Codenames im Test

Codesnames: Hier spricht Ermittler Berg. Drei Tage bin ich nun schon auf der Suche nach unserem letzten Agenten. Ich konnte bereits Mr. Torwart und Mrs. Tulpe aufspüren. Leider konnten nicht ausreichend Personen ausgeschlossen werden, um jetzt über die Position unseres verbleibenden Agenten sicher zu sein. Ich brauche neue Hinweise! Ich bitte um unverzüglichen Bericht durch das Hauptquartier.


Spielablauf

Die von Agent Berg empfangene Nachricht ist Beispielhaft für Codenames Spielablauf. Letztes Jahr erhielt das Kommunikationsspiel aus der Feder Vlaada Chvatils den Kritikerpreis zum Spiel des Jahres 2016. Dieses versetzt uns in die missliche Lage von Geheimdienstmitarbeitern, welche dringend ihre eigenen Agenten finden müssen. Diese sind jedoch erfolgreich untergetaucht und nur die Chefs wissen über ihre Position Bescheid, so wie es sich für eine gute Agency gehört. Die feindliche Agentur ist jedoch ebenfalls den Männern auf der schliche und hört fleißig mit. Es gilt daher stets in Codewörtern zu sprechen.

Codesnames | © Maria Manneck

Codesnames | © Maria Manneck

Dazu werden zwei Teams gebildet, von denen jeweils ein Mitglied der Leiter der Organisation darstellt. Nur er erhält einen Überblick über die Lage und muss seinen treuen Mitarbeitern Hinweise über den Verbleib der feindlichen Agenten geben.

Das Spielfeld wird aus 25 Wortkarten in einem 5×5 Raster gebildet. Die Geheimdienstchefs erhalten einen gemeinsamen Code, der die Positionen der Agenten auf dem Spielfeld kodiert. Ihre Ermittler können diesen nicht einsehen und sitzen ihnen gegenüber. Der Reihe nach dürfen die Chefs nun mit jeweils einem Wort und einer Zahl einen Hinweis geben. Das Wort muss sich auf die Positionen der feindlichen Agenten auf dem Spielfeld beziehen. Die Zahl gibt an wie viele Wortkarten mit diesem Hinweis gemeint wurden.

Alle Ermittler müssen nun sorgsam die ausliegenden Wortkarten analysieren und mögliche Gemeinsamkeiten feststellen. Nicht immer ist ein Hinweis eindeutig und bezieht sich auf nur einen Aspekt. Will der Geheimdienstchef mit Amerika, 3 auf einen Hamburger hinweisen oder meint er doch den Kontinent? Wie ist Baseball einzuordnen und hat er überhaupt an alle ausliegenden Wörter gedacht? Die Ermittler müssen sich schnell einig werden (auch wenn es kein direktes Zeitlimit gibt) und ihre bevorzugten Wortkarten anzeigen. Hierbei muss der Reihe nach vorgegangen werden. Die waren Identitäten werden mit den beiliegenden Agentenkarten von den Geheimdienstchefs markiert.

Codesnames | © Maria Manneck

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Haben die Spieler erfolgreich einen Agenten identifiziert, dürfen sie weiter raten. Wurde ein Agent der gegnerischen Reihen gefunden, so haben sie dem anderen Team einen Punkt verschafft und müssen sofort abbrechen. Das gleiche geschieht beim Aufdecken eines unbeteiligten Zuschauers. Schlimmer wird es, wenn ein Attentäter aufgedeckt wird, denn dann hat das aufdeckende Team sofort verloren.

Auch wenn sich die Teams unsicher sind, müssen sie immer mindestens einmal raten. In der Gefahr dem Gegner einen Punkt zu schenken, dürfen sie danach jederzeit abbrechen. Eine maximale Beschränkung gibt es nicht. Dadurch können die Ermittler die in vorherigen Runden ausgelassenen Begriffe noch aufholen.

Das Spiel endet sobald ein Team alle seine Agenten erfolgreich aufgedeckt hat und damit das Spiel gewinnt. Wurde ein Attentäter aufgedeckt, gewinnt das gegnerische Team sofort. Doch einer weiteren Runde steht nichts im Weg, denn dafür müssen die Wortkarten nur umgedreht und eine weitere Codekarte gezogen werden. Dann kann es auch schon weitergehen.

