Skigebiet Simulator 2012
veröffentlicht in: Computerspieleam 22.01.2012
Der Winter lässt auf sich warten, erst in den vergangenen Tagen kam stückchenweise etwas von dem heißersehnten, kalten Nass herunter. Insbesondere für die Regionen, die vom Skitourismus abhängig sind, sind derartig milde Winter eine Katastrophe. Wer sich einmal grundsätzlich mit dem ökonomischen Mikrokosmos “Skiregion” auseinandersetzen möchte, kann sich am “Skigebiet Simulator 2012″ probieren. Wir haben einen Blick riskiert…
… und sind, das schon einmal vorab, leider ein wenig enttäuscht worden. Zuerst aber einmal etwas zum Inhalt des Spiels: Der Nutzer schlüpft in die Rolle eines Managers einer ganzen Skiregion: Wie bei anderen Wirtschaftsimulatoren dürfen Unmengen an Geld investiert werden um eine “No Name”-Region in ein angesagtes Touristenhighlight zu verwandeln. Dafür müssen natürlich nicht nur gewaltige Kontobewegungen bewältigt, sondern vor allem Schneemassen gehändelt und Touristenströme gelenkt werden. Dafür gilt es, entsprechende Geräte zu kaufen und die infrastrukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen. Kurzum: Der Käufer erwirbt mit diesem Spiel eher eine Wirtschaftssimulation mit einem winterlich-alpinen Einschlag.
Grundsätzlich ist die Spielidee ganz interessant. Es gibt eine Vielzahl an Wirtschaftssimulationsspielen, im Bereich Wintertourismus sieht es jedoch eher mau aus. Lediglich das Konkurrenzprodukt “Skiregion-Simulator 2012″ darf hier als Referenzpunkt herhalten und dieser schnitt in vergleichbaren Tests eher mäßig ab. Insofern hatte der hier vorliegende Simulator alle Möglichkeiten, eine Marktnische vollumfänglich auszufüllen. Gelungen ist das nicht, fragt sich nur, warum…
Ein wesentlicher Kritikpunkt bei diesem Simulator sind das fehlende Feintuning und die ökonomische Balance. Normalerweise sind Wirtschaftssimulatoren so ausgerichtet, dass das Erwirtschaften von großen Gewinnen möglich, aber – je nach Schwierigkeitsgrad – beschwerlich ist. Darin liegt im Großen und Ganzen auch der Reiz des Spiels. Ist die Hürde für wirtschaftlichen Erfolg zu hoch, steigt die Frustration des Spielers und das Spiel landet in der Ecke.
Ist es zu einfach, verliert der Spieler auch hier sehr schnell die Lust. Bereits hier gibt es ernste Probleme: Einmal die “richtige” Infrastruktur erkannt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die eigenen Gewinne “durch die Decke schießen”. Und ganz ehrlich: Wer will so was? Nicht nur, dass unter dieser fehlenden Dynamik die Authentizität leidet und das Ganze unrealistisch wirkt, sondern auch jedweder Antrieb, sich das Spiel über einen längeren Zeitraum anzutun, geht dadurch flöten.

Wer sich allerdings weniger für den Wirtschaftsteil des Spiels interessiert, den wird diese Kritik kaum stören. Tatsächlich bietet das Spiel eine ungewöhnlich gute Grafik, die zumindest im Vergleich zur Simulatoren-Konkurrenz, sehr gut abschneidet und sich wirklich sehen lassen kann. Wer sich insbesondere für den “handwerklichen Aspekt” der Skigebietsverwaltung interessiert, wozu zum Beispiel das Räumen von Zufahrtsstraßen und Ähnliches gehört, der kann mit diesem Spiel durchaus glücklich werden.
Fazit
Den Skigebiet Simulator 2012 vorrangig als Wirtschaftssimulation betrachtend, bleibt uns nur zu raten: Finger weg! Wer diesen Aspekt aber als eher nebensächliches Gimmick sieht und seinen Spaß aus praktischen Tätigkeiten in dieser winterlichen Spielwelt zieht, der ist mit der Software durchaus gut bedient.
Erschienen ist der Skigebiet Simulator bei UIG Entertainment, für einen Preis von knapp 20€ ist er im Handel erhältlich. Voraussetzung für den Spielgenuss ist erstens, dass der Nutzer tatsächlich Spaß und Lust auf die winterliche “Verwaltungsarbeit” hat. Zweitens sollte der User nicht unter 14 Jahre alt sein, für Jüngere dürfte das Thema des Spiels eher langweilig sein, ein Kauf ist daher eher nicht zu empfehlen.


