Mythos

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Dunkle Dungeons, miese Monster und mittendrin ein richtig heroischer Held – die Grundidee von „Mythos“ ist bereits in der Vergangenheit sehr erfolgreich gewesen: Der Gegner bekommt eins auf die Mütze und anschließend sammelt man das ein, was von diesem übriggeblieben ist. Aber ob das Altbewährte auch neue Anhänger finden kann, immerhin gibt es zahlreiche andere Spiele, die nach ähnlichem Prinzip funktionieren – die Konkurrenz ist groß!

Für Onlinespiele hatte ich immer eine gewisse Schwäche, insbesondere deshalb weil der Kampf aber auch die Zusammenarbeit mit Avataren, hinter denen reale Menschen stehen, deutlich schwieriger ist als irgendwelche computergenerierten Mitstreiter/Widersacher. Das, was mich bisher von derlei Spielen abgeschreckt hat, war nicht die Spielidee sondern der finanzielle Aspekt. Entweder man zahlt einen monatlichen Beitrag oder man benötigt irgendwelche Gegenstände im Spiel, die nur durch Zukauf (und somit durch den Einsatz von realem Geld) zu haben sind. Bisher waren die Spielkritiken überaus positiv, denn in diesem Spiel kommt das zweite Bezahlmodell zum Einsatz – angeblich allzu sehr Einfluss auf das Spielgeschehen zu nehmen.

Nach den ersten paar Minuten Spiel war ich sehr positiv überrascht, das, was dem Spieler versprochen wurde, konnte vollumfänglich erfüllt werden: Der Spieler gestaltet sich einen Avatar und mit diesem zieht er aus in die große weite Welt. Dort lauern nicht nur viel Spielspaß sondern auch ziemlich gemeine Gegner, denen man ordentlich eins auf die Mütze geben muss. Die Spielsteuerung ist – zumindest was die Basisbedienung angeht – intuitiv handhabbar. Mit den Pfeiltasten wird gesteuert, mit den Maustasten gekämpft (und der Gegner zu Tode geklickt). Daneben gibt es noch diverse Menüpunkte, die man per Tastatur aufrufen kann, wie zum Beispiel das Inventar u. Ä. „Mythos“ unterscheidet sich in der Hinsicht kaum von der Konkurrenz, was den meisten Spielern zugutekommen dürfte.

Auch das Spieldesign unterscheidet sich in seinen wesentlichen Zügen nicht von anderen Spielen des Genres: Gegenstände lassen sich aufrüsten, die eigenen Fähigkeiten müssen trainiert werden, man kann sich Gruppen anschließen oder gegen Mitspieler antreten. Und natürlich kann man sich auch im Itemshop den einen oder anderen Gegenstand kaufen, der einem Vorteile bringen kann – gegen Bares versteht sich. Allerdings ist das Spiel sehr gut ausbalanciert, man muss nicht Geld einsetzen, um Spaß im Spiel zu haben oder erfolgreich zu sein. Die Items sind zwar ganz schön und erleichtern das Leben, sind aber kein Muss – das unterscheidet „Mythos“ auch von etlichen Konkurrenzprodukten. Nichts ist schlimmer als ein Spiel, wo „kostenlos“ draufsteht aber weitere Investitionen faktisch überlebensnotwendig für dauerhaften Spielspaß sind.

Ein weiterer Pluspunkt von „Mythos“ ist die niedliche Gestaltung von Spielwelt und Figuren. Ein wenig erinnert das Ganze an ein Manga-Comic, was das ganze Kampfgeschehen auflockert und für „freundliche“ Atmosphäre sorgt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Spiel ab 12 Jahren freigegeben ist. Auch sind die verschiedenen Locations sehr abwechslungsreich ausgestaltet worden, so dass ein dröges Einerlei erst gar nicht entstehen kann.

Der wichtigste Aspekt, der für dieses Spiel spricht, ist die Möglichkeit, sich in Gruppen zusammenzuschließen und gemeinsam Abenteuer zu bestehen und Gefahren zu trotzen. Zwar ist es gleichwohl möglich, sich den Unwegsamkeiten der Spielwelt allein zu stellen, aber zusammen mit anderen macht das Ganze noch mehr Spaß. Negativ fielen uns insbesondere zwei Dinge auf: Erstens ist die Grafik zwar niedlich aber an einigen Stellen doch etwas grobschlächtig, zweitens gleicht die eine Mission der anderen.

Im Großen und Ganzen jedoch kommen wir zu einem sehr positiven Ergebnis: Dafür, dass der Spieler nichts zahlt, wird im hier einiges geboten. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten wird hier ein Spiel der oberen Mittelklasse geboten und das auch noch für lau! Fans der Diabolo-Reihe sollten sich das Spiel jedenfalls einmal ansehen, es kostet schließlich nichts. Aber auch der Rest sollte einmal einen Blick riskieren!

„Mythos“ ist bei Frogster erschienen und sowohl im Handel (als Box-Version) erhältlich, als auch kostenlos im Internet downloadbar. Freigegeben ist das Spiel ab 12 Jahren, aus unserer Sicht eine optimale Altersangabe, der wir nichts hinzuzufügen haben.

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Über den Autor

Redakteur für Computerspiele und DVDs. Seit über zwei Jahren werden vor allem Computerspiele von mir auf Herz und Nieren getestet.

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