Codenames ist ein schnelles Spiel, welches selbst in großen Gruppen sehr gut gespielt werden kann. Für Gruppen von 2-3 Personen wurden Sonderregeln beigelegt. Bei diesen versucht man kooperativ mit so wenig Zügen und Fehlern wie möglich alle Agenten aufzudecken. Falls eine Gruppe sich partout nicht auf ein Zeitlimit einigen kann, liegt auch noch eine Sanduhr bei, mit welcher der Druck erhöht werden kann.

Codesnames | © Maria Manneck

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Spielmaterial

Dem Spiel liegen ein ganzer Haufen von Wortkarten bei, welche jeweils auf der Vorder- und Rückseite einen Begriff stehen haben. Von diesen reichen bereits 25, um ein Spielfeld aufzubauen. Selbst wenn man diese in vielen Runden abgearbeitet hat, kann man sie weiterhin verwenden, da immer neue Spielfeld und Codekombinationen entstehen.

Die Agentenkarten sind aus verstärkter Pappe und zudem stimmig gestaltet. Für das Startteam gibt es eine Doppelagentenkarte, mit welcher der Vorteil des ersten Zuges durch einen weiteren aufzudeckenden Agenten reduziert wird. Die beigelegte Sanduhr ist eine nette Dreingabe, war aber in unseren Spielrunden nie notwendig.

Codesnames | © Maria Manneck

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Fazit

Codenames ist ein ausgezeichnetes Kommunikationsspiel, welches dank der kurzen Erklärphase und dem schnellen Spielablauf in jeder Spielrunde seinen Platz finden wird. Die Kombinationsmöglichkeiten sind nahezu unendlich und werden einige Ermittlerköpfe rauchen lassen. Sowohl die Rolle als Ermittler wie auch die Rolle der beiden Geheimdienstchefs sind tragend und führen zu einem gemeinsamen Teamerfolg. Kluge Köpfe können sich Vorteile durch geschickte Hinweise erarbeiten, solange das Team die verdrehten Gedankenkniffe nachvollziehen kann. Wer hingegen mit Worten nicht so gut umgehen kann, hat die Möglichkeit auf Codenames Pictures zurückzugreifen. Hier wird das Spielfeld aus Piktogrammen gebildet.

  • Autor: Vlaada Chvatil
  • Spielzeit: ca. 15 Minuten
  • Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag
  • Spieleranzahl: ab 2 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Kategorie:
    • Kommunikationsspiel
    • Wortspiel
  • Bildquelle: Maria Manneck
  • Lektor: Friedrich Lüder

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Codesnames | © Maria Manneck

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Bewertung

9.3 Bewertung

Codenames ist ein ausgezeichnetes Kommunikationsspiel, welches dank der kurzen Erklärphase und dem schnellen Spielablauf in jeder Spielrunde seinen Platz finden wird. Die Kombinationsmöglichkeiten sind nahezu unendlich und werden einige Ermittlerköpfe rauchen lassen. Sowohl die Rolle als Ermittler wie auch die Rolle der beiden Geheimdienstchefs sind tragend und führen zu einem gemeinsamen Teamerfolg. Kluge Köpfe können sich Vorteile durch geschickte Hinweise erarbeiten, solange das Team die verdrehten Gedankenkniffe nachvollziehen kann. Wer hingegen mit Worten nicht so gut umgehen kann, hat die Möglichkeit auf Codenames Pictures zurückzugreifen. Hier wird das Spielfeld aus Piktogrammen gebildet.

  • Spielidee 10/10
  • Ausstattung 9/10
  • Spielablauf 9/10
  • Interaktion 8/10
  • Einfluss 10/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 10/10

Weitere Informationen

  • Titel: Codenames im Test
  • Kategorie: Kartenspiele
  • Autor: Vlaada Chvatil
  • Verlag: Heidelberger Spieleverlag

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Bewertung: 5.0 von 5 (insgesamt 2 Bewertungen)

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