Evolution als Spiel – Niche im Early Access Test

Träumst du schon immer davon ein Rudel zu leiten, aber dein Vermieter/deine Mama/dein Partner verbietet es? Seit du in der Schule von Mendels Vererbungsexperimenten gehört hast, wolltest du das eigentlich schon immer mal selbst an deinen Haustieren ausprobieren, aber es dauerte dir einfach zu lange? Oder suchst du schon seit langem eine Möglichkeit deine Überlebenskünste zu beweisen? Dann entwickelt Stray Fawn Studio derzeit das perfekte Spiel für dich: Niche! Wir konnten einen ersten Blick auf das sich derzeit im Early Access befindende Spiel werfen.


Die Schöpfung

Alles startet ganz klassisch: mit Adam und Eva. Die beiden befinden sich jedoch nicht im Paradies, sondern auf einer Insel. Im Gegensatz zum biblischen Paar sind unsere Adam und Eva Tiere. Die Aufgabe, die einem nun gestellt wird, lässt sich sehr einfach formulieren: überlebe. Die Umsetzung dieser Aufgabe ist dann jedoch ganz und gar nicht mehr so einfach.

Niche | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Anpassung und Überlebensdrang

Das Spielprinzip ähnelt einem rundenbasierten Brettspiel. Jedes erwachsene Tier kann pro Tag 3 Aktivitäten durchführen, also zum Beispiel Nahrung sammeln, sich fortbewegen oder sich paaren. Für welche konkrete Handlung man sich entscheidet, kann (und sollte!) man sich ganz in Ruhe überlegen. Haben wir alle möglichen Handlungen aufgebraucht, schließen wir den Tag ab und starten in den nächsten. Nun sind unsere Schutzbefohlenen einen Tag näher an ihrem altersbedingten Tod. Wir sollten die Zwischenzeit also gut nutzen.

Wie schaffen wir es nun zu überleben? Ein erster Schritt ist die Nahrungssuche. Dabei gibt es diverse Optionen, von Fischfang, über Nüsse bis Hasenjagd. Welche zur Verfügung stehen, hängt natürlich von deiner Umgebung, aber auch von den Fähigkeiten deiner Tiere ab. Ohne geschickte Finger können wir keine Nüsse knacken, ohne Klauen keine Fische fangen. Und damit sind wir beim Kern des Spiels: der Genetik. Alles, was unsere Tiere können, hängt von ihren Genen ab. Unser Tier hat ein dominantes Gen für gute Augen? Super, dann haben wir einen Späher. Fehlt das Gen für die Anlage von Augen komplett? Ohje, dann haben wir ein blindes Rudelmitglied. Alle Merkmale deiner Tiere, vom Schwanz bis zu den Ohren, wird durch ihre Gene bestimmt.

Die Fähigkeiten unserer Tiere bedingt auch, wie wir die Insel wahrnehmen. Es gibt die Möglichkeit zwischen drei verschiedenen Ansichten zu wechseln: sehen, hören und riechen. Du magst den Beerenstrauch noch nicht sehen, da er im hohen Gras versteck ist, aber deine Schnüffelnase kann ihn erriechen. Oder dein Rudelmitglied mit den Dumbo-ähnlichen Ohren hört bereits den Hasen im Unterholz.

Niche | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Familienplanung mal anders

Da unsere Tiere wie erwähnt nicht unendlich leben, müssen wir sie fortpflanzen. Nachwuchs wird geboren, wenn sich ein Männchen mit einem Weibchen paart und das Weibchen die Nacht auf einem Nest verbringt. Schließlich möchte das Baby es ja bequem haben. Ein Nest kann man entweder auf seiner Insel finden, oder durch einsammeln von Baumaterial selber bauen. Die entscheidende Frage lautet nun: wen paaren wir? Zum Beginn ist die Antwort sehr leicht: Adam mit Eva. Aber wenn Adam und Eva sich langsam dem hohen Alter nähern und Tick, Trick, Track und ihre Schwester Nicky gezeugt haben, wie geht es dann weiter? Inzucht führt schließlich häufiger zu Krankheit (ja, auch dafür gibt es Gene).

Zum Glück stellt sich heraus, dass wir nicht die einzigen Bewohner der Insel sind. Immer wieder treffen wir auf wilde Artgenossen, die wir entweder in unser Rudel aufnehmen können – wenn sie auf ihren kräftigen Beinen auf uns zu stolzieren und uns mit ihrem mächtigen Geweih beeindrucken; oder eben auch nicht  – wenn sie blind auf nur 3 Pfoten dahergestolpert kommen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Nur weil du der Meinung bist, dass dein Weibchen sich nicht mit dem dahergelaufenen Streuner paaren soll, muss er das noch lange nicht so sehen. Schließlich wollen alle ihre Gene weitergeben.

