Prohis

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Sammeln, Bluffen, Kontrollieren – das sind die Grundpfeiler des Spiels Prohis von Tony Bochon und Marc Brunnenkant. Angesiedelt zur amerikanischen Zeit der Prohibition ist es die Aufgabe der Spieler gemeinsam Waren zu sammeln und anschließend heimlich in das eigene Lager zu bringen. Legale Waren stehen reichlich zur Verfügung, doch müssen immer wieder gewinnträchtigere illegale Waren versteckt und an allen Kontrolleuren vorbei geschmuggelt werden. Schnell zeigt sich, dass der eine oder andere nicht ganz unbestechlich ist und ganz nebenbei entwickelt sich ein Spiel zwischen Gangstern, Unterhändlern und Kontrolleuren, die unter Berücksichtigung einer kleinen Spende auch gerne mal ein Auge zudrücken.

Die Regeln sind einfach gehalten. Nur drei Kartentypen haben ihren Platz in diesem Spiel: Legale Waren, illegale Waren und Kontrolleurskarten in drei Dienstgraden. Jeder Spieler startet mit zwei der nicht ganz unbestechlichen Kontrolleure und vier zufälligen Karten auf seiner Hand. Alle übrigen Karten landen auf einen verdeckten Nachziehstapel, neben dem die vier obersten Karten offen aufgedeckt werden.

Der Reihe nach wählen die Spieler eine von drei möglichen Aktionen. Als erstes können sie ihre Vorräte aufstocken und eine oder zwei Karten von den ausliegenden Karten ziehen. Haben sie ausreichend Karten gesammelt, können sie eine Lieferung aus zwei bis vier ihrer Handkarten verdeckt vor sich auslegen. Haben die Gegner Zweifel, was die legalen Absichten des Spielers angeht, können sie nun einen ihrer Kontrolleure ausspielen. Der Kontrolleur mit dem höchsten Dienstgrad darf nun die Waren kontrollieren.

Jedoch zeigen sich diese als nicht ganz unbestechlich und freuen sich über zugereichte Schmiergelder (angebotene Karten). Werden diese akzeptiert, landen das Schmiergeld auf dem Bankkonto des Kontrolleurs und die Lieferung auf dem Bankkonto des Gangsters. Erhält sich der Kontrolleur seine Integrität, hat er nun die Gelegenheit je nach Dienstgrad eine bis drei der verdeckt ausliegenden Lieferungskarten aufzudecken. Findet er nur legale Waren ist die Kontrolle gescheitert und erhöht die Punktzahl des Gangsters. Findet er illegale Waren, werden sämtliche Waren konfisziert und der Kontrolleur freut sich mit einem erhöhten Punktekonto über seinen erfolgreichen Coup. Wurde einer der Kontrolleurskarten in den Transport untergebracht und von einem Kontrolleur aufgedeckt, so ist die Kontrolle sofort beendet und gescheitert. Frei nach dem Motto: „Hier gibt es nichts zu sehen Herr Wachmeister“. Die Karten landen erneut auf dem Geldkonto des Gangsters und der Kontrolleur wechselt den Besitzer.

Das Spiel ist vorbei sobald der Nachziehstapel, bestehend aus etwas mehr als 100 Karten, aufgebraucht ist. Abschließend werden die Konten ausgezählt. Wer noch illegale Waren auf der Hand hat, erhält einen kleinen Punkteabzug. Schnell zeigt sich wer am besten geblufft und wer das wahre Talent als Inspektor hat. Die schnellen Runden, von etwa 10-15 Minuten Dauer, und die große Freude jemanden durchschaut oder hinters Licht geführt zu haben, lässt gerne weitere Spielrunden folgen. Wir hatten mit dem recht kurzweiligen Spiel unsere helle Freude. Besonders gefallen hat dabei das schmale und gut präsentierte Regelwerk. Sämtliche Aktionen werden sehr gut beschrieben und mit Beispielen ausreichend verdeutlicht. Lediglich die Kurzanleitung ist völlig undurchsichtig gehalten und führt hier zu einem Punkt Abzug in der Wertung für die Ausstattung. Die übrigen Karten sind alle von sehr guter Qualität und sämtliche Motive sind einfach gehalten und passen gut zum Setting.

Das Spiel verzichtet trotz seiner Thematik vollkommen auf Gewalt und ist daher auch sehr gut als Familienspiel geeignet. Strategen schauen hier jedoch ins Leere und sollten die Finger davon lassen. Die Einfachheit des Ziehens und Bluffens ist die größte Stärke des Spiels, wird aber sicherlich nicht jeden begeistern können. Wir geben dennoch eine klare Empfehlung für das perfekt passende Setting zum Bluffen und können dieses Spiel jedem Hobbygangster mit perfekten Pokerface nur wärmstens ans Herz legen.

  • Autor: Marc Brunnenkant & Tony Rochon
  • Spielzeit: ca. 15 Minuten
  • Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag | Blackrock Editions
  • Anzahl: 3-6 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

8.4 Wertung

Das Spiel verzichtet trotz seiner Thematik vollkommen auf Gewalt und ist daher auch sehr gut als Familienspiel geeignet. Strategen schauen hier jedoch ins Leere und sollten die Finger davon lassen. Die Einfachheit des Ziehens und Bluffens ist die größte Stärke des Spiels, wird aber sicherlich nicht jeden begeistern können. Wir geben dennoch eine klare Empfehlung für das perfekt passende Setting zum Bluffen und können dieses Spiel jedem Hobbygangster mit perfekten Pokerface nur wärmstens ans Herz legen.

  • Spielidee 7/10
  • Ausstattung 9/10
  • Spielablauf 9/10
  • Interaktion 9/10
  • Einfluss 8/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: Prohis
  • Kategorie: Kartenspiele
  • Autor: Marc Brunnenkant & Tony Rochon
  • Verlag: Heidelberger Spieleverlag | Blackrock Editions
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