Willis wilde Wühlerei

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Von Marco Teubner, aus dem Hause des traditionellen Fürther Spieleverlages Noris; ab 7 Jahre.

Das Brettspiel verspricht eine saumäßig wilde Jagd auf die meisten Eicheln.

„Willis wilde Wühlerei“ ist seit 2005 auf dem Spiele-Markt. Obgleich Willi in die Jahre kommt, hat das Familienbrettspiel nichts an Reiz, besonders bei jüngeren Spielern, verloren.

Der Karton und die Teile des Spiels bestehen überwiegend aus strapazierfähiger Pappe und Holzelementen, die Dank der farbenfrohen, liebevoll und kindgerecht gestalteten Details, illustriert von Barbara Graber und grafisch umgesetzt durch Schulz & Hackner, sehr gelungen und ansprechend sind.

Etwas verwirrend sind die Hinweise zur Anzahl der Spieler:

  • Titelseite der Spielanleitung: 4-6
  • Rückseite der Spielanleitung: 2-6
  • auf dem Karton: 3-6

Das Spiel kann durchaus mit 2 Spielern gespielt werden, wobei die Aktivitäten, Aktionen oder Ereignisse dann etwas spärlicher ausfallen und sich die Sauerei in Grenzen hält.

Getestet wurde das Spiel mit 7- und 8-jährigen Kindern und deren Eltern.

Zu Beginn eines Spiels stellte in den Sechziger Jahren Robert Lembke seinem Gast in Bayrisch die Frage: „Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?“ Genau diese Frage stellt sich heute bei Willis wilder Wühlerei wieder, um zwischen:

  • rot,
  • grün,
  • blau,
  • schwarz,
  • weiß oder
  • gelb

zu entscheiden.

Die Spielanleitung ist sehr gut strukturiert und erklärt den Ablauf präzise und verständlich. Der ansprechend gestaltete Spielplan stellt den Wald dar und ist als sechsteiliges Großpuzzle gestaltet, auf dem jeweils ein Spieler mit seinem Wildschwein startet. Das Puzzle kann auf vier Teile verkleinert werden, wenn die Anzahl der Spieler unter fünf beträgt.

Durch den Wald führen Trampelpfade, deren Verlauf durch Drehscheiben verändert werden kann.

Auf den Pfaden befinden sich Leerfelder, die vor Spielbeginn mit Holzscheiben belegt werden müssen. Die Scheiben sind mit 1-3 Eicheln bedruckt, geben die Wertigkeit und sollten verdeckt gelegt werden. Im Test mit den Kindern haben wir die „offene“ Variante vorgezogen.

Die Spielkarten (Zahlenkarten und Aktionskarten) beinhalten:

  • 60 Zahlenkarten
  • 10 Joker
  • 6 Sackkarten
  • 12 Platte drehen
  • 6 Richtungswechsel
  • 6 Auf und davon
  • 2 Loch im Sack und
  • 6 Wind

Jeder der Spieler erhält 4 Spielkarten und die saumäßige wilde Jagd auf die meisten Eicheln kann beginnen.

Der Spielablauf ist denkbar einfach: Wer am Zug ist, spielt eine Karte aus und führt die darauf angegebene Anweisung (Bewegung oder Aktion) aus. Die Karten für die Bewegungskarten ermöglichen Züge zwischen 1 und 6 Schritten, der Joker gestattet die freie Wahl. Setzt man das Wildschwein mit dem letzten Schritt auf ein Feld mit Eicheln, sammelt es diese auf. Der Spieler zieht abschließend 2 Karten, von denen nur 1 behalten werden darf. Dann ist der nächste Spieler am Zug.

Die Wildschweine dürfen nur in eine Richtung laufen. Ein „Kehrt“ wird nur zur Pflicht für alle, wenn „Richtungswechsel“ ausgespielt wird.

Die eingesammelten Eicheln sind erst dann in Sicherheit, wenn das Wildschwein wieder auf seiner eigenen Wiese angelangt ist.

Wird man von einem anderen Wildschwein überholt, verliert man die Hälfte der Eicheln an den anderen Spieler. Das kann einem auch widerfahren, wenn ein Mitspieler die Karte „Loch im Sack“ ausspielt, die dazu berechtigt, irgendeinem die Hälfte der Eicheln abzunehmen.

Willis Wilde Wühlerei von Marco Teubner ist ein gelungenes Familienbrettspiel mit einer guten Ausstattung, hervorragender Gestaltung und ist für Familien mit jüngeren Kindern empfehlenswert.

Angaben

  • Verlag: Noris
  • Spieleinteilung: Familienspiel
  • Schwierigkeitsgrad: 2 (leicht spielbar)
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Über den Autor

Redakteur für Kinder-, Lernspiele und Experimentierkästen. Eltern über Lernspiele oder Experimentierkästen zu informieren ist wichtig, weil man bei dieser riesigen Auswahl schon einmal das falsche kaufen kann.

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