Kinder nehmen zum lernen alles

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Mit den Cornelsen Trainern erscheinen schulnahe Lernprodukte für den Nintendo DS™ für Mathe und Englisch der fünften und sechsten Klasse. Im Interview nimmt der erfahrene Medienexperte und Buchautor Thomas Feibel Stellung zum Konsolenlernen.

Welche Akzeptanz hat der Nintendo DS als Lerninstrument bei Kindern?

Feibel: Kinder nutzen bekanntlich zum Lernen alles, was ihnen nützt. Das können Vokabelhefte sein, Kartensysteme, das Abfragen durch die Eltern, aber eben auch mal das kurze Training zwischendurch mit einem Konsolengerät.

Warum ist das Konsolenlernen sinnvoll?
Feibel: Die Lernprodukte für Nintendo DS verzichten auf großes Brimborium und konzentrieren sich noch stärker auf den Trainingseffekt. Es sind oft reine Übungs- und Abfrageprogramme, die sich auch mal zwischendurch in der Pause, im Bus oder im Wartezimmer beim Arzt nutzen lassen. So lässt sich das Üben auch in viele kleine Portionen unterteilen. Ein Vorteil ist sicherlich auch, dass der Nintendo DS durch seine Größe überall mitgenommen und eingesetzt werden kann.

Was spricht überhaupt für die Konsole?

Feibel: Konsolen sind besser als ihr Ruf. Ich rate Eltern ohnehin zu einer geschickten Zweierlösung: Wenn sie ihren Kindern für die schulischen Belange, E-Mail und Internet einen gebrauchten PC mit Garantie kaufen, reicht der für diese Zwecke vollkommen aus. Die Spiele und Trainingsprogramme hingegen laufen problemlos auf den verschiedenen Konsolen. Hier gibt es keine nervigen Probleme mit der Installation und auch das ständige Auf- und Nachrüsten wie beim Computer entfällt. Auf Dauer ist das auf jeden Fall günstiger, komfortabler und entspannter.

Welche Nachteile sehen Sie in der Nutzung des Nintendo-DS-Systems?
Feibel: Schwierig wird es meiner Meinung nach nur, wenn die Eltern zu große Erwartungen in eine Konsole oder ein Lernprodukt stecken. Lernsoftware und Übungsprogramme können immer nur ergänzend unterstützen, dabei sogar auch motivieren, sie sorgen aber nicht automatisch für bessere Noten.

Wie beurteilen Sie es, dass schulnahe Lernsoftware-Titel für Nintendo DS erscheinen?
Feibel: Der deutschsprachige Lernsoftwaremarkt ist in den letzten Jahren stark zusammengeschrumpft. Eine Weile sah es so aus, als würden sich die Publisher mehr und mehr aus diesem Segment zurückziehen. Es gibt nur sehr wenige Angebote, die sich meist auf ein Lehrwerk mit beigelegter Software beschränken. Insofern ist es sehr begrüßenswert, wenn die Bildungsverlage wieder die Initiative ergreifen, auf neuen Plattformen tätig werden und neue Zielgruppen erreichen.

Wie wichtig ist „Technik“ zur Begleitung von Lernprozessen bei Jugendlichen?
Feibel: Wir haben es heute mit einer Generation zu tun, die über ein hohes technisches Know-how verfügt und ganz selbstverständlich mit Erwachsenenmedien wie Fernsehen, Konsole, Computer, Internet und Handy umgeht. Diese Angebote sind Teil ihrer heutigen Alltagskultur. Damit wird kommuniziert, recherchiert, rezipiert, aber eben auch trainiert und gelernt. Doch Technik alleine hat noch nie ausgereicht. Es geht beim Lernen eben auch um Beziehung. So kommt es bei Lernprozessen weiterhin auf die persönliche Unterstützung durch die Eltern an, und auch in der Schule sollte einiges passieren. Es muss zum einen eine gute Lernatmosphäre herrschen, zum anderen aber auch ein großes Vertrauen zwischen Schülern und Lehrkräften, die die Vielfalt und Individualität der ihr anvertrauten Kinder akzeptieren.

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Über den Autor

Redaktionsleitung. Das Magazin Ratgeberspiel wurde von mir 2007 gegründet, um vor allem Eltern über Spiele zu informieren. Im Lauf der Zeit kamen auch andere Unterhaltungsthemen hinzu.

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