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Der Verstand ist anfällig für Trugschlüsse

Im zweiten Ostseekrimi von Birgit Lohmeyer, der heute bei Hinstorff erscheint, begegnet der Leser erneut dem Bewährungshelfer Uwe Weller. Der steht in „Wellers Zorn“ selbst im Mittelpunkt des Geschehens und gerät an seine Grenzen, als sich Berufsethos und persönliche Interessen kreuzen.

Wolfgang Zorn, einer von Wellers Klienten, soll eine Architekturstudentin der Wismarer Hochschule mit Säure verätzt und erschlagen haben. Sofort stellt sich Weller auf die Seite des mehrfach vorbestraften Gewalttäters; dieser hat eben erst einen langjährigen Gefängnisaufenthalt beendet und steht noch unter Führungsaufsicht.

Als die Nachbarn genau das aus der Presse erfahren, rottet sich ein wütender Mob zu perfiden Montagsdemonstrationen zusammen, um Zorn aus seiner Wohnung am Friedenshof zu vertreiben. Weller hält stand – bis im Umfeld des Verbrechens voyeuristische Fotos auftauchen, auf denen auch seine Frau Ellen abgebildet ist. Seine Loyalität schwindet, er verrät aus Angst die Grundsätze seiner Arbeit und entfremdet sich dabei mehr und mehr von sich selbst.

Wie schon in „Sokops Rache“ wirft Birgit Lohmeyer in „Wellers Zorn“ die Frage nach einer zweiten Chance für Gewalttäter auf – ob in unserer Gesellschaft Resozialisation gelingen kann, ob wir überhaupt wollen, dass sie gelingt, ob wir bereit sind, eigene Vorurteile zu überwinden.

Hinstorff Verlag

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