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Das Mädchen Rosemarie

Kaum ein Kriminalfall der Nachkriegsgeschichte hat einen derartig zweifelhaften Ruhm erlangt. Rosemarie Nitribitt stieg als Animierdame in die höchsten gesellschaftlichen Kreise der Frankfurter High Society der 50er Jahre auf und verstarb unter mysteriösen Umständen.

Der Mord an der 24-Jährigen konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Lediglich eins dürfte klar sein: Die Männer, mit denen sie sich umgeben hat, gehörten zu den einflussreichsten Personen der damaligen Zeit. Mit Sicherheit hätte sie einiges zu erzählen gehabt, vermutlich war das auch ihr „Todesurteil“. Der Aufstieg und Fall der legendären Edelprostituierten liefert reichlich Stoff für einen ausgiebigen DVD- oder Kinoabend…

Der Fall
Rosalie Marie Auguste Nitribitt hatte alles andere als eine unbekümmerte Kindheit: Sie wuchs bei ihrer Mutter in ziemlich bescheidenen Verhältnissen auf und als diese ins Gefängnis musste, kam Rosemarie ins Kinderheim und wenig später in eine Pflegefamilie. Bereits als Jugendliche hatte sie erste Erfahrungen als Prostituierte gesammelt.

Trotz ihrer Herkunft gelang es ihr, in relativ kurzer Zeit Kontakte in die Geschäftswelt Frankfurts zu knüpfen. Ihre Freier gehörten zu den wichtigsten und mächtigsten Männern Frankfurts und der noch jungen Republik. Sie bekam teure Geschenke und bewegte sich in erlauchten Kreisen. Ihr Leben nahm im Oktober 1957, unter noch ungeklärten Umständen, ein abruptes Ende.

Sie wurde am 29.10.1957, mit Würgemalen am Hals und einer Platzwunde am Kopf, tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Lediglich ein laufendes Tonbandgerät schien Zeuge des Mordes gewesen zu sein, auf Grund der schlechten Qualität der Aufnahme konnte dieses jedoch nicht zur Auflösung des Falles beitragen. Bis heute konnten der Mörder beziehungsweise die Mörder nicht gefunden werden…

Der Film
“ zeichnet vor allem das spätere Leben der Animierdame, quasi ihre letzten Jahre, nach. Es beginnt mit der Bekanntschaft mit einem reichen Geschäftsmann, der ihr Leben zu einem „Besseren“ wendet. Sehr bald muss sie aber feststellen, dass sie doch nicht mehr als nur ein Zeitvertreib ist: Sie ist die personifizierte Lebenslust, die das fade Leben reicher Männer ordentlich durcheinanderwirbelt. Im Grunde ist sie nicht mehr als eine interessante Abwechslung zum faden Einerlei gesellschaftlicher Zwänge und dem dekadenten Gehabe der Oberschicht.

In gewisser Weise ist das auch deren größte Schwäche, sie haben Geld – aber Sehnsucht nach einem risikofreien „Mehr“. Rosemarie lässt sich auf einen Deal mit einem französischen Geschäftsmann ein: Sie nimmt ihre Affären auf Tonband auf und verschafft ihm somit Material, das sich positiv auf seine eigenen Geschäftsbeziehungen auswirken soll. Dieses Arrangement verschafft ihr Macht, Möglichkeiten und führt letztendlich zu ihrem Untergang…

Der Film wartet nicht nur mit einer extrem spannenden und dramatischen Story auf, sondern auch mit der ersten Riege der deutschsprachigen Schauspieler: Til Schweiger, Mathieu Carrière, Heiner Lauterbach, Nina Hoss, Katja Flint u.a. Eben diese sind es auch, die die Qualität dieser Produktion ausmachen. Die Schauspieler, insbesondere Nina Hoss, liefern eine hochklassige und sehr authentische Leistung ab. Aber auch die Ausstattung und Atmosphäre des Filmes tragen ihren Teil zu diesem sehr guten Ergebnis bei. Angefangen von der Darstellung der einzelnen Charaktere bis hin zu der Kulisse ist alles in sich stimmig und sorgt für ein exzellentes wie sehenswertes Filmerlebnis.

Fazit

Der Zuschauer bekommt hier einen Film von ganz besonders hoher Qualität zu sehen. „“ ist gleichermaßen spannend wie fesselnd, also ideal für einen DVD-Abend. Neben dem sehr guten Film bekommt der Käufer aber auch einige kleine Extras mitgeliefert, die dieses positive Gesamtbild abrunden.

Der Film ist ein Beweis dafür, dass es auch hochklassige deutschsprachige Produktionen gibt – aus unserer Sicht ist „“ sehr zu empfehlen. Mit knapp 10€ fällt auch der Kaufpreis nicht besonders hoch aus, in Anbetracht der gebotenen Leistung ist dieser im Grunde verhältnismäßig niedrig.

Freigegeben ist der Film ab einem Alter von 12 Jahren, wie würden den Filmgenuss ab einem Alter von ca. 14-16 Jahren empfehlen.

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