Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

NUR EINE STUNDE RUHE

Bis heute verfasst Christian Clavier, der am 6. Mai 1952 in Paris geboren wurde, die meisten seiner Drehbücher selbst. Inzwischen sind es weit über zwanzig, darunter die höchst erfolgreiche Kinoreihe „Les visiteurs“ (DIE BESUCHER). Während Clavier in Deutschland vor allem als Asterix in den Comic-Verfilmungen mit Gérard Depardieu bekannt ist, hat er im Laufe seiner langen Karriere mit allen Schauspielgrößen des französischen Kinos gearbeitet – sei es in komödiantischem Fach, im Arthouse, mit den alten Kumpeln seiner Comedy-Truppe „Le Splendid“ oder mit Jean Reno.

Sein Film MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER brach 2013 in Frankreich mit über 12 Millionen Besuchern alle Zuschauerrekorde und steht in Deutschland mit bislang 3,7 Millionen Kinoeintritten noch immer als der Überraschungserfolg des Jahres in den Charts.

Clavier wohnt, für einen eingefleischten Franzosen ungewöhnlich, in London. Er könne überall leben, sagt er, in Berlin, in Rom, New York. „Ich glaube, dass man als Künstler nirgends hingehört.“ Und er fügt hinzu, dass es das Lachen sei, das verbindet: „Lachen ist eine Zivilisation. Wenn eine Nation das Lachen verlernt, ist sie nahe dran an einer Diktatur. Lachen ist Freiheit. Wenn du vergisst zu lachen, dann bist du in Nordkorea.“

(Kinostart 16. April) ist bereits Claviers fünftes Filmprojekt mit Regisseur Patrice Leconte. Die Komödie basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Florian Zeller, welcher auch das Drehbuch für die Filmadaption schrieb. Clavier spielt darin den leidenschaftlichen Jazz-Fan Michel Leproux, der auf einem Flohmarkt eine seltene Schallplatte entdeckt.

Während er sich nichts sehnlicher wünscht, als das neu erworbene Werk in Ruhe zu Hause anhören zu können, scheint die Welt sich gegen ihn und sein Vorhaben verschworen zu haben. Über seine Figur sagt er: „Das ist ein Mann, dem alles und jeder am Arsch vorbei geht. Er ist einer dieser Leute heutzutage, die total selbstzentriert sind. Und dafür hat er sehr teuer zu bezahlen, denn eines schönen Tages bleibt von seinem wundervollen Egoisten-Dasein nur noch ein Trümmerhaufen übrig.“

Über das Porträt eines Egoisten hinaus thematisiert eine ganze Reihe von Eigenheiten unserer Zeit, wie z. B. der Nachbarschafts-Fete. „All diese neuen Feste sind erstaunlich. Sie werden veranstaltet, um das Miteinander zu fördern, das Bürgerschaftliche, damit wir uns auf etwas aufgebauschte Weise selbst demonstrieren, dass wir füreinander da sind – während es natürlich gleichzeitig das Problem unserer Zeit ist, dass wir uns eben nicht mehr genug umeinander kümmern“, so Clavier.

Kinostart: 16. April 2015

Wie bewerten Sie diesen Film?

GD Star Rating
loading...

Kommentar schreiben