Wikinger warten nicht – Wartile im Early Access Test

Habe ich zu viele Brettspiele gespielt oder sehe ich jetzt wirklich überall Spielbretter und -figuren? Nein, denn vor meinen Augen erstreckt sich die Welt von Wartile. Berge und Täler teilten sich durch die Kraft der nordischen Götter in hunderte Hexfelder auf. Eine Armee aus Wikingern wird nicht nur metaphorisch zu unseren Spielfiguren in der kommenden Schlacht. Wer bei solch einen schematischen Aufbau an Rundentaktik denkt, liegt jedoch falsch.

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version


Die Ungeduld des Kriegers

Unsere Wikinger wollen nicht ewig warten, bis sie sich in den Kampf stürzen. Ein Actionkampfsystem muss her. Hierbei bewegen wir unsere Krieger Stück für Stück über das Spielfeld. Steht neben Ihnen ein Feind, warten sie nicht lange und greifen direkt zur Axt. Doch während wir gespannt unseren Kriegern zuschauen, rückt uns der Feind von einer anderen Seite zu Leibe. In Wartile spielen Mensch und Computer gleichzeitig. Zwar müssen unsere Einheiten nach einer Aktion kurz ruhen, doch können wir sie jederzeit nach Ablauf des Cooldowns wieder bewegen. Der schnell agierende Computergegner macht dies auch bitter nötig.

Fühlen wir uns trotz unserer treuen Axt übermannt, können wir mit einem Zauberdeck auf die Macht der Götter zurückgreifen. Durch gewonnene Kämpfe, absolvierte Missionen und Opfergaben, können wir uns die Gunst der Götter sichern. So schalten wir neue Karten frei und stellen so unser eigenes Magiebuch zusammen. Mit geplünderten Schätzen können wir zudem vor unseren Freunden prahlen und neue Krieger anheuern.

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version


Trotz Echtzeit auch Taktik

Die Kämpferriege setzt sich zusammen aus unterschiedlichen Klassen. Schildträger, Barbar und Speerkämpfer stehen bisher zur Wahl und bieten ein eigenes Fähigkeitenset. Durch gewonnene Erfahrung kann jeder Krieger im Level aufsteigen und so Statuspunkte verbessern oder neue Spezialfähigkeiten erhalten. Während unsere Barbaren lernen die Rüstung feindlicher Einheiten zu durchdringen, können unsere Speerkämpfer beispielsweise auch noch mit etwas Abstand den Gegner malträtieren. In den zur Verfügung stehenden Leveln setzt der Computer schon jetzt Bogenschützen ein. Ob auch die Wikinger sich noch von solch einer unehrenhaften Waffe überzeugen lassen, wird sich nach dem Early Access zeigen. Bisher zieht es sie alle in den Nahkampf.

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Nicht nur bei der Kämpferauswahl, sondern auch bei der Geländenutzung zeigt sich Taktikpotential. Die Felder der gekachelten Gebirgszüge unterscheiden sich jeweils in der Höhe. Überfallen wir einen Gegner aus einer höhergelegenen Position erhalten wir einen Kampfvorteil und spalten ihm schon bald den Kopf.

Was hier brutal klingt, resultiert in der Welt von Wartile jedoch lediglich in einer zersplitterten Figur. Während die Unreal Engine beim Rendern der Umgebung alle Register zieht, sehen die Spielfiguren noch etwas steril aus. Mehr Details und Animationen könnten hier die gewisse Würze bringen. Dennoch macht die Grafik bereits jetzt einen guten Eindruck und trägt zum einzigartigen Spieldesign bei.

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version


Fazit

Erst vor wenigen Tagen erreichte Wartile den Early Access Status und schon jetzt ist das Gameplay eine spannende Erfahrung. Auch wenn es noch an Inhalten mangelt, zeigt sich bereits das Potential dieser Genre-Mischung. Pure Rundentaktiker könnten durch die schnellen Aktionsfolgen etwas verschreckt werden, doch genau hier setzt das Spiel neue Akzente und könnte sich seinen Platz in die eigene Spielesammlung erkämpfen. Damit liegt es in der Hand der Entwickler, ob ausreichend Vielfalt geboten werden kann. Bisher mangelt es in der Early Access Version jedoch noch an dieser. Weitere Schlachtfelder, mehr Einheiten und allerlei Zauber sowie Ausrüstungsgegenstände werden nötig sein, um für ausreichend Tiefe zu sorgen. Hoffentlich sind ihnen die nordischen Götter auf ihrer Reise bis zum Release gnädig.


Wartile im Überblick

  • Entwickler-Studio: Playwood Project
  • Publisher: Playwood Project
  • Entwicklungsstand: Early Access (ab 17.03.2017)
  • Spielzeit: ca. 1-2 Stunden
  • Plattform: PC (Steam)
  • Alter: ab 12 Jahren (Empfehlung der Redaktion)
  • Spieleranzahl: Einzelspieler, online Multiplayer
  • Kategorie:
    • Taktik- und Strategiespiel
  • Bildquelle: Alexander Dockhorn
  • Lektor: Friedrich Lüder

Test und Besprechung von Alexander Dockhorn

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Wartile | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

Weitere Informationen

  • Titel: Wikinger warten nicht – Wartile im Early Access Test
  • Kategorie: Early Access,Spielberichte
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Anzahl Spieler: 1-2 Spieler
  • Autor: Playwood Project
  • Verlag: Playwood Project

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