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Star Trek online

veröffentlicht in: Internetspiele
am 31.07.2010

„Der Weltraum, unendliche Weiten … Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Als die erste Folge der Serie „Raumschiff Enterprise“ über die heimischen Mattscheiben lief, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass man einen zukünftigen Klassiker vor sich hat. Selbst für die Macher dürfte der spätere Erfolg unerwartet gewesen sein, schließlich kam die Popularität der Serie erst mit den zahlreichen Wiederholungen. Inzwischen gibt es zahlreiche Serien, die auf den Abenteuern von James T. Kirk und seiner Crew aufbauen, mal abgesehen von der riesigen Fangemeinde, die zahlreiche Events (wie z. B. die Star-Trek-Conventions) organisieren. Enterprise & Co. sind inzwischen nicht nur Gegenstand zahlreicher Filme und Fanartikel geworden, sondern haben auch Videospiele, wie auch dieses Onlinespiel, hervorgebracht.

Oftmals wird dem Endkunden jedoch nicht mehr als ein billiger Abklatsch einstigen Erfolgs serviert, dahingehend ist es für die Produkte recht schwer, aus dem Windschatten ihrer Ursprünge zu treten. Das ist freilich nicht nur ein Problem von Star Trek, sondern ist ein allgemeines Ärgernis. Es ist nicht einmal unbedingt die Qualität der einzelnen Produkte, die einem als Konsument zu schaffen macht, sondern vielmehr der Maßstab, an den die Artikel angelegt werden, sind das eigentliche „Problem“. Auch hier sind die Erwartungen recht groß, es gilt, dem Prädikat „Star Trek“ – mit dem auch ein gewisser Ruf verbunden ist – gerecht zu werden. Ob das dem Neuling „Star Trek Online“ gelingt?

Die ersten Schritte

Das Erstellen des eigenen Charakters ist das erste Highlight des Spiels: Zuerst entscheidet man sich für einen der verschiedenen Lebensformen aus dem Star Trek Universum, dem der eigene Avatar angehören soll (z. B. Bajoraner). Danach lässt sich dieser den eigenen Vorstellungen anpassen, nicht nur das Geschlecht, sondern auch Körperbau und Gesicht sind beispielsweise modifizierbar. Man kann diesem sogar eine individuelle Karriere, quasi „nach Maß“, verpassen. Dieses Herumbasteln ist dann meistens ein Wählen zwischen verschiedenen Ausprägungsmerkmalen eines Körperteils der eigenen Figur. Durch die Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten wird es dem Spieler ermöglicht, ein Unikat (oder zumindest eine sehr seltene Figur) zu schaffen.

Danach geht’s dann auch schon richtig los. Bereits nach den ersten Schritten im Spiel waren wir wieder sehr positiv überrascht. Gefechte im Weltraum und auf dem Maschinendeck, inklusive einer Beförderung zum Captain eines Raumschiffes – was wünscht man sich mehr? Zumindest der Beginn war ein Einstieg nach Maß. Außerdem versäumte man es nicht, diesen gleich dafür zu nutzen, den User mit der Steuerung vertraut zu machen. Auch dafür gebührt den Machern großes Lob. Selbst bei sehr guten Spielen werden hin und wieder ansprechende Tutorials vergessen, hier war dem nicht so. Dies ist relativ einfach, sie ähnelt vergleichbaren Spielen und ist ohne größere Probleme erlernbar, dahingehend gibt es kaum Probleme im Handling.

Gameplay

Nach den ersten Vorgeplänkeln soll es dann auch losgehen, wir holen uns die ersten Befehle ab und gehen auf Erkundungstour: Die Kombination aus Weltraumgefechten und Missionen auf den Oberflächen verschiedener Planeten sind typisch für das Spiel. Im Wesentlichen laufen beide nach einem ähnlichen Muster ab. Meistens bekommt der Nutzer eine kurze Erklärung, warum er auf was schießen soll, was er dann prompt in die Tat umzusetzen hat. Das kann beispielsweise sein, dass ein Transportschiff begleitet werden soll oder arme Zivilisten aus den Klauen der Borg befreit werden müssen. Oftmals muss dabei sehr taktisch vorgegangen werden. Einfach drauf los „ballern“ wird nicht viel bringen. So gilt es, die Schilde starker Feinde im Weltraum gezielt zu schwächen, um im richtigen Moment mit einem gezielten Torpedoschuss die Hülle zu zerstören.