Es gilt also, die Mitglieder des eigenen Rudels unter Berücksichtigung ihrer Gene sinnvoll zu paaren. Dafür passen wir uns an unsere Umgebung an. Hier gibt es Sträucher? Dann sollten alle Nachkommen Beeren sammeln können. Es ist kalt hier? Dann sollten wir große Körper haben um besser isoliert zu sein. Das ermöglicht es uns dann einen guten Futtervorrat anzulegen, die Insel zu erkunden und unser Rudel zu erhalten. Irgendwann freust du dich, weil mehr Nahrung gesammelt wird, als dein Rudel aufbraucht und du ganz gezielt weiterzüchten kannst. Aber in der Natur herrscht selten Ruhestand. Auf einmal steht da ein riesiges Raubtier inmitten deines Rudels und hat eine so dicke Haut, dass deine Beerensammler ihn nicht mal kratzen können. Jetzt macht er Jagd auf deine Tiere und du solltest dir schnell eine neue Strategie einfallen lassen.

Niche | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Bis das der Tod uns scheidet

Alle Tiere werden mit einer festen Lebenserwartung geboren. Für jeden Krankheitstag werden von dieser Lebenszeit Tage abgezogen. Gleiches gilt für Angriffe von Raubtieren. Jeder Kratzer nimmt dir Tage von deinem Lebenskonto. Wenn du hinterher noch eine Weile Blut verlierst, verlierst du auch gleich noch mehr Tage. Ist das Konto aufgebraucht, egal ob dadurch, dass die Tage gelebt wurden, oder dass deine Gesundheit gelitten hat, stirbt dein Tier und die nächste Generation ist am Zug.

Dein Rudel bekommt durch die Natur immer wieder neue Herausforderungen gestellt. Fleischfressende Pflanzen, Klimawechsel oder eben große Raubtiere. Immer wieder muss man die Nische für das eigene Rudel finden. Und wenn man doch irgendwann die ganze eigene Insel erobert hat, dann kann sich das Rudel aufmachen zu neuen Ufern und neuen Welten. Wie gut macht sich dein Wüstenvolk in den Tropen? Was machen deine im Dschungel gut getarnten Schleicher in der Eiswüste? Du solltest es besser schnell herausfinden, sonst wird dein Rudel nicht lange überleben.

Niche | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Wie sich Niche weiterentwickelt

Die Entwickler sind weiterhin fleißig dabei das Spiel zu entwickeln. Immer mehr Gene werden eingefügt (wie zum Beispiel Albinismus), neue Regionen ergänzt (zum Beispiel eine Schneewüste) und die Inseln werden immer belebter, sowohl von Kreaturen die unter als auch über deinem Rudel in der Nahrungskette stehen halten Einzug. Man darf gespannt sein, wie das endgültige Werk aussehen wird und welche (gefühlt) grenzenlosen Möglichkeiten es bietet.

Niche | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Fazit

Niche bietet die einmalige Gelegenheit die Wirkweise von Genen konkret und unmittelbar zu beobachten. Dabei ist es in keiner Weise belehrend, man lernt ganz von allein auf die konkreten Gene zu achten wenn jede Runde der Nachwuchs schnieft weil er zweimal das gleiche Immunitäts-Gen bekommen hat. Niche weckt den Erkundungstrieb durch sehr schön anzusehende Landschaft. Die Tiere sind liebevoll gestaltet und zeigen anschaulich, wie sich Veranlagungen auf den Körper auswirken. Durch die Gefahren der Natur wird es nie eintönig und Ortswechsel sorgen für zusätzliche Herausforderungen. Noch ist das Spiel in der Entwicklung und es bleibt spannend, wo es am Ende hingeht. Falls du die Grundidee des Spiels so toll findest wie wir, bieten die Entwickler einen Early Access. Dabei hast du dann auch die Gelegenheit die Zukunft des Spielst mit zu lenken. Vorschläge und Hinweise von Spielern werden von den Entwicklern hoch geschätzt.

Niche | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Niche im Überblick

  • Entwickler-Studio: Stray Fawn Studio
  • Publisher: Stray Fawn Studio
  • Plattform: PC (Steam)
  • Altesempfehlungr: ab 10 Jahren (auf Empfehlung der Redaktion)
  • Spieleranzahl: Einzelspieler
  • Kategorie:
    • Simulation
    • Strategie
  • Bildquelle: Tina Braun
  • Lektor: Alexander Dockhorn

Test und Besprechung von Tina Braun

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Bewertung: 5.0 von 5 (insgesamt 1 Bewertungen)

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