Preview: Drakensang Online

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Fans der MMORPG aufgepasst: Bald wird die Onlinespielvariante des PC-Rollenspiels „Drakensang“ online gehen. Wir durften uns in der Closed-Betaphase ein wenig im Spiel umsehen und sind angenehm überrascht…

Es gibt zahlreiche Onlinerollenspiele auf dem Markt. Das Bekannteste ist wohl „World of Warcraft“, welches bereits Millionen von Spielern in seinen Bann gezogen hat. Gerade im Bereich Onlinespiele ist die Konkurrenz um potenzielle Spieler groß. Diese wiederum stehen vor dem Problem, dass zahlreiche Anbieter um deren Gunst buhlen. Der Markt ist derart unübersichtlich, dass die Wahl tatsächlich sehr schwer fällt. Der Spieler muss sich den Fragen stellen, ob man monatlich bezahlen möchte (Abovertrag) oder ob der Anbieter die Geldeinnahmen hauptsächlich über Verkäufe von Spielinventar akquirieren soll?

Insbesondere Letzteres ist dann meistens mit der Frage verbunden, ob das Spiel auch ohne größeren Geldeinsatz überhaupt noch spielbar ist? Weiterhin muss mit einbezogen werden, welche Zielgruppe bei dem jeweiligen Spiel angesprochen werden soll: Gelegenheitsspieler? Dauerzocker? Rollenspielprofi oder vielleicht sogar der blutige Anfänger?

Um die Abwägung beim Rollenspiel „Drakensang online“ etwas einfacher zu machen: Das Spiel wird voraussichtlich kostenlos sein. Der Anbieter wird sein Geld hauptsächlich über den Verkauf von Spielgeld erwerben. Dieses wiederum wird benötigt, um besondere Gegenstände zu erwerben, die das Onlineleben des Avatars (Anm. d. Red.: der zu steuernden Spielfigur) etwas leichter macht. Aber auch ohne Geldeinsatz ist das Spiel sehr gut händelbar, zumal man die Spielwährung (Andermant) auch im Laufe des Spiels bekommen kann, ohne das eigene Konto anzufassen.

Die Spielstory selbst unterscheidet sich kaum von den herkömmlichen Handlungssträngen, die bei der Konkurrenz vorzufinden sind. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Avatars, der sich in einer grausamen Welt voller Monster, Wildtiere und Untoter zurechtfinden muss. Zu Beginn hat man – wie bei der Konkurrenz auch – die Wahl zwischen verschiedenen Kampfklassen und Erscheinungsbildern. Um nicht dem erstbesten Fiesling zum Opfer zu fallen, benötigt man dafür natürlich spezielle Fähigkeiten und eine gute Ausrüstung.

Letzteres besorgt man sich am Besten in den größeren Orten, für ein wenig Bares (Gold, Silber, Kupfer) bekommt man schon eine halbwegs brauchbare Rüstung. Wer natürlich nach etwas Besonderem sucht, sollte sich entweder auf eine lange Sparzeit einrichten oder tatsächliches Geld einsetzen. Mit Hilfe der zweiten fiktiven Währung des Spiels, den Andermant, kann man wertvolle Ausrüstungsgegenstände erwerben, die man so ohne weiteres nicht bekommen würde.

Die eigenen Fähigkeiten lassen sich auf zwei Wegen verbessern: Der wichtigste ist der Kampf auf dem Schlachtfeld. Je mehr Bösewichte man besiegt, desto höher das eigene Fertigkeitenlevel. Der zweite Weg führt einen meistens direkt in die Stadt, dort sucht man einen Weisen auf, der einem bestimmte Techniken beibringt. Allerdings können diese immer nur bis zu einem bestimmten Grad erlernt werden – je nachdem, welches Fertigkeitenlevel erreicht wurde und wie viel Gold man in der eigenen Tasche hat. Geld bekommt der Spieler immer dann, wenn er einen Gegner getötet hat oder einen Auftrag erfolgreich erfüllt.

Auch Gegenstände und Andermant lassen sich auf diesem Wege beschaffen. Die Missionen reichen hierbei von gewöhnlichen Botengängen und der Suche nach bestimmten Gegenständen bis hin zur Tötung einer gewissen Anzahl von bestimmten Gegnern.

Die Spielwelt ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, die man über die einzelnen Ein- bzw. Ausgänge erreichen kann. Wie bereits erwähnt handelt es sich dabei entweder um Siedlungen, in denen man Missionen erledigen, Aufträge bekommen oder Ausrüstung erwerben kann. Die anderen Kartensegmente dienen vorrangig der Absolvierung verschiedener Missionen und dem eigenen Training. Zumeist handelt es sich um mehr oder minder attraktive Landschaften, die angefüllt mit Gegnern sind.
Das grundlegende Spielprinzip mag zwar nicht besonders neu sein, ist aber durchaus konkurrenzfähig.

Zum einen ist das Spiel sehr gut ausbalanciert, sodass man auch ohne eigenes Geld gut vorankommt. Zum anderen wird für die nötige Abwechslung in den verschiedenen Aufträgen und Landschaften gesorgt, der Spieler bekommt also auch einen Anreiz geboten, sich längere Zeit mit diesem Spiel zu befassen. Auch im Hinblick auf Menüführung und Handhabung gibt es nur Positives zu vermelden, im Grunde hat man auch hier alles richtig gemacht. Selbst Neulinge in der Welt der Onlinerollenspiele dürften kaum Probleme bekommen.

Da es sich bei dem getesteten Spiel um eine Betaversion handelte, gab es natürlich auch einige Probleme. Beispielsweise waren die Ladezeiten bei Wechsel zwischen den Karten manchmal etwas lang bzw. holprig und manchmal war ein Teil der Spielwelt vom einen Augenblick zum anderen spurlos verschwunden (um innerhalb weniger Sekunden wieder aufzutauchen), größere jedoch Fehler sind uns aber nur sehr selten untergekommen. In dem Sinne wurde auch hier gute Arbeit geleistet, sofern noch etwas Feintuning erfolgt, dürfte das „Drakensang online“ startklar sein. Die Spielwelt selbst bietet übrigens kaum Anlass zur Beschwerde.

Für ein Onlinespiel wird dem Spieler hier eine vergleichsweise gute grafische Umsetzung geboten, die für ein atmosphärisches Spielerlebnis sorgt.

Was uns noch ein wenig stört, sind im Grunde nur zwei Dinge: Zum einen wären wir für eine Vertonung der verschiedenen Auftraggeber (natürlich auch des eigenen Avatars) sehr dankbar gewesen. Zum anderen hätten wir uns noch deutlich mehr Spieltiefe gewünscht. Die Entwicklung des eigenen Charakters und die Möglichkeiten, diese zu einer Spielfigur zu machen, die auch auf Dauer identitätsstiftend ist und den Spieler an die Spielwelt fesselt, sind nur sehr schwach ausgeprägt. Auch wäre es in diesem Zusammenhang sinnvoll gewesen, einen deutlich sichtbaren Handlungsstrang auszuarbeiten.

Fazit: Das Spiel könnte sich zu einem echten Spielhit entwickeln. Was momentan fehlt, ist Spieltiefe und Charakterentwicklung, für den Rest ist im Grunde gesorgt!

Der Publisher des Spiels ist  BigPoint.

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Über den Autor

Redakteur für Computerspiele und DVDs. Seit über zwei Jahren werden vor allem Computerspiele von mir auf Herz und Nieren getestet.

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