Kurz vor dem Wahnsinn – Darkest Dungeon im Test

Als frisch gebackener Erbe freuen wir uns auf den Besuch unseres neuen Anwesens, doch bereits der Weg dorthin verheißt nichts Gutes. Räuber und Banditen treiben ihr Unwesen. Da unsere Kutsche in sich zusammenbricht, müssen wir die letzten Meter zu Fuß bestreiten und schon greift die Panik um sich. Mit Müh und Not retten wir uns auf unser Anwesen und es schon bald beginnt unsere Reise durch die dunkelsten Regionen dieses Landes.

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Eine Reise beginnt

Für die anstehenden Missionen stellen wir uns jeweils eine Gruppe aus bis zu vier Helden zusammen. Nahrung, Weihwasser, Schlüssel, Schaufeln und Medizin sind nur einige nützliche Gegenstände die unser Gepäck füllen. Abwechselnd erkunden wir mit langsamen Schritten die Region und wählen Etappenweise unser nächstes Erkundungsziel aus.

Stets laufen wir in Gefahr angegriffen zu werden. Werden wir in einen Kampf gezwungen, steht unsere Heldenriege in Viererformation dem Feind gegenüber. Angriffe sind auf ihre Start- und Zielposition limitiert. Schwertkämpfer sollten daher in vorderster Reihe stehen, wohingegen Heiler und Magier uns den Rücken decken. Mit jeder Attacke wählen wir das Angriffsziel aus. Doch auch hier zählt dir Formation der Gegner. Zwar können Fernkampfattacken oft auch die hinteren Reihen der Feinde zermürben, doch müssen sich unsere Nahkämpfer mit Säbel uns Schwert erst eine Schneise durch die gegnerische Verteidigung bahnen.

Und so treibt uns der stetige Wechsel zwischen Erkundung und Kampf weiter voran. Jedoch birgt nicht der direkte Zweikampf seine Gefahren, denn auch versteckte Fallen und scheußliche Abnormitäten drücken auf das Gemüt unserer Heldenriege. Nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit wird zur kostbaren Ressource in den Tiefen eines Verlieses.

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Wenn das Licht erlischt

Mit reichlich Fackeln geht es immer tiefer hinab in die dunklen Kerker. Ihr wärmendes Licht vertreibt die Angst und schützt uns vor überraschenden feindlichen Übergriffen. Doch je tiefer wir kommen, desto mehr geht unser Vorrat an Fackeln zur Neige und mit der steigenden Dunkelheit beginnt auch die Angst uns erneut zu ergreifen. Zunehmend werden wir aus dem dunklen attackiert, unser Trupp löst ausversehen Fallen aus und das Stresslevel unserer Helden beginnt zu steigen.

Steigt der Stress unserer Helden zu sehr an, besteht die Gefahr eines mentalen Kollapses. Hoffnungslosigkeit und Ängste treiben fortan um sich und können zu irrationalen Verhalten unserer Heldenriege führen. So geschah es, dass einer unserer Recken aus Masochismus die gut geschützten hinteren Reihen verlies und sich an vorderster Position in den Kampf stürzte. Sein baldiges ableben war die logische Konsequenz dieser fehlgeleiteten Entscheidung.

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Tod und Neuanfang

Vermeiden können wir Ausbrüche dieser Art nicht. Jeder Gang und jeder Kampf bieten neue Gefahren, welche einzelne Helden oder unser ganzes Team in wenigen Runden auslöschen können. Die stetige Wiederholung von Dungeon-Missionen mit einer neuen Helden-Gruppe ist die Folge. Dabei versuchen wir nicht nur ein vielseitiges und kompetentes Team zusammenzustellen, sondern auch die Gebäude unseres Anwesens zu verbessern, um uns dauerhafte Vorteile zu sichern.

Nach den Missionen können wir auf unserem Anwesen nicht nur die geistige Gesundheit unserer Helden verbessern, sondern auch weitere Helden anwerben, trainieren oder von ihren psychischen Leiden befreien. So sammeln wir neue Kraft in unseren Kampfpausen, um uns frischen Mutes in den nächsten Kerker zu stürzen.

