Im Laden

Michael Menzel, Illustrator und Entwickler des preisgekrönten Spiels   Die Legenden von Andor, kommt am 30. November von 11 bis 16 Uhr zum Spielehändler Roskothen in Duisburg (Sonnenwall 38 – 42, 47051 Duisburg).

Alle, die das Spiel kennen lernen und mit dem Erfinder eine Runde spielen wollen, sind herzlich eingeladen. Zusätzlich wird Menzel die Mini-Erweiterung “Das letzte Lagerfeuer” dabei haben und natürlich gerne Spiele und Karten signieren.

„Alle meine Ideen, habe ich in Die Legenden von Andor investiert.“

Als Spiele-Illustrator ist Michael Menzel eine Größe in seiner Branche. Die Gestaltung von Hits wie „Die Siedler von Catan“ oder „Dominion“ stammen aus seiner Feder. Jetzt räumt sein erstes eigenes Spiel, Die Legenden von Andor, in ganz Europa Preise ab:

Kennerspiel 2013 in Deutschland, As D’Or in der Kategorie Familienspiel in Frankreich, Spiele Hit mit Freunden in Österreich und Juego del Año 2013 in Spanien. Dabei sah sein Berufsweg zunächst anders aus. Mit Robin de Cleur sprach er über einen glücklichen Zufall in dem Duisburger Spieleladen Roskothen, einfache Regeln und ein Spiel, das eigentlich nie veröffentlicht werden sollte.

Herr Menzel, Sie hatten früher mehr mit Computern zu tun, waren Designer für PC-Spiele. Wie sind Sie zu Brett- und Kartenspielen gekommen?
Die Firma, für die ich damals gearbeitet habe, ist insolvent gegangen, weswegen ich mich als Illustrator selbstständig gemacht habe. Ende 2003 habe ich bei Roskothen in Duisburg zufällig Peter Neugebauer getroffen, mit dem ich damals an der PC-Version der Sternfahrer von Catan gearbeitet habe.

Wir haben uns unterhalten; er schlug vor, ich könnte beim Kosmos-Verlag Probeskizzen für ein aktuelles Spiel einreichen. Die sind damals gut angekommen. Damit hat alles begonnen.

Seitdem haben Sie fast 200 Spiele illustriert, bevor Sie letztes Jahr mit Die Legenden von Andor Ihr erstes eigenes Spiel vorstellten.

Wollten Sie einfach auch einmal Spieleautor sein?
Überhaupt nicht. Eigentlich war das Spiel nie zur Veröffentlichung gedacht. Vor etwa 7 Jahren haben mein Sohn, mein Neffe und ich mit diesem Projekt begonnen. Wir hatten lange ein Fantasy-Spiel gesucht, das wie ein Rollenspiel funktioniert:

Es sollte gemeinsam als Team gespielt werden und trotzdem nicht so regelintensiv sein. Das gab es einfach nicht. Also haben wir in allen Ferien immer wieder daran gearbeitet und unser eigenes Spiel geschaffen.

Und wie kam es zur Veröffentlichung?
Nach einiger Zeit wollte ich die Meinung eines Verlages zu unserer Idee wissen. Durch meine Arbeit als Illustrator konnte ich da glücklicherweise einen kurzen Weg gehen. 2010 habe ich es vorgestellt, und es hat dem Verlag gut gefallen. Dann haben wir 2 Jahre intensiv gemeinsam daran gearbeitet.

Jetzt wurde Andor, neben dem Preis als Kennerspiel in Deutschland, auch in Spanien, Frankreich und Österreich ausgezeichnet. Haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?
Nein, damit habe ich nicht gerechnet. Schließlich ist es mein erstes eigenes Spiel. Aber ich freue mich riesig über diesen Erfolg, denn ich als Autor habe alle Ideen, die ich hatte, in dieses Spiel investiert und nichts für andere Spiele zurückgehalten. Dadurch ist es genau das Spiel geworden, das ich mir gewünscht habe.

Was macht das Spiel Ihrer Meinung nach besonders?
Zum einen ist da das Kooperationsprinzip, das viele Möglichkeiten für Familien oder Gruppen bietet, die zusammenarbeiten wollen. Trotzdem kann jeder seinen Charakter selber steuern und ganz eigene Entscheidungen treffen. Zum anderes bietet das Spiel einen sehr schnellen Zugang.

Die Regeln habe ich ganz bewusst als Losspiel-Anleitung verfasst, die nur 4 Seiten hat. Schon nach anderthalb Seiten kann man sofort anfangen. Die Regeln sind ähnlich einem Tutorial bei Computerspielen; während man schon spielt, wird Neues erklärt und direkt angewandt.

Sie haben das Spiel nicht nur selbst entwickelt, sondern auch illustriert. War es Ihnen wichtig, das selbst zu machen?
Es wäre mir schon schwer gefallen, das Spiel von einem anderen Illustrator gestalten zu lassen. Ich hatte viele Ideen und sehr genaue Vorstellungen. Ein Beispiel sind die Zaubertränke: Die Karten haben zwei Seiten. Auf einer ist der Trank voll, auf der anderen ist er halbvoll.

Andor_Spielszene

Benutzt man den Trank, dreht man die Karte um; benutzt man ihn noch einmal, legt man die Karte weg. Solche Details mag ich sehr.

Haben Sie jetzt Blut geleckt und werden in Zukunft noch weitere Spiele entwickeln?
Ich sehe mich selbst als Illustrator, der zufällig ein Spiel entwickelt hat. Vielleicht habe ich irgendwann noch einmal das Gefühl, etwas Besonderes spielen zu wollen, das es noch nicht gibt. Bis dahin bin ich mit dem Erfinden fertig.

Heißt das, für Die Legenden von Andor wird auch nichts mehr kommen?
Die erste Erweiterung „Sternenschild“ ist ja schon erhältlich. Da wird die Geschichte vielfältiger und es gibt mehr Möglichkeiten, das Spiel wieder zu spielen. Und wenn ich Ideen für Andor habe, werde ich die sicher auch umsetzen.

Am 30. November kehren Sie zu Ihren Anfängen zu Roskothen zurück und feiern 10-Jähriges. Haben Sie etwas Besonderes vor?
Es ist nicht so, dass ich seit 10 Jahren nicht da war. Hin und wieder gehe ich gerne in den Laden und stöbere herum. Im Geschäft kann man sich alles besser ansehen und auch ausprobieren.

Am 30. November möchte ich gerne den Besuchern Die Legenden von Andor zeigen und auch mit ihnen spielen. Ich bringe auch die Mini-Erweiterung „Das letzte Lagerfeuer“ mit, durch die noch mehr Kooperation ins Spiel kommt.

Und sollten Autogramme gefragt sein, signiere ich natürlich auch gerne Spiele oder Karten.

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