Spec Ops: The Line
veröffentlicht in: Konsolenspieleam 22.07.2012
Mitten im Herzen Deutschlands – Berlin – sitzt das Entwicklungsstudio Yager, das bisher noch nicht so bekannt war. Was sich nach diesem Spiel auf alle Fälle ändert.
In Spec Ops: The Line schlüpft der Spieler in die Rolle von Captain Walker, einem Soldaten der U.S. Delta Force, der sich auf eine harte Rettungsmission begibt, um den 33. Verband der amerikanischen Infanterie zu retten.
Mit Spec Ops: The Line, angesiedelt im von Sandstürmen geplagten Dubai, dringt 2K erstmalig ins moderne Militärgenre ein und kombiniert dabei seine typische Erzähltiefe mit ergreifender Action, die den Spieler über den einfachen Konflikt Gut gegen Böse hinaus treibt. Die Macher legen dabei ein großes Augenmerk auf die Story und das Setting. Vor allem jede Entscheidung, die der Spieler trifft, wirkt sich direkt auf das Spiel aus und ist nicht mehr umkehrbar.
In allererster Linie ist Spec Ops. The Line ein Shooter. Für viele ist dies das absolut Negativste, was es gibt. Fakt ist, dass diese Spiele erst ab 18 Jahre freigegeben sind und wenn diese in jüngere Hände fallen, kann die Ursache bei den Eltern gesucht werden. Ego-Shooter machen nur 5% aller digitalen Spiele aus und stellen also so nicht das Problem dar.
Gerade beim Vergleich von Denkspielen und Ego-Shootern könnten die Meinungen und Vorstellungen über ihre Wirkung nicht weiter auseinandergehen. Dass es sich dabei jedoch häufig um Vorurteile und bloße Vermutungen handelt, zeigen zwei voneinander unabhängige Studien. Nicht Denkspiele machen ihre Spieler klüger, sondern Gewaltspiele, so die gewonnene Erkenntnis. Wissenschaftler der Universität Leiden haben festgestellt, dass das Spielen von Ego-Shootern die kognitive Flexibilität fördert. Hier werden schnellere Reaktionen und flexible Denkweise trainiert.
Die Studie, die im Fachmagazin Frontiers in Psychology erschienen ist, habe gezeigt, dass die kognitive Flexibilität unerfahrener Spieler stärker gefördert wurde als von Personen mit hoher Spielerfahrung. Weiterhin haben die Wissenschaftler darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Spielen nicht gewaltsam macht (http://www.frontiersin.org/).
Das Spiel
Dubai, welches zerstört ist, ist der Handlungsort des Spiels. Auf der Suche nach dem verschollenen Colonel Konrad und der 33. Infanterie begeben wir uns durch Feindesland. Von weitem können wir beobachten, wie Menschen einfach so hingerichtet werden. Und auch im Spiel können wir diese Entscheidungen treffen. Oder einen anderen Weg suchen. Hat man einmal die Entscheidung getroffen, gibt es kein Zurück mehr, denn das Spiel speichert hierbei sofort. Und die Speicherung ist nur an bestimmten Punkten des Spieles möglich.

Durch die Entscheidungen, die man im Spiel treffen muss, appellieren die Macher an das Gewissen des Spielers. Und dieses Gefühl, verantwortlich für die eigene Handlung zu sein, hat noch kein anderer Shooter geschaffen.
Generell ist die Atmosphäre im Spiel gelungen und erzeugt Gänsehaut, denn egal ob es die Fliegen sind, die über ein Grab fliegen oder wenn man eine Klappe öffnet und ein Toter heraus fällt, man weiß nie, was einen im nächsten Moment erwartet.
Die Macher zeigen, wie schrecklich eigentlich Krieg ist. Dabei wird nicht die Gewalt als Spielinstrument eingesetzt, sondern – so dass man sich an Blut ergötzt – nein vielmehr soll es abschrecken. Trotzdem gehört es zu diesem Spiel dazu und unterstützt die Story.
Im Spiel agiert man nicht alleine, sondern wird von zwei weiteren Soldaten begleitet, welche eigenständig agieren können. Oder man nutzt die Möglichkeit, ihnen einen Auftrag zu geben, zum Beispiel das Abschießen eines Scharfschützen. Aber einen reinen Koop-Modus gibt es noch nicht, dieses soll noch nachgereicht werden.

Das Gute, man kann einfach nicht nur losballern, sondern man muss mit seiner Munition haushalten, denn diese ist nur begrenzt vorrätig. Zwar kann man die Waffen der Gegner einsammeln, aber zum rechten Zeitraum ist es halt sinnvoller, aus der Deckung heraus mit gezielten Schüssen und mit Schalldämpfer die Gegner auszuschalten. In manchen Behältern findet man gelegentlich Granaten aller Art, die man dann einsetzen kann, um größere gegnerische Gruppen auszuschalten.
Der größte Gegner ist aber der Sandsturm, denn wenn dieser losgeht, ist nicht nur das Sichtfeld eingeschränkt.
Steuerungstechnisch ist das Spiel einfach mit dem Pad zu steuern. Gerade in den ersten Minuten wird man dabei mit der Steuerung des Spiels vertraut gemacht und ist nachher auch von Gelegenheitsspielern voll beherrschbar.

Das Spiel wird immer wieder von kurzen Videos weiter vorangetrieben.
Fazit
Spec Ops: The Line ist ein großartiges Spiel, welches sich von anderen Shootern positiv hervorhebt. Vor allem wird auf den typisch amerikanischen Patriotismus verzichtet. Nein, die Entwickler zeigen auf beeindruckende Weise die Brutalität des Krieges, und dass es hier immer wieder Entscheidungen gibt, die man im „normalen“ Leben nie treffen würde, denn um zu überleben, müssen diese getroffen werden.
Was sie aber schaffen, dass man bei diesen Entscheidungen, jedenfalls ging es mir so, man ein schlechtes Gewissen hat. Grafisch ist das Spiel ein Meisterwerk, denn die Bilder sind beeindruckend und die Story fesselt von der ersten bis letzten Minute.
- Publisher: 2K Games
- USK: 18 Jahre


