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Kickstarter: Crowdfunding aus Deutschland

Münchner Spiele-Entwickler bringt erstes deutsches Online-Spiel auf Kickstarter

Seit 2012 arbeitet das in München beheimatete Team von Fairytale Distillery an der Entwicklung des Online-Rollenspiels „Das Tal“. Das Team hat sich ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt: mit einer Handvoll Mitarbeitern und einem für Computer- und Videospiel-Entwicklungen vergleichsweise geringen Budget von rund 300.000 Euro möchte man mit „Das Tal“ ein ausgewachsenes Online-Rollenspiel veröffentlichen.

Erscheinen soll „Das Tal“ Mitte 2016, nun geht die Entwicklung in die entscheidende Phase und braucht daher die finanzielle Unterstützung von Spiele-Fans, die genau solche Projekte wie das Spiel der Fairytale Distillery realisiert sehen möchten: Per Kickstarter-Crowdfunding-Aufruf bittet das Münchener Team rund um Gründer Alexander Zacherl daher Fans, Freunde und Internetnutzer um ihre Unterstützung.

50.000 Euro sollen so zusammenkommen; das Prinzip der Kickstarter-Sammlungen beruht darauf, dass möglichst viele Fans jeweils einen kleinen Teil zur benötigten Summe beitragen, und so die Finanzierungs-Last auf viele, viele Schultern verteilt wird. Die Kickstarter-Idee dahinter ist es, dass Fans so selbst die Entwicklung von Produkten, die ihnen gefallen, mitfinanzieren können – schon mit Kleinstbeträgen von einem oder fünf Euro ist dies möglich, spenden genügend Interessierte mit, kommen selbst große Beträge schnell zusammen. Wer mehr geben möchte, wird mit Exklusivem belohnt – im Falle von „Das Tal“ winken etwa exklusive Spielinhalte oder die Möglichkeit, Teile der Entwicklung zu beeinflussen. Wer sich mit einem bestimmten Betrag einbringt, erhält das Spiel nach Fertigstellung gratis – günstiger als nach Erscheinen im regulären Verkauf.

„Das Tal“ ist Zacherls Traumspiel – es verbindet die Spielprinzipien klassischer Online-Rollenspiele (MMORPGs) mit den schnellen Abläufen von Arena-Spielen (MOBAs) und schafft damit ein ganz eigenes Genre: „‘Das Tal‘ wird die weltweit erste ‚Open World Battle Arena‘“, beschreibt Alexander Zacherl, was sein Spiel auszeichnet und warum Kickstarter-Finanzierungen so beliebt und wichtig sind: Fans und Spieler können sich so selbst die Spiele schaffen, die sie gern spielen möchten, bisher aber am Markt nicht finden können.

In der von einer Diktatur bedrohten Dark-Fantasy-Welt von „Das Tal“ landen Spieler in einem Gefängnis-Tal, in dem sie gegen andere Spieler antreten und um Macht und Ressourcen kämpfen. Spieler gehören einem Clan an, trainieren ihre Kämpfer, stellen Ausrüstung wie Waffen und Rüstung her, und gründen sogar ganze Siedlungen. Ihren Clan unterstützen die Spieler, wenn sie in Kämpfen gegen andere Spieler antreten. Von einem kurzen, schnellen Spieler-gegen-Spieler-Scharmützel um eine Schatztruhe bis hin zu ausgewachsenen Belagerungen mit hunderten von Teilnehmern bietet „Das Tal“ die verschiedensten Kämpfe.

„Wir wollen ein Spiel schaffen, das erwachsene Spieler anspricht und herausfordert, und in dem sie miteinander interagieren. Wir setzen auf ein anspruchsvolles Kampfsystem, das den Spieler jeden einzelnen Schlag und jeden Zauberspruch direkt zielen lässt – dabei kann auch schon mal ein Feuerball die eigenen Verbündeten treffen“, beschreibt Zacherl den Anspruch des Spiels. Taktik und Strategie sind wichtig, Spieler sollen ihre Umgebung in ihre Überlegungen mit einbeziehen, und ihren Charakter behutsam platzieren – Büsche und Sichtfeldbeschränkungen nutzen, und den Gegner dennoch ständig im Auge behalten. In kleinen, kurzen Spieler-gegen-Spieler-Matches soll die Taktik ebenso wichtig sein wie im riesigen Belagerungskampf.

Zudem können Spieler die Spielregeln selbst verändern: Jede Spielwelt kommt nicht nur mit einer einzigartigen Weltkarte daher, sondern bringt auch ein eigenes Regelset mit sich, das Spieler aus einem Baukasten-System zusammensetzen können. Etwa lässt sich eine Welt erschaffen, in der es trotz Fantasy keine Magie gibt und keine übernatürlichen Kampffähigkeiten genutzt werden können, oder Spieler können mit der „Perma-Death“-Regel den Schwierigkeitsgrad nochmals steigern.

Über das Regel-Baukasten-System will Zacherl Variation ins Spiel bringen: „Jeder Kampf soll sich einzigartig anfühlen, so stecken unzählige Stunden Spielspaß in ‚Das Tal‘.“

2004 entwickelte Zacherl die Idee zu „Das Tal“, nachdem er unzählige Online-Rollenspiele gespielt hat. Seit 2012 arbeitet er mit seinem Team in Vollzeit an der Realisierung. „Mittlerweile haben 15 Menschen aus Ländern von drei Kontinenten an der Entwicklung mitgewirkt – und wir freuen uns sehr darauf, unser Spiel nun so richtig Form annehmen zu sehen, wenn wir es nun auf der deutschen Präsenz von Kickstarter präsentieren“, so Zacherl.

Sein Hobby ist längst sein Beruf, die bisherige Finanzierung hat er selbst gestemmt und das Spiel bis zum aktuellen Stand entwickelt. Nun soll’s daran gehen, den Traum zu realisieren und das Spielerlebnis zu schaffen, das Zacherl aktuell in seinem Lieblingsgenre vermisst. „So, wie viele andere Spieler, die nicht mehr die Spielekost finden, die sie suchen“, sagt er, und bezieht sich auf unzählige ermutigende Zuschriften, die er im Laufe der Zeit erhalten hat. Über die Kickstarter-Kampagne hofft er nun, noch viele weitere Spieler zu erreichen, die bisher noch nicht von „Das Tal“ gehört haben, aber genau das am Online-Rollenspiel schätzen, was Zacherl zu den Stärken von „Das Tal“ ausbaut.

Mitte 2016 soll die Entwicklung abgeschlossen sein – wer „Das Tal“ dann spielen möchte, wird es für etwa 50 € kaufen können. Und wer der Entwicklung über Kickstarter mit mindestens 35 € auf die Sprünge geholfen hat, darf sich schon früher und quasi rabattiert ins Spielvergnügen stürzen.

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