Binary Domain

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Die Welt steht vor dem Abgrund und ihr müsst sie retten! „Schon wieder?“ werden sich da erfahrene Actionspieler fragen. Binary Domain, der neueste Third-Person-Shooter aus dem Hause Sega verlangt nämlich genau das von euch. Ziemlich öde könnte man denken, doch versucht das Spiel, durch einige Funktionen Abwechslung zu schaffen und sich von der großen Masse an Shooter-Titeln für die Konsolen abzusetzen. Ob das gelungen ist?

Das Spiel entführt in das Jahr 2080: Tokio ist nach einer Umweltkatastrophe der Zufluchtsort für die Menschheit. Roboter leben ganz selbstverständlich mit den Menschen zusammen. Doch dann kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Durch den klassischen Typus eines Bösewichts entstehen aggressive, mordlüsterne Maschinen, die den Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen und sich auch noch selbst für solche halten. Eine Gefahr für die noch verbliebenen Städte und ihre Bewohner! Als Sonderagent Dan müsst ihr nun mit geheimen Aktionen versuchen, dieses Szenario doch noch abzuwenden. Doch wird man nicht allein gelassen.

An eurer Seite kämpfen der beste hünenhafte Kumpel, eine Agentin und zwei Briten. Zu Beginn noch zu zweit, seid ihr in der Folge meist in diesem Trupp unterwegs und seid deren Anführer. So werden bereits hier deutliche Anlehnungen an einen der großen Action-Titel für die XBOX der vergangenen Jahre deutlich. Schade nur, dass die Kameraden während der Story nicht so recht sympathisch werden und auch das eigene Ego wird nicht zum besten Freund. Denn meist unterhalten sich die Charaktere in belanglosen Unterhaltungen, die mehr eigenartig als lustig sind.

Mit diesem Team kämpft ihr euch durch teilweise stark eintönige Gegenden. Fabrikgebäude und Straßenzüge bestimmten das Bild, Abwechslung kommt da kaum auf. Gesteigert wird dies durch das Design der Gegner: Immer wieder gleiche Roboter stürmen auf euch zu. Auch die ab und zu auftauchenden Bossgegner können dieses Gefühl der Eintönigkeit nicht bessern. Wirkliche Abwechslung kommt dann nur durch kleine Action- oder Geschicklichkeitseinlagen auf, zum Beispiel das Rutschen durch einen Wasserkanal.

Wirklich fordernd ist da nur die schier unendliche Zahl an Feinden, aber nicht deren Fähigkeiten oder Waffen. Die sind nämlich zumeist und von Beginn an die gleichen.

Apropos Waffen. Auch das eigene Arsenal an Schießeisen hält sich in überschaubaren Grenzen. Das übliche Sturmgewehr, Pistole und ein paar schwere Geschütze, viel mehr gibt es nicht, viel mehr braucht man aber auch nicht. Denn Roboter sind im Jahre 2080 regelrechtes Kanonenfutter, ausgeklügelte Taktiken braucht es da nicht. Eine kleine Neuerung gibt es aber wohl. So stehen immer mal wieder kleine „Waffen-Shops“ zur Verfügung, bei denen ihr eure Waffen aufrüsten und verbessern könnt. So lassen sich beispielsweise Reichweite, Feuerkraft und Ladekapazität erweitern.


Hat man sich nach wenigen Minuten mit der Steuerung vertraut gemacht, erkennt man in Verbindung mit dem Charakterdesign nun endgültig, welches Spiel als Vorlage diente. Binary Domain steuert sich fast identisch wie die Gears of War-Reihe, nur eben mit Robotern als Gegnern und keinen Locust. Schnell decken, über Hindernisse springen, nachladen und schießen, mehr ist nicht nötig, um den Androiden auf den „Leib“ zu rücken und das geht sehr einfach und flott von der Hand.

Ein klein wenig Eigenständigkeit haben sich die Entwickler dann aber doch bewahrt. Ein zusätzliches Feature nennt sich „Voice Command“, was, wie der Name schon vermuten lässt, bedeutet, dass sich per Sprachsteuerung und Headset einige Funktionen des Spiels bedienen lassen. So könnt ihr euren Mitkämpfern Befehle wie „Schießen“, „Neu formieren“ oder „Angreifen“ und noch einige mehr geben.

So wird angesichts der vielen Gegner Taktik nötig, um in Binary Domain die Welt zu retten. Hinzu kommen Unterhaltungen oder kleine Hinweise, die ihr per Stimmensteuerung „bedienen“ könnt.

Macht ihr den Anderen beispielsweise Komplimente, steigert sich eure Beliebtheit bei ihnen, raunt ihr sie an, reagieren sie verwundert oder böse. Im Allgemeinen funktioniert die Steuerung in dieser Weise ganz gut, nur hin und wieder werden noch so deutliche Befehle nicht erkannt. Das ist aber halb so schlimm, da die Taktikbefehle für die anderen Gruppenmitglieder zwar manchmal ganz hilfreich sind, aber nicht immer nötig. So wurde das Feature nicht ganz ausgeschöpft und wirkt zeitweise ein wenig aufgesetzt und aufgezwungen.

Grafisch ist Binary Domain solide, kann in Zwischensequenzen sogar glänzen. Schade nur, dass die immer gleichen Gegner die vielleicht möglich gewesene Grafik nicht zeigen. Auch schade, dass die Spielumgebungen sich zu häufig gleichen, um auch optisch Abwechslung zu bieten. Graue Städte und graue Industriegegenden sehen sich dann doch sehr ähnlich.

Fazit
Binary Domain ist in Steuerung und Art der Präsentation eine klare Anlehnung, ja der kleine Bruder, von Gears of War. Nur leider können Grafik und Action nicht ganz mit dem großen Vorbild mithalten. Auch die Abwechslung kommt im Großen und Ganzen angesichts des monotonen Gegner- und Charakterdesigns zu kurz. Nichtsdestotrotz macht Binary Domain das, was es soll, immer noch gut: Es unterhält kurzweilig und kann mit Waffen-Shop und Voice-Command-Steuerung einige Akzente setzen.

Daten

  • Publisher: Sega
  • Entwickler: Sega
  • Genre: Third-Person-Shooter
  • Plattform: PS3, Xbox 360
  • Releasedatum:  bereits erschienen
  • Spieler: 1, online 2-10
  • USK: ab 16 Jahren freigegeben.

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