Fabula

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Die meisten von uns sind mit Märchen groß geworden und wir wiederum haben diese Märchen auch unseren Kindern weitergegeben. Wenn die Kinder größer werden, haben diese auch schon abends, vielleicht sogar mit Taschenlampe, die Geschichten selber gelesen. Märchen bieten sich gerade hier hervorragend an.

Märchen erfreuen sich auch im digitalen Zeitalter immer noch wachsender Beliebtheit. Wie oft habe ich selber meinem Sohn abends am Bett eine Geschichte vorgelesen oder diese einfach nur erzählt. So konnte er mit Hänsel und Gretel oder Kalif Storch schlafen gehen. Märchen bieten daher viele Möglichkeiten, sich in diese Welt hineinzudenken, sie selber auszumalen, ohne dass diese durch Filme oder Computer vorgegeben werden.

Viele dieser Geschichten wurden über Hunderte von Jahren mündlich weitergegeben, sodass der Ursprung der Geschichte gar nicht mehr feststellbar ist. Aber das ist auch bei Märchen nicht so wichtig. Neben den Volksmärchen gibt es noch die Kunstmärchen, die von Autoren wie Wilhelm Hauff oder Hans Christian Andersen selber geschrieben wurden. Gerade die melancholischen Geschichten von Andersen haben die Menschen beeinflusst. Man denke nur an die Nixe oder an das Mädchen mit den Streichhölzern, das im Winter erfroren ist.

Aber was Märchen auch ausmacht, sind die fantastischen Elemente, wie Zauberer, Hexen oder sprechende Tiere. Viele der Märchen wären heute wahrscheinlich verloren gegangen, wenn nicht in Deutschland die Brüder Grimm diese Geschichten aufgeschrieben hätten.

Die Volksmärchensammlung Kinder- und Hausmärchen wurde 1812 das erste Mal veröffentlicht. Auch in Deutschland gibt es weit mehr Märchen als nur die, die die Brüder Grimm gesammelt haben.

So wird es wohl immer sein, denn diese Form von Geschichten wird hoffentlich nie vergehen. In Fabula schlüpft ein Spieler in die Rolle der Brüder Grimm und eröffnet so dieses Kommunikationsspiel. Schon allein die grafische Gestaltung des Spiels fällt sofort auf. Mit viel Liebe zum Detail wurde dieses Spiel gestaltet, so dass diese eigentlich sofort die Fantasie anregen. Weiterhin ist das Material sehr stabil, was im Gegenzug zu anderen Spielen positiv auffällt, denn hier sind in den letzten Jahren die Spielkarten sehr dünn geworden, so dass man relativ schnell Gebrauchsspuren sieht, hier also ist nichts davon zu bemerken.

Im Spiel befinden sich zwanzig einzelne Geschichtskarten sowie eine große Anzahl an Gegenstandskarten, die die Spieler geschickt in ihre Erzählung einbauen müssen. Weiterhin gibt es sogenannte Federmarker, nicht zu verwechseln mit dem Fehdehandschuh, die der Geschichtenvater oder –mutter zur Anzeige der besten Geschichte benötigt. Das Spiel funktioniert erst ab drei Personen. Dabei spielt es sich am besten, wenn mindestens sechs Personen mitspielen. Der Geschichtenerzähler sucht sich eine der Geschichtskarten aus und liest die Einleitung hierzu vor.

Dazu wird die passende Geschichtstafel aufgestellt oder hingelegt. Da jeder Spieler sich eine Spielfigur ausgesucht hat, liegt es an denen, die Geschichte fortzusetzen. Dazu muss die ausliegende Gegenstandskarte mit der entsprechenden Spielfigur kombiniert werden. Gefällt dem Spielleiter diese, vergibt er dafür als Zeichen einen Federmarker. In der ersten Runde wird einer, in den zweiten zwei und in der dritten Runde drei Marker vergeben. Die Spieler, die nun die meisten Marker besitzen, bestreiten die letzte Spielrunde, wo sie aber nun zwei Gegenstandskarten einbauen müssen.

Fazit

Leider ist das Bewerten immer ein wenig subjektiv, so dass eventuell Frust bei den Spielern entstehen kann, die keine Punkte erhalten haben. Die Idee des Spieles ist nicht neu, denn es gibt bereits ein Kartenspiel eines anderen Verlages, wo es aber keine starre Eingangsgeschichte gibt, sondern die Geschichte fällt auch zu Beginn des Spiels immer anders aus. Das Spiel selber hängt auch immer von der Zusammensetzung der Spielgruppe ab. Gerade bei Kindern so ab 10 Jahren bietet dieses Spiel die Möglichkeit, deren Fantasie anzuregen. Auch wenn man hier immer gegen die Zeit spielt, sollte man bei Kindern etwas großzügiger reagieren.

Man könnte versuchen, dieses Spiel auch in der Gruppenarbeit, bei Projekten als Aufwärmspiel benutzen, so dass die Gruppe sich über dieses Spiel kennenlernen könnte. Vor allem kann man dieses Spiel auch immer wieder ein wenig variieren, so dass das Spiel nicht so starr wirkt. Grafisch gesehen ist dieses Spiel ein Genuss, denn jedes dieser Bilder ist ein kleines Kunstwerk für sich. Egal wie, man muss sich auf diese Art Spiel einlassen und dann ist der Spielspaß garantiert.

  • Genre: Kommunikationsspiel
  • Erscheinungsjahr: 2010
  • Verlag: Libellud / im Vertrieb von Asmodee
  • Autoren: Régis Bonnessée, Jean-Louis Roubira
  • Spieleranzahl: 3 bis 8
  • Alter: ab 8 Jahren

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Über den Autor

Redaktionsleitung. Das Magazin Ratgeberspiel wurde von mir 2007 gegründet, um vor allem Eltern über Spiele zu informieren. Im Lauf der Zeit kamen auch andere Unterhaltungsthemen hinzu.

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