Schatten über Landsitz Hagenberg

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Es sollte eigentlich eine gemütliche Feier auf ihrem Landsitz zum 70. Geburtstag im Kreise der Familie werden. Alle ihre Kinder mit den Liebsten sind extra angereist, um mit ihnen zu feiern. Plötzlich passiert es. Sie brechen zusammen und werden ins Krankenhaus gebracht.

Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurden. Zurück auf ihrem Landsitz interessiert alle nur eins: Wer hat versucht sie umzubringen?

Vielleicht interessiert es die Angehörigen nur, weil sie kurz zuvor aus Wut über den Anschlag auf ihr Leben das Testament zerrissen haben. Genauso fangen nicht nur spannende Romane und Krimiserien an, sondern auch das Rollenspiel „Schatten über Landsitz Hagenberg“ von Culinario Mortale.

In diesem spannenden Rollenspiel schlüpfen Sie als Gastgeber in die Rolle von Anton Hagenberg, Firmenpatriarch und Landbesitzer von Hagenberg. Ihre Gäste können dabei in unterschiedliche Rollen tauchen, beispielsweise die Kinder des Gastgebers, Carla Binz geb. Hagenberg und Sebastian Hagenberg, oder in deren Lebenspartner.

Falls es mal mehr als sechs Spieler werden, gibt es noch zwei optionale Charaktere, den Gärtner und die Haushälterin. Somit gibt es eine Vielzahl an möglichen Tätern und keiner der Anwesenden kann ausgeschlossen werden. Doch wer kann den Abend korrekt rekonstruieren?

Durch Spannungen verschiedener Art, wie zum Beispiel Konflikte innerhalb der Familie, zwischen den Lebenspartnern, mit sich selbst oder durch verschiedene Affären, kann die Wahrheit ganz schnell in ein falsches Licht rücken.

Das Spielmaterial besteht aus acht Charakterbögen, einem Ereignisheft, einer Spielanleitung, acht Namensschildern und einem Support-Code. Die Idee des Support-Codes ist nicht schlecht, denn dadurch kann man verloren gegangenes Material wieder bekommen.

Jedoch ist es auf zweimal begrenzt. Ansonsten ist das Design der Charakterbögen nicht langlebig. Das beruht wiederum auf der Tatsache, dass falls man die Felder mit „Datum + Uhrzeit“, „Gastgeber“, „Straße + Nr.“, „PLZ + Ort“ ausfüllt, diese Charakterbögen nur einmal verwendbar sind.

Bestimmte Bereiche müssen erst aufgeschnitten werden, sofern sie für einen bestimmt sind. Das ist einerseits gut, da die Charaktereigenschaften geheim bleiben und man nachprüfen kann, ob die Mitspieler sich vorbereitet haben, aber andererseits einmaliger Mehraufwand, der den Zweck des Geheimhaltens bei Wiederverwendung der Bögen nicht rechtfertigt.

An die Mitspieler werden die jeweiligen Bögen verteilt, sodass sie Zeit haben, sich auf ihre Rolle einzustimmen und bei Bedarf bzw. Interesse passend verkleiden können.

Damit der Gastgeber immer einen Überblick der Spielvorbereitungen behält, ist eine Checkliste in der Spielanleitung integriert.

Das gesamte Spiel ist in drei Runden gegliedert, wobei die zeitlichen Verläufe von 17 – 23 Uhr gemeinschaftlich rekonstruiert werden. Klassisch gibt es dazu für jede Runde passendes Essen, wie Fingerfood oder ein 3-Gänge-Menü. Somit gibt es hier leider keine explizite Kennenlernphase. Falls sich Spieler nicht kennen, liegt da also eine kleine Hürde, die man als Gastgeber zu bewältigen hat.

Dagegen sehr schön ist, dass die Regeln, der Ablauf und ein Prolog zu Beginn für alle noch einmal kurz vorgelesen werden. So kann man sich gut und leicht in das Spiel reindenken. Was dann jedoch folgt, ist durch die Regeln verschuldet. Denn jeder Mitspieler soll am Anfang einer Runde noch einmal den dazugehörigen Text lesen. Bei den letzten beiden Runden wird darüber hinaus jeweils ein Ereignis vorgelesen. Wenn jeder seinen Text gelesen hat, kann die Runde gespielt werden.

Diese Regel kann eigentlich übersprungen werden, sofern sich die Mitspieler richtig vorbereitet haben. Zur Not kann man immer noch schnell bestimmte Sachen nachlesen. Daraus ergibt sich ein erheblicher Vorteil für das Spiel: Der Spielfluss wird geschmeidiger und realistischer.

Von Vorteil ist unter anderem auch der in den Charakterbögen integrierte Gebäudeplan des Landsitzes, wobei die Rekonstruktion der Geschehnisse besser nachvollzogen werden kann.

Ein Rollenspiel mit einer anderen Vorgehensweise, denn anstatt eines Mörders sucht man „nur“ einen Täter und das Opfer wird zum Hauptakteur der Geschichte. Genau dadurch entsteht bei „Schatten über Landsitz Hagenberg“ eine spannende Dynamik im Spielverlauf.

  • Verlag Culinario Mortale

Geschrieben und getestet von Friedrich Lüder

 

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Über den Autor

Wir sind als Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik seit Juli 2011 dabei und testen im Rahmen unserer Spieleabende an der Fakultät der Infomatik in Magdeburg verschiedenste Spiele. Viel Spaß beim Durchstöbern unserer Artikel ;)

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Bewertung: 4.5 von 5 (insgesamt 2 Bewertungen)

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