Police 2: Recht und Ordnung
veröffentlicht in: Computerspieleam 27.03.2012
Serien wie “Alarm für Cobra 11″ oder die zahlreichen “CSI”-Ableger erfreuen sich ungebremster Beliebtheit, an der Popularität des Genres ist nicht zu rütteln. “Police 2: Recht und Ordnung” verspricht, dieser Nachfrage gerecht zu werden. Mit einer Kombination aus Echtzeit-Strategie und Simulation soll der User an die Mattscheibe gefesselt werden. Ob das gelingt?
Inhalt
Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Polizeichefs: Es gilt, Streifen zu organisieren, Einsätze zu planen und natürlich auch – bei Notfällen – möglichst schnell vor Ort zu sein. Auch die Aufklärung der vorgefundenen Verbrechen ist ein wesentliches Thema, hier wird nicht nur passendes Handwerkszeug benötigt sondern auch Kollegen mit entsprechenden Qualitäten. Durch die Erfahrungslevel der einzelnen Mitarbeiter und modernere Gerätschaften lässt sich der Erfolg steuern, die Fähigkeit zur Planung und Organisation ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor.
Kritik
Was zunächst einmal nach ordentlichen Ansätzen und einer ambitionierten Qualitätssteigerung gegenüber dem Vorgängerspiel klingt, entpuppte sich stellenweise als ziemlich unausgereift. Vom Grundprinzip her ist das Spiel sehr gut gelungen, nur der Umsetzung fehlt es an Feintuning. Vor allem sind es viele Kleinigkeiten, die dem Spieler ordentlich zusetzen. Die Schwächen fangen bei der teilweise ziemlich benutzerunfreundlichen Steuerung an und ziehen sich hin bis zur altbackenen Grafik, von der mäßig handhabbaren Einsatzplanung mal ganz abgesehen.

Das Spiel bietet einige sehr ordentliche Ansätze: Nicht nur der Zeitpunkt, wann wer für was eingeteilt wird, kann durch den Spieler festgesetzt werden. Auch der Einsatzort (von Personenkontrollen bspw.) oder die Route des Streifenwagens wird durch den Spieler bestimmt. Es gibt unterschiedliche Ränge und Polizeiberufszweige, ebenso sind auch das Sammeln von Erfahrungswerten und das Aufrüsten des Equipments zur Verbrechensbekämpfung möglich. Darüber hinaus wurden die Tutorials sehr ordentlich umgesetzt.
Das ändert jedoch erst einmal nichts daran, dass ein Police-Neuling zu Beginn ein wenig mit der Steuerung hadern wird – eine rein intuitive Benutzung wird jedenfalls nicht geboten. Auch wäre es sinnvoll gewesen, die unterschiedlichen Polizisten mit verschiedenen Charaktereigenschaften zu versehen. Die Kollegen bleiben stets austauschbar, eine Bindung zum eigenen Revier sowie eine gesteigerte Identifikation mit dem Spiel (und den eigenen Fortschritten) werden auf diesem Wege unnötig erschwert.

Abgesehen davon sind die Auswirkungen von neuer Ausrüstung und erfahreneren Polizisten vergleichsweise gering. Sinnvoll wäre es gewesen, die eigene Mannschaft auch einmal an genialen Verbrechergenies scheitern zu lassen und nicht nur eine zeitliche Verzögerung durch Unerfahrenheit und fehlendem Equipment einzubauen.
Fazit
Das Spiel ist zwar nicht so schlecht, wie es von einigen Kritikern beschrien wurde, jedoch sind die Mängel offenkundig. Hier hätte die eine oder andere Stellschraube nachgezogen werden müssen, dann wäre das Ergebnis mehr als gut gewesen.

Leider hat der veröffentlichte Patch nur einen Teil der Probleme gelöst, auf die hier geschilderten Mängel hatte er jedenfalls kaum Auswirkungen. Kurzum: Die von den Entwicklern abgelieferte Leistung ist zwar – im Großen und Ganzen – in Ordnung, aus der grauen Masse des PC-Spielmarktes ragt “Police 2: Recht und Ordnung” jedoch nicht heraus.

Das Spiel ist bei rondomedia erschienen und für knapp 20€ im Handel erhältlich. Geeignet ist “Police 2: Recht und Ordnung”, vor allem im Hinblick auf die zum Teil recht schwierige Handhabung – ab einem Alter von ca. 12-13 Jahren.


