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Videospiele oft pädagogisch überbewertet

Computer- und Videospiele mit offenem Ende vermitteln trotz ihrer Wahlfreiheit dem Spieler nicht neue Ideen und Werte, wie oft angenommen wird. Zu diesem Schluss kommt Louise Peterson von der Universität Göteborg http://www.gu.se in einer Studie. “Spieler greifen viel eher auf bestehende frühere Erfahrungen zurück als beim Spielen neue Weltsichten zu entwickeln”, so die Games-Forscherin im pressetext-Interview.

Freie Wahl soll Werte schulen
Die sogenannten “Open World”- oder “free-roaming”-Games kennzeichnen sich durch hohen Freiheitsgrad. Spieler erkunden eine offene Spielewelt und wählen dabei die Missionen, deren Reihenfolge sowie die eingesetzten Mittel wie etwa Waffen oder Fahrzeuge selbst. Abstufungen nach Schwierigkeitslevels bilden hingegen eher die Ausnahme.

In Diskussion war bisher, dass das Zielsetzen, die Planung und die Erforschung der Spielwelt das explorative Lernen des Spielers fördert und dass Bedeutung und Werte beim Spiel verhandelt werden. Einige Stimmen machten sich sogar für den Einsatz in der Schule stark, empirische Nachweise dazu fehlten jedoch. Diese Lücke versuchte Peterson nun zu schließen. Sie beobachtete und befragte 39 Menschen im Alter von zehn bis 40 Jahren, während diese “Sims” und “Sims II” spielten.

Ohne Zwang geht nichts
“Durch den offenen Ausgang stellt ein Spiel Ideen und Werte von Spielern nicht in Frage”, so das Resümee der Forscherin. Viel eher werden die schon zuvor vorherrschenden Normen und Werte verstärkt. Das geht laut Ansicht der Forscherin darauf zurück, dass die Spieler vor allem auf ihre eigenen sozio-kulturellen Erfahrungen zurückgreifen. Der pädagogische Wert liege deshalb weniger im Erforschen, sondern eher im Spielen nach Regeln und in der Fokussierung auf bestimmte Themen.

“Um Weltsichten zu beeinflussen, müsste ein Spiel seine Spieler dazu zwingen, abwechselnd in Rollen zu schlüpfen, die ihrer Einstellung auch widersprechen”, so Peterson. Erst so könnten Stereotypen und Vorurteile spielerisch aufgebrochen werden. Ein derartiges Spiel ist der schwedischen Forscherin allerdings nicht bekannt. (pte)

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