Digitales Wimmelbild – Hidden Folks im Test

Analog ist out. Das dachten sich wahrscheinlich auch die Entwickler von Hidden Folks. Denn was sie hier erschaffen haben ist die digitale Version eines Wimmelbilder-Buches. Wie dieses alte Konzept in die Moderne übertragen wurde, zeigt unser Test.

HiddenFolks | Bildschirmaufnahme

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Kreative Doodles mit Pfiff

Der Grafikstil von Hidden Folks ist minimalistisch. Nur wenige Pixel große schwarzweiß-Zeichnungen werden zusammengesetzt und ergeben kleine bis gigantische Spielplätze für Adleraugen. Im Gegensatz zum analogen Suchbild zeigt das digitale Suchbild sein Leben durch ständige kleine Bewegungen.

Am unteren Rand des Bildschirms werden alle Suchziele angegeben. Auf Bedarf kann man sich jederzeit oder auch erst nach minutenlanger verzweifelter Suche Hinweise zum Aufenthaltsort des Objekts geben lassen. Diese sind zumeist verschlüsselt. Zu leicht wollen es uns die Entwickler nicht machen.

HiddenFolks | Bildschirmaufnahme

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Sounds in Eigenproduktion

Die soundtechnische Untermalung des Spiels geschah offensichtlich in Eigenregie. Und dies ist wörtlich zu nehmen. Hier wurden sämtliche Objekte mit selbst aufgenommenen Geräuschen vertont. Die Kuh macht „Muh“, das Krokodil „Roahr“. Menschen in Not rufen „Help“ um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Viele Geräusche unterstützen unsere Orientierung und geben die Inhalte sinnvoll wieder. Insgesamt eine sehr witzige Idee. Bei längeren Sessions, können die sich wiederholenden Effekte aber etwas auf die Nerven gehen.

HiddenFolks | Bildschirmaufnahme

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Vom Wald in die Wüste

Das Spiel unterteilt sich in derzeit vier Regionen. Diese werden jeweils in bis zu 5 Suchbildern zum Leben erweckt. Wir beginnen unsere Reise im Dschungel, Affen und Bananen inklusive. Spielerisch lernen wir die Interaktionsmöglichkeiten einer jeden Region in kleineren Suchbildern. Nachdem wir den Großteil der Objekte gefunden haben, können wir unsere Reise fortsetzen und das nächste Bild erkunden.

Jedes Bild strotzt dabei nur so vor Details. Überall tummeln sich die kleinen Bewohner der Doodle-Welt und tollen herum. An jeder Ecke bewegt sich etwas. Selbst nach 30 Minuten angestrengter Suche finden wir immer wieder neue Elemente. Zumeist verbergen sich hinter Zeltplanen und Baumkronen weitere kleine Details. Nicht selten auch eines unserer Zielobjekte.

HiddenFolks | Bildschirmaufnahme

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Beep Bop Beep – die Großstadt kommt

Neben den eher ländlichen Motiven, wie Wald, Dschungel und Ödnis, verschlägt es unseren Hauptcharakter auch in die Großstadt und in allerlei Fabriken. Letztere wurden erst kürzlich per Patch nachgeliefert und überzeugen durch einen größeren Anteil dynamischer Ereignisse.

Hebel, Schalter und Kisten erweitern das Wimmelbild Konzept. Im Gegensatz zur analogen Buchversion können wir hier mit der Umgebung interagieren und sie verändern. Hinter vielen beweglichen Objekten verstecken sich weitere Suchziele. Eine positive Entwicklung zum bereits sehr guten Grundspiel zeichnet sich ab. Weitere Patches sollen nachgeliefert werden.

HiddenFolks | Bildschirmaufnahme

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Fazit

Hidden Folks ist ein Paradebeispiel eines Indie-Spiels. Mit wenig Rechenleistung und ohne effektvolle Programmierung wird eine hervorragende Spielidee mit sehr viel Liebe zum Detail und aufwendiger Kleinarbeit umgesetzt. Es wird einen nicht stundenlang in Folge fesseln, schon allein weil man sich nicht so lange auf die kleinen Objekte konzentrieren kann, aber Hidden Folks versteht es, einem die Zeit kurzweilig zu gestalten. Es bereitet sehr viel Spaß die Regionen zu erkunden und dabei immer wieder neue versteckte Objekte zu entdecken. Und wie groß ist erst die Freude, wenn man endlich das letzte Objekt von der Liste gefunden hat.


Hidden Folks im Überblick

  • Entwickler: Adriaan de Jongh , Sylvain Tegroeg  
  • Spielzeit: 3-5 Stunden
  • Plattform: PC (Steam)
  • Altesempfehlungr: ab 3 Jahren (auf Empfehlung der Redaktion)
  • Spieleranzahl: Singleplayer
  • Kategorie:
    • Wimmelbildspiel
  • Bildquelle: Alexander Dockhorn, Tina Braun
  • Lektor: Alexander Dockhorn, Tina Braun

Test und Besprechung von Tina Braun und Alexander Dockhorn

Bewertung

8.8 Bewertung

Hidden Folks ist ein Paradebeispiel eines Indie-Spiels. Mit wenig Rechenleistung und ohne effektvolle Programmierung wird eine hervorragende Spielidee mit sehr viel Liebe zum Detail und aufwendiger Kleinarbeit umgesetzt. Es wird einen nicht stundenlang in Folge fesseln, schon allein weil man sich nicht so lange auf die kleinen Objekte konzentrieren kann, aber Hidden Folks versteht es, einem die Zeit kurzweilig zu gestalten. Es bereitet sehr viel Spaß die Regionen zu erkunden und dabei immer wieder neue versteckte Objekte zu entdecken. Und wie groß ist erst die Freude, wenn man endlich das letzte Objekt von der Liste gefunden hat.

  • Grafik 10/10
  • Sound 8/10
  • Balance 8/10
  • Atmosphäre 9/10
  • Bedienung 9/10
  • Spielidee 9/10

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