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Auslandseinsatz

Nein, es ist kein Film, der für den Krieg wirbt, er zeigt die knallharte Realität und zwar von beiden Seiten. Somit kann man einen Einblick über den schwierigen Job bekommen, den die Soldaten und Soldatinnen dort täglich absolvieren.

Denn aus dem Alltag und ihrem Auftrag ist uns eigentlich wenig bekannt. Wir hören nur die täglichen Nachrichten, wenn es wieder einen Anschlag gegeben hat und dabei vielleicht ein Soldat sein Leben verlor. Deshalb war es von den Macher mutig, sich diesem Thema zu widmen.

Afghanistan, ein Land was über Jahrzehnte im Krieg ist. Mittendrin, die Bundeswehr, die auch den Auftrag hat, das Land aufzubauen. Daniel und Ronnie sind Freunde seit Kindertagen. Jetzt gehen sie gemeinsam mit dem gebürtigen Afghanen Emal als Zeitsoldaten an den Hindukusch. Ihr Auftrag: den Wiederaufbau im Norden Afghanistans zu unterstützen, durch humanitäre Hilfe Stabilität schaffen, dazu beitragen, dass sich demokratische Strukturen etablieren können.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Was es bedeutet, in eine Region zu gehen, in der Krieg herrscht, das wird den jungen Soldatinnen und Soldaten erst nach und nach bewusst. Schnell müssen sie sich in der ihnen völlig fremden Welt zurechtfinden und die richtigen Entscheidungen treffen.

Im Dorf wollen die Soldaten helfen, aber der Ortsverantwortliche ist stolz, trotzdem stimmt er zu, dass die Soldaten gemeinsam mit den Einheimischen die Schule wieder aufbauen, welche von Amerikanern zerstört wurde. In die Schule sollen aber nur die Jungs gehen. Aber die Soldaten bieten dem Ortsverantwortlichen einen Deal an, sie lassen das Mohnfeld stehen und dafür gehen auch die Mädchen zur Schule.

Aber dann passiert es, die amerikanischen Soldaten operieren im Bereich des Dorfes und dabei wird der Sohn des Ortsverantwortlichen von den Amerikanern getötet. In der Bundeswehrkaserne tut man dies einfach so ab. Aber ab jetzt beginnen die Probleme, denn die Tochter des Bürgermeisters und eine deutsche Entwicklungshelferin werden von den Taliban entführt. Den jungen Soldaten kommen so langsam Zweifel am Sinn des Einsatzes. Sie entschließen sich gegen den Befehl und versuchen, die Tochter und die Entwicklungshelferin zu befreien. Dabei wird diese von den Taliban vor ihren Augen getötet.

Die Macher nehmen keine Stellung ein, ob sie dafür oder dagegen sind, nein ihr Ziel ist es, den Alltag zu zeigen und zum Alltag gehört es, dass Soldaten und auch Einheimische getötet werden. Er zeigt, dass hier normale Menschen ihren Dienst machen, die mit guten Vorsätzen gekommen sind und mit einer ausweglosen Situation konfrontiert wurden. Das Problem, man kann sich auf diese nie hundertprozentig vorbereiten.

Krieg, egal wo, ist eine sinnlose Sache und in aller Regel leidet nur das Volk darunter. Und wenn ein Krieg schon so lange dauert wie in Afghanistan, weiß keiner mehr, warum man eigentlich hier kämpft. Wenn man sagt, dass man diesem Land zur Demokratie verhelfen will, ist dies wahrscheinlich nur die halbe Wahrheit, denn das, was bei uns funktioniert, muss wo anders nicht funktionieren, denn die Köpfe erreicht man nur ohne Gewalt, denn Gewalt bringt wieder Gewalt.

Und dies wird an der Schlussszene des Films deutlich, als sich der Bruder des getöteten Jungen vor einen Konvoi amerikanischer Soldaten in die Luft sprengt, weil die Amerikaner ja seinen Bruder getötet haben und die Verantwortlichen nicht bestraft wurden, denn der Junge war dort, wo ein US-Scharfschütze sich positioniert hat und dieser sollte nicht enttarnt werden. Der Junge hatte Vertrauen entwickelt, denn die Deutschen waren nett und haben sich für das Dorf eingesetzt und deshalb ist dieser auf die US-Soldaten zugegangen.

Der Film ist gut, auch wenn hier und da das Drehbuch zu wünschen übrig lässt, aber er lohnt sich, vor allem auch in der Schule, um über dieses Thema ins Gespräch zu kommen.

Die Relevant Film Produktion ist in Koproduktion mit dem WDR und der ARD Degeto entstanden, gefördert durch Film- und Medienstiftung NRW, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein BKM.

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