Irrwitz in Höchstform – Pit People im Early Access Test

Die Entwickler von The Behemoth haben mit Castle Crashers und Battle Block Theater bereits zwei erstklassige Koop-Spiele geliefert. Mit Pit People wollen sie ein weiteres Genre erobern und tauchen in die Welt der rundenbasierten Strategiespiele ein. Ob der Charme und Humor ihrer ersten beiden Spiele sich auch auf ihr neuestes Werk übertragen lässt, wollen wir in unserem Early Access Bericht auf die Probe stellen.

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Eine irrwitzige Geschichte

Wenn ein galaktischer Bär die Erde angreift, können wir uns sicher sein, dass wir uns in der Welt von Pit People befinden. Während wir als Blaubeerenfarmer Horatio unser Kind vor wilden Kannibalen verteidigen, entführt die Bedrohung aus dem Weltraum unseren Sohn. Wir machen uns somit fortan auf den Weg unseren geliebten Sohn zu befreien. Der Ablauf wird hierbei humoristisch vom Synchronsprecher Will Stamper kommentiert, welcher uns bereits in Battle Block Theater mit einer irrwitzigen Geschichte zu unterhalten wusste.

Wie lernen schon bald Pipistrella kennen, welche sich unserer Kämpferriege anschließt. Mit der Unterstützung eines seelenverwandten Zyklopen und einer tollkühnen Jägerin sowie Entdeckerin begeben wir uns in die Schlacht. Während der Kämpfe bewegen wir unsere Charaktere rundenbasiert über das in Hex-Felder aufgeteilte Schlachtfeld. Beenden wir unsere Runde in der Nähe eines Feindes, gibt es gehörig was auf den Deckel. Schwert, Rapier und Keule bieten jeweils unterschiedliche Angriffsboni im Nahkampf. Aus der Ferne können wir mit allem werfen, was nicht niet- und nagelfest ist. Egal ob Äxte, Granaten oder Haie. Hauptsache es macht eine Menge Schaden.

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Sammelwahn

Am Ende eines jeden Kampfes, bleibt uns die Wahl den letzten verbleibenden Gegner einzufangen. Wie in der beliebten Reihe Pokémon treibt uns fortan der Sammelwahn voran. Einhörner, Cupcakes, Vampire, Gnome und viele weitere Figuren gibt es zu entdecken und zu zähmen. Mit individuellen Angriffsfähigkeiten erweitern sie unsere Armee aus bis zu sechs Recken. Beispielsweise schießen Einhörner mit der Kraft der Magie ihr Horn über weite Strecken des Schlachtfelds und Cupcakes opfern ihre Köstlichkeit, um andere Einheiten zu heilen.

Wir können uns von den kämpferischen Strapazen in einer kleinen Stadt erholen. In dieser finden wir nicht nur die Möglichkeit neue Quests und Items zu erlangen, sondern können uns auch in die namensgebende Pit begeben. In Zufallsschlachten gegen den Computer oder menschliche Gegenspieler gilt es, unser Können zu beweisen und jede Menge Belohnungen in Form von Ausrüstungsgegenständen abzuräumen.

Sämtliche Items können wir in der Gruppenverwaltung ausrüsten. Diese bringen uns nicht nur optische, sondern auch wertvolle Angriffsboni. Warum auch mit einem Schwert aus Stahl kämpfen, wenn wir ein Laserschwert besitzen?! Während unsere Feen neue Flügel erhalten, können wir die Füllung unserer wohlschmeckenden Cupcakes auf die Wünsche unserer Kämpferriege anpassen.

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Allein oder in der Gruppe?

Wie auch in den bisherigen The Behemoth-Spielen setzen die Entwickler auf die starke Einbindung von Mehrspieler-Komponenten. Lokal und über das Netz können wir uns in spannende Mehrspielergefechte mit Freunden stürzen. Während zu zweit auch der vollständige Storymodus noch zur Verfügung steht, können wir bei höherer Spielerzahl lediglich auf die Skirmish-Kämpfe zurückgreifen. Dabei stellen wir auf die Probe, wer das meiste strategische Talent besitzt und sein Team aus mutigen Helden zum Sieg verhelfen kann.

In den aktuellen Updates wurde besonders der Zweispieler-Part der Storykampagne erweitert. In täglichen Quests können beide Spieler durch das Erfüllen von anspruchsvollen Aufgaben zusätzliche Belohnungen ergattern. Während der Kämpfe führen beide Recken gleichzeitig ihre Züge aus. Jedoch ist die Kameraeinstellung hierbei nicht immer optimal und zoomt bei weit entfernten Einheitengruppen nicht ausreichend raus. Trotz der Schwächen innerhalb von Gefechten läuft das Spiel in der Stadt- und Weltkarte ausgezeichnet. Durch die parallele Verarbeitung während der Menüführung und der Einbindung des zweiten Spielers während der Weltreisen gelingt es durch den stetigen Spielfluss beide Spieler dauerhaft einzuspannen.

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Bunt, bunter, Pit People

Die Wesen aus der Pit sind ein wilder Haufen. Durch Hunderte von Sammelobjekten können wir unsere Armee individuell gestalten und werden sicher nie auf eine gleiche Gruppe stoßen. Nicht nur die Gegenstände, sondern auch die Story ist wild durcheinander gewürfelt. Während wir in den Hauptmissionen den Entführern unseres Sohnes hinterhereilen, trafen wir in den Nebenquests auf einen sich überschätzenden Cupcake General, den Bürgermeister von Pullerbach und vielen weiteren verrückten Charakteren. Zwar ist der Humor vielleicht nicht jedermanns Sache, doch können Fans der früheren The Behemoth Spiele hier beherzt zugreifen.

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Fazit

Abgedreht“ beschreibt den Humor von Pit People am besten. Hier ist die Geschichte genauso zufällig wie die Gestaltung der Charaktere. Doch auch bei Battle Block Theater hat die irrwitzige Mischung der Ideen des The Behemoth Teams schon für einige Lacher gesorgt und auch Pit People weiß bereits in der Early Access-Version zu unterhalten. An der strategischen Tiefe müssen die Entwickler jedoch noch etwas feilen, sonst könnten viele Spieler das Spiel noch vor der letzten Endsequenz aus den Händen legen. Bis zur Fertigstellung zum Ende des Jahres ist noch einiges zu verbessern. So wird sich dann auch zeigen, ob der Humor und Sammelwahn gepaart mit der strategischen Spielmechanik ausreichen, um die Spieler dauerhaft bei der Stange zu halten. Bis dahin heißt es wieder bestehende Macken auszubessern, das Gameplay zu verfeiern oder die Spielmechanik zu vertiefen. Wir sind gespannt!

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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Pit People im Überblick

  • Entwickler-Studio: The Behemoth
  • Publisher: The Behemoth
  • Spielzeit: 10 Stunden und mehr
  • Plattform: PC (Steam)
  • Alter: ab 10 Jahren (Empfehlung der Redaktion)
  • Spieleranzahl: Einzelspieler, lokaler und online Multiplayer
  • Kategorie:
    • Strategiespiel
    • Rundenbasiert
  • Bildquelle: Alexander Dockhorn
  • Lektor: Friedrich Lüder

Test und Besprechung von Alexander Dockhorn

PitPeople | Bildschirmaufnahme der Early Access Version

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