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Das Ende ist mein Anfang

Dieser Film beeindruckt, macht nachdenklich. Schuld daran ist ein grandioser Bruno Ganz, der die Rolle des Schriftstellers Tiziano Terzani so überzeugend herüberbringt, als ob dieser persönlich in diesem Film mitgespielt hatte. Die Geschichte von Tiziano Terzani hatte sein Sohn Folco Terzani niedergeschrieben. Im Gespräch erzählt der Vater seinem Sohn, den er aus New York kommen ließ, sein Leben. Dabei habe ich mich selber erwischt, denn wer kennt die Geschichte seines Vaters, warum er bestimmte Entscheidungen in seinem Leben getroffen hatte.

Tiziano Terzani weiß, dass er sterben wird, denn er ist an Krebs erkrankt und es ist nur eine Frage der Zeit, dass er sterben wird. Als Journalist hat er viel in der Welt gesehen. Sein Hauptaugenmerk lag im asiatischen Raum, dies lag auch daran, dass er die chinesische Kultur studiert hatte. Hierbei reflektiert er in ungewöhnlicher, teils humorvoller Form seine Erkenntnisse über das Leben und Sterben.

Sein Sohn nimmt hierbei alles auf Band auf, um so das Buch, wie es der Wille des Vaters war, später zu veröffentlichen. Sehr philosophisch betrachtet er dabei die Geschichte und stellt fest, dass der Mensch als einziges Lebewesen sich überhaupt nicht weiterentwickelt hat, so ist es halt nicht verwunderlich, dass der Kommunismus gescheitert ist. Er stellt auch fest, dass die Menschen sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren, sondern immer von der Marktwirtschaft beherrscht werden.

Der Produzent Ulrich Limmer und der Regisseur Jo Baier haben bei der Umsetzung dieses Meisterwerkes sehr eng mit der Familie Terzani, hier vor allem mit dem Sohn, zusammengearbeitet, so dass dieser Film sehr authentisch wirkt.

Der Film spielt in der wunderschönen Toskana, wo Terzani gelebt hatte. Dabei hat man den Eindruck, dass die Kamera jeden Moment, jeden Atemzug eingefangen hat. Mit dem sensiblen Kameraspiel hat man den Eindruck, dass der Mensch nur eine Figur im ganzen ist.

Auch Erika Pluhar, die die liebevolle Gattin spielt, und Elio Germano als Folco füllen ihre Rollen grandios aus, für welchen er den Darstellerpreis in Cannes erhielt.

Terzani, der in Florenz aufgewachsen war, studierte in Pisa Jura. Seine erste Reise 1965, die ihn nach Japan führte, beeindruckte ihn so sehr, dass er seine Anstellung bei einem Büromaschinenhersteller aufgab und in den Staaten sein Studium fortsetzte. Im Laufe seines Lebens beherrschte er fließend Chinesisch und weitere vier asiatische Sprachen.


Durch Zufall kam er mit dem Spiegel in Kontakt, hatte hier von seinen Plänen erzählt, nach Asien zu gehen. So erhielt er den Auftrag, für das Magazin als freier Korrespondent zu arbeiten. Mit Hilfe seiner Veröffentlichungen entwickelte er sich zu einem der angesehensten westlichen Journalisten, die die Philosophie der Welt Asiens transportieren konnte.

Daraufhin hat er auch mehrere Bücher über dieses Thema veröffentlicht. Seine Erzählung „Fliegen ohne Flügel“, ist eines seiner bekanntesten Werke. Seine Werke erklärten dem Leser in einer meisterhaften Art diese fremde Welt. Sie waren und sind so spannend geschrieben, dass die Leser diese in einem Atemzug verschlungen haben.

Durch seine Krebserkrankung war er gezwungen aufzugeben.

In der Geschichte von Tiziano Terzani geht es um den Tod, denn er weiß dass er sterben wird. Er möchte sich mit einem lachenden Auge auf diesen vorbereiten und seine Familie in den letzten Stunden dabei haben und nicht, wie üblich in einem sterilen Raum abgeschoben werden, um da zu sterben. Nein, er möchte die Menschen dabei haben, die ihm lieb und teuer waren, seine Familie.

Dieses Meisterwerk macht nachdenklich und hinterlässt beim Zuschauer, der sich auf diesen Film einlässt, tiefe Spuren. Bei den vielen Filmen, die jedes Jahr veröffentlicht werden, hebt sich dieses Werk besonders hervor.

Alles ist hier stimmig, Schauspieler, Thema und die Kameraführung.

Terzani war nicht nur Journalist, sondern auch Globalisierungsgegner.

  • Drama – Deutschland 2010
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Dauer: 98 Min.
  • Verleih:

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