Der Hypnotiseur

In der Sporthalle wird eine Leiche gefunden, ein Trainer, und kurze Zeit später werden die Ehefrau und die Tochter im Haus der Familie ebenfalls ermordet aufgefunden. Alle wurden martialisch abgeschlachtet. Der Sohn wurde schwer verletzt von Kriminalkommissar Joona Linna im Badezimmer aufgefunden. Wollte hier ein Täter eine ganze Familie auslöschen? Als der Kriminalkommissar Joona Linna erfährt, dass es noch eine Tochter gibt, fordert er Polizeischutz für die Tochter an.

Aber wer hat eigentlich Interesse, eine einfache Familie so hinzurichten? So kommt Linna, dem die Zeit sprichwörtlich durch die Finger rennt, auf die Idee, den Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark zu fragen, ob man den Jungen in Hypnose befragen kann. Aber Bark hatte sich geschworen, nie wieder Hypnose einzusetzen. Mit vielen Argumenten macht er es schließlich doch, muss aber aus Sicherheitsgründen für den Sohn diese abbrechen. Aber Bark hat damit etwas in Gang gesetzt, was einen fatalen Verlauf nach sich zieht.

Der Autor Lars Kepler ist ein Pseudonym und steht für das schwedische Ehepaar Alexandra Coelho und Alexander Ahndoril. Die Romanvorlage ist ihr Debüt und durchaus gelungen.

Indem plötzlich die Familie von Bark betroffen ist, entsteht ein komplett anderer Strang in der Erzählung, die aber geschickt miteinander verbunden werden, ohne dass dabei augenscheinlich, durch die vielen Protagonisten, eine Verwirrung entsteht. Dabei sind alle Figuren, egal mit oder ohne Psychosen, glaubhaft. Die Geschichte als solches ist düster und an manchen Stellen doch sehr brutal und nicht unbedingt für Frauen geeignet. Die FSK Einstufung sollte man unbedingt einhalten.

Der Hypnotiseur 1

Gerade der Fokus auf die Familie Bark ist interessant, denn man kann nicht verstehen, wie der Ehemann diese Ehe als solche ausgehalten hat. Zwar hat er vor zehn Jahren einen schweren Fehler begangen, er hatte seine Frau betrogen.

Und obwohl sie noch zusammenleben und so viel Zeit ins Land gegangen ist, muss er mit der noch andauernden Hysterie seiner Frau leben, wenn diese irgendwo eine weibliche Stimme hört, die mit ihrem Mann spricht. Warum er immer noch da ist, kann man nur vermuten, ob es Loyalität oder noch Liebe ist.

Der Film wurde gut umgesetzt, ist an manchen Stellen etwas zu glatt und wurde hervorragend besetzt. Allen voran liegt das an Mikael Persbrandt. Der 47-jährige mehrfach ausgezeichnete Charakterdarsteller Mikael Persbrandt gilt nicht nur in seinem Heimatland Schweden seit fast zwei Jahrzehnten als einer der erfolgreichsten und beliebtesten Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler, sondern erlangte auch 2011 international hervorragende Kritiken, als er im Golden Globe- und Oscar-prämierten dänischen Spielfilm „In einer besseren Welt“ in der Hauptrolle des Anton brillierte.

Der Hypnotiseur 2

Hierzulande wurde das charismatische Multitalent (Schauspieler, Tänzer, Amateur-Rennfahrer, Maler, UNICEF-Botschafter, Frauenschwarm) einem größeren Publikum bekannt durch die ZDF-Krimiserie „Kommissar Beck“ in der Rolle des eigenwilligen und kompromisslosen Ermittlers Gunvald Larsson, den er über 10 Jahre lang in 26 Folgen verkörperte.

In den letzten Jahren hat sich der Schwedenkrimi mit Autoren wie Henning Mankell, Stieg Larsson, Arne Dahl und Lars Kepler fest auf dem Buchmarkt etabliert. Die Werke erzielen weltweit Auflagen in Millionenhöhe.

Die Verfilmung der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson und das US-Remake „Verblendung“ haben gezeigt, dass die schwedischen Krimistoffe auch auf der Kinoleinwand nicht an Faszination einbüßen und ein breites Publikum begeistern. Regisseur Lasse Hallström hat mit erstmals einen Krimistoff umgesetzt und beweist, dass er sein Regietalent mit Leichtigkeit auf alle Genres übertragen kann, trotzdem ist das Werk nur Durchschnittlich geworden.

  • Regie Lasse Hallström
  • Mit Tobias Zilliacus, Mikael Persbrandt, Lena Olin, u.a.
  • Genre Krimi , Drama , Thriller
  • Nationalität