Diese „Bandbreite“ an Missionen dürfte für echte Profis in dem Genre eher zu eintönig sein, mal abgesehen davon, dass auch ein roter Faden – also eine Art Metastory – faktisch nicht existiert. Ebenso halten sich die Möglichkeiten der Interaktion mit anderen Mitspielern in Grenzen, zumindest im Vergleich zu einschlägigen MMORPGs (Anm. d. Red.: Massive Multiplayer Online Role-Playing Game) wie beispielsweise WoW (Anm. d. Red.: World of Warcraft). Dahingehend ist das Spiel für Einsteiger, die nur gelegentlich aktiv werden wollen, ideal. Überhaupt zeigt „Star Trek Online“ sehr deutlich, dass die Macher sich sehr stark nach den Bedürfnissen der Zielgruppe gerichtet haben.

Mit dem Spiel „Star Trek Online“ sollen vor allem Fans von den Bildschirm gelockt werden. Diese wiederum scheinen, in der Regel, kaum Ambitionen zu haben, stundenlang sieben Tage die Woche, vor dem Rechner zu hocken. Dahingehend richtet es sich an Trekkies, die als Gelegenheitsspieler aktiv sind. Dafür spricht auch, dass die Missionen alles andere als schwierig sind. Bringt man übermäßig viel Zeit mit, dürfte man in einer relativ kurzen Zeitspanne Rang und Erfolg vorweisen können – Intensivspieler dürfte das eher abschrecken. Für diejenigen, die nur gelegentlich spielen möchten, ist das jedoch ein echter Gewinn. Denn meistens ist man bei einschlägigen MMORPGs gezwungen, sehr oft aktiv zu sein, um tatsächlich Erfolg im Spiel zu haben – für Gelegenheitsspieler ist das eher frustrierend.

Technik

Grafik und technische Anforderungen haben uns im Test, im Großen und Ganzen, überzeugt. Die Spielumgebung ist abwechslungsreich, überfordert den heimischen Rechner aber nicht. Man braucht als potenzieller Spieler nicht unbedingt einen High-End-Rechner, um mit dem Spiel glücklich zu werden. Allerdings erinnert die Gestaltung etwas an einen Comic, was den einen oder anderen Fan eher befremdlich vorkommen könnte. Was den Sound betrifft, dieser passt sich der spartanischen musikalischen Ausgestaltung der Star-Trek-Reihe an. Allerdings kann, je nach Bedarf, mit eigenen MP3-Dateien nachgewürzt werden.

Was jedoch sehr ärgerlich ist, das ist die Vielzahl an Ladezeiten. Selbst die Benutzung des Fahrstuhls zum Befehlsgeber ist nicht ohne den Ladebildschirm möglich. Dafür wird einem die Zeit mit ein paar Zusatzinfos zum Spiel bzw. dem Star Trek Universum versüßt. Das ändert jedoch nicht viel daran, dass dies ein wenig nervt. Ärgerlich ist in der Hinsicht auch, dass einige Textpassagen noch nicht vollständig übersetzt worden sind. Das ist zwar nicht weiter schlimm und eine vollständige Übersetzung soll wohl noch folgen, aber ein Ärgernis bleibt es trotzdem.

Fazit

„Star Trek Online“ ist ein Spiel für Fans und Gelegenheitsspieler. Für diese wurde es gemacht und diese dürften mit diesem Spiel auch sehr viel Spaß haben. Für echte Hardcore-Gamer dürften die Missionen zu eintönig und einfach sein, für Nutzer, die ein paar Stunden Abwechslung suchen, ist es wiederum ideal.

Die Kosten für das Spiel halten sich im Rahmen: Pro Monat muss der Nutzer zwischen 10 und 13€ zahlen, je nachdem für welchen Tarif er sich entscheidet. Hinzu kommen natürlich die normalen Internetkosten und ein einmaliger finanzieller Aufwand für die Spielbox von ca. 50€.

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