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Düstere Gestalten

Besonders hervorzuheben ist der kantige und comic-hafte Grafikstil, welcher durch seine zahlreichen düsteren Charaktere stets das Gefühl der Hoffnungslosigkeit verstärkt. Zwar werden viele Effekte nur durch in Szene gesetzte Standbilder dargestellt, doch reichen diese um Blutungen, Fallen oder Glücksereignisse glaubhaft darzustellen.

Das Gegnerdesign ist eine Sternstunde moderner RPG-Spiele. Neben Standardgegnern wie Skeletten, Kultisten und Spinnen machen uns verstörende Vogelwesen, übergroße Geschwüre und verkommene Sirenen das Leben schwer. Jede Region birgt hierbei ihre eigenen Gefahren.

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Ein Spiel entwickelt sich weiter

Seit dem Release von Darkest Dungeon hat sich einiges getan. Erst kürzlich gelang es den Entwicklern den lang erwartete Steam Workshop Support zu ergänzen, welcher es Spielern ermöglicht, Mods zu installieren und teilen. So können wir bequem neue Charaktere hinzufügen, Anpassungen an der Balance vornehmen oder das Spiel durch weitere Dungeons erweitern.

In vorherigen Updates wurden bereits weitere Schwierigkeitsoptionen wie bspw. „Radiant“, für eine schnellere Runde, hinzugefügt. Dies geschah unter anderem in Vorbereitung auf den kommenden DLC „The Crimson Court“, welcher weitere Klassen und eine erweiterte Geschichte liefert. Mehr Informationen konnten den Entwicklern von Darkest Dungeon leider noch nicht entlockt werden, doch ist der Release bereits im April zu erwarten.

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Fazit

Darkest Dungeon überzeugt mit seinem düsteren Setting und der kreativen Verwaltung der dahinsiechenden Heldenriege. Hoffnungslosigkeit und Stress dominieren das Spielgeschehen und setzen so neue Akzente. Wer genug Mut hat, um sich der Dunkelheit zu stellen, wird in Darkest Dungeon ein strategisch anspruchsvolles Spiel finden, welches mit über 50 Stunden Spielzeit dauerhaft motivieren kann. Wir freuen uns schon jetzt auf vielfältige Mods und das kommende DLC-Paket, welches uns hoffentlich mit vielseitigen neuen Scheusalen an den Rand des Wahnsinns treiben wird.


Darkest Dungeon im Überblick

  • Entwickler-Studio: Red Hook Studios
  • Publisher: Red Hook Studios
  • Spielzeit: 50-100 Stunden
  • Plattform: PC (Steam)
  • Alter: ab 16 Jahren (Empfehlung der Redaktion)
  • Spieleranzahl: Einzelspieler
  • Kategorie:
    • Strategie
    • Ressourcenmanagement
  • Bildquelle: Alexander Dockhorn
  • Lektor: Friedrich Lüder

Test und Besprechung von Alexander Dockhorn

Darkest Dungeon | Bildschirmaufnahme

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Bewertung

8.3 Awesome

Darkest Dungeon überzeugt mit seinem düsteren Setting und der kreativen Verwaltung der dahinsiechenden Heldenriege. Hoffnungslosigkeit und Stress dominieren das Spielgeschehen und setzen so neue Akzente. Wer genug Mut hat, um sich der Dunkelheit zu stellen, wird in Darkest Dungeon ein strategisch anspruchsvolles Spiel finden, welches mit über 50 Stunden Spielzeit dauerhaft motivieren kann. Wir freuen uns schon jetzt auf vielfältige Mods und das kommende DLC-Paket, welches uns hoffentlich mit vielseitigen neuen Scheusalen an den Rand des Wahnsinns treiben wird.

  • Grafik 9/10
  • Sound 8/10
  • Balance 6/10
  • Atmosphäre 10/10
  • Bedienung 8/10
  • Spielidee 9/10

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