sie scharfe Kanten durch die Prägung haben, hier sollte man also vor dem ersten Spiel noch mal genauer drüber schauen und notfalls ein bisschen den Rand abfeilen, damit sich niemand verletzt.

Was uns sehr gut gefällt, ist die große Menge und Auswahl an Karten. 288 Karten, also zu jeder der Kategorien “Wer”, “Wo” und “Was” 96 Stück, bieten auch nach mehrmaligem Spiel immer wieder neue Erkenntnisse und Überraschungen. Weiterhin sind die Karten sehr groß und lassen sich dadurch sehr gut in der Hand halten. Die Schrift könnte jedoch gerne größer sein, auf den Karten wäre noch reichlich Platz dafür gewesen.

Die gesuchten Begriffe reichen weit von der Realität bis hin zu Fabelwesen, also über einen sehr großen Bereich. Das macht es auch immer wieder sehr amüsant, wenn man wenn plötzlich die Denkrichtung ändert, weil man feststellt, dass man kein früherer Wissenschaftler sondern eine Disneyfigur sucht.

Zur Dauer des Spiels können wir so viel sagen, dass wir zu zweit nach ca. 10, spätestens 30 Minuten fertig waren, mit nur ca. 4 Karten im Extremfall. Dieses Spiel ist also eher nur dafür geeignet, um Kurzweiligkeit zu vertreiben. Für längeren Spielbedarf ist das Spielfeld zu kurz.

Die Namenswahl ist im Vergleich zum Ablauf des Spiels ein wenig streithaft, denn man rät nach der Antwort nicht “quer” sondern eigentlich sehr zielstrebig. Auch manche Hinweise sind inhaltlich leicht verwirrend. Dies trat beispielsweise mehrfach bei der Kategorie “Wo” auf: dort wurde keine einheitliche Unterscheidung zwischen “ich bin…” und beispielsweise “ich bin in …” eingehalten. Es ist auch fraglich, ob das Spiel wirklich schon für Kinder ab einem Alter von 10 Jahren geeignet ist, denn es gehört zum Teil sehr viel Wissen dazu, um die Lösung einer Karte zu finden.

  • Verlag: Univerity Games

 

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Über den Autor

Wir sind als Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik seit Juli 2011 dabei und testen im Rahmen unserer Spieleabende an der Fakultät der Infomatik in Magdeburg verschiedenste Spiele. Viel Spaß beim Durchstöbern unserer Artikel ;)

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