Portal 2

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Der erste Teil der Portal Reihe war so unauffällig, das nur wenige das gänzlich neue Spielprinzip entdecken konnten. Als Teil der Orange Box konnte es vor allem auf den Konsolen nur wenige Spieler finden, zu Unrecht, wie schon damals viele Rezensionen bemerkten.

Denn in der Bewertung schnitt Portal stets sehr gut ab. Vermutlich aus diesem Grunde und der gewachsenen Fangemeinde zur Freude entschied sich der Entwickler Valve nun Portal 2 als eigenständiges Spiel vorzustellen. Mit einigen Neuerungen, trockenem Humor und vielen neuen Knobel-Räumen versucht man nun also, vor allem Neulinge zu begeistern und das Spiel auf Konsolen populär zu machen.

Nur mit einer Kanone und Köpfchen
Kennt man die Vorgeschichte nicht, erscheint der Beginn ein wenig konfus: Als Teil eines Forschungsprojektes, das in irgendeiner Form fehlschlug, versucht der Spieler nun aus dem Komplex von Aperture Science, so der Name der forschenden Firma, auszubrechen. Begleitet wird man dabei von einer kleinen Roboter-Kugel namens Wheatley, die manchmal nützliche Hinweise, zumeist aber witzige Randbemerkungen bereit hält und die kurzen Übergänge zu neuen Räumen so schön überbrückt.

Nebenbei erweckt er aber den Erzfeind aus dem ersten Teil, die künstliche Intelligenz und gleichsam Roboter GLaDOS, die den Spieler ebenso auf dem Weg durch die Räume mit gehässigen und trotzdem lustigen Anmerkungen begleitet. Die Handlung bleibt aber relativ unwichtig, trotzdem ist sie dank des Humors der Entwickler nettes „Extra“ bei einem Spiel, dessen klarer Fokus auf dem genialen Spielprinzip liegt.

Dies besteht darin, dass der Spieler, nur mit einer Portalkanone „bewaffnet“, durch Räume gelangen muss, die für jeden anderen unpassierbar wären. Ein- und Ausstiegsportal sollten dabei so platziert werden, dass man am Ende irgendwie zur Tür und somit zum nächsten Raum gelangt. Allein durch die Kanone stößt man auf viele Überraschungen. Ein Portal direkt unter den eigenen Füßen und unter dem Kopf lässt den Spieler ins Unendliche fallen, ein Fest für Strategen, Knobel- und Logikfreunde.

Je nach Eintrittsgeschwindigkeit, also ob der Spieler nur in das Portal läuft oder von einer höheren Ebene springt, wird man auch entsprechend weit aus dem Ausgangsportal geschleudert. Als weitere kleine Schwierigkeit kommen unterschiedliche Wände hinzu, denn es lassen sich bei weitem nicht auf jede Fläche Portale schießen!

Dabei bleibt es aber immer noch nicht: Schon früh gesellen sich Schalter hinzu, die erst betätigt oder mit Würfeln beschwert werden müssen, um beispielsweise einen bestimmten Ausgang nutzen zu können. Oder Laserstrahlen, die den Spieler verbrennen und erstens umgangen werden müssen und zweitens mit bestimmten Würfeln umgelenkt werden können. So kann man diese auch, wenn nötig, durch gebildete Portale hindurch an einen bestimmten Punkt lenken, der ähnlich wie die Schalter, den Ausgang aktivieren. Außerdem wäre die Möglichkeit zu nennen, blaue Röhren durch die Portale umzulenken, die den Spieler, Würfel, oder das später auftretende neu eingeführte blaue Spring-, weiße Portal- und orangene Beschleunigungs-Gel, weiterleiten.

Auch kleine Sprungstationen, die einen durch den Raum (oder zum nächsten Absprung) katapultieren, gehören zum Repertoire Valves im neuen Teil der Portal Reihe. Wie diese Fülle an Elementen in den Räumen deutlich macht, gibt es allerlei Herangehensweisen an die Rätsel. Dies ermöglicht eine relativ lange Spielzeit, die durch den neuen Koop-Modus noch verlängert wird. So können Sie mit einem Freund nun noch einige Zusatz-Level bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad lösen und sich gemeinsam den Kopf zerbrechen, online oder an einer Konsole.

Klares Hauptaugenmerk liegt auf dem Durchqueren und Tüfteln von immer komplizierter werden Portal-Konstruktionen, nur am Rande fallen da kleinere Sequenzen wie „Endgegnerkämpfe“ auf, die eigentlich auch mehr Rätsel sind als wirkliche Kämpfe. Sollte man dann in einem Raum mal nicht weiterwissen, hilft das Spiel leider nicht weiter. Gerade für Anfänger und Neulinge im Portal-Universum wäre eine Möglichkeit, kleine Lösungs-Tipps zu erhalten, hilfreich gewesen. Doch meist hilft es, dass Spiel einfach kurz beiseite zu legen und später mit neuen Ideen ans Werk zu gehen, was aber wiederum schwer fallen dürfte angesichts der großen Motivation, jeden Raum zu meistern und zu sehen, was dahinter wartet.

Im Ganzen steigt der Schwierigkeitsgrad sehr moderat und der Lern- und Aha-Effekt ist häufig so einprägend, dass wohl nur wenige Spieler die relativ umfangreiche Kampagne nicht bis zum Ende verfolgen können. Auch die Rücksetzpunkte nach einem Fall ins Nichts oder den Tod durch einen Laser sind sehr fair gesetzt. Da einige Räume äußerst lange Lösungsmuster erfordern, ist dies auch besonders wichtig, um das Interesse und die Motivation des Spielers nicht zu senken.

Schlicht und simpel
Die Beschreibung „einfach aber genau richtig“ passt wohl nicht nur zum Spielprinzip, sondern auch zu Grafik, Sound und Steuerung von Portal 2.Grafisch ist wenig, was aufwendig wäre oder so aussehen könnte. Die Räume sind aber allesamt klar und scharf in ihren Texturen und die Portale, Laser, Gele und Röhren halten schöne optische Effekte bereit. Auch die Klangkulisse ist unaufdringlich und unterstreicht so den Fokus auf Konzentration und Logik.

Als erfreulich präzise und einfach gestaltet sich die Steuerung. Praktisch braucht man nur drei Tasten: Eine zum Springen und jeweils eine für das Aus- und Eingangsportal. Einfacher geht’s nicht, eine Erklärung erfolgt nicht und wäre auch vollkommen überflüssig. Besonders aufregend ist das alles nicht, will und soll es aber auch gar nicht sein. Alle erwähnten Aspekte lassen den Spieler also das Spielprinzip von Portal genießen und tragen durch ihre perfekte Integration in die Spielwelt sogar zu dessen Gelingen bei.

Fazit
Valve ist es erfolgreich gelungen, aus der kleinen Beigabe Portal ein großes, eigenständiges Spiel zu machen, das jeden faszinieren und fesseln dürfte. Egal ob eingefleischter Fan des Spielprinzips oder Neuling, die Physikrätsel können durch ihre Genialität und ihren Einfallsreichtum begeistern und lange motivieren.

Auch der Umfang kann einschließlich Koop-Modus überzeugen, einzig der Wiederspielwert ist nicht sonderlich hoch, kennt man einmal die Lösung des Raums ist es logischerweise nicht sehr reizvoll, diesen von Neuem zu betreten. Grafik, Sound und Steuerung fügen sich nahtlos ein, sodass nur man nur jedem empfehlen kann, sich auf das Spiel einzulassen und sich nicht von dem vielleicht langweilig anmutenden Ersteindruck täuschen zu lassen. In diesem Sinne: Start tothinkwithportals!

Daten

  • Publisher: Electronic Arts
  • Entwickler: Valve Software
  • Genre: Rätsel, Puzzle, Geschicklichkeit
  • Plattform: PS3, Xbox 360, PC
  • Releasedatum:  bereits erschienen
  • Spieler: 1-2, online 2
  • USK: ohne Altersbeschränkung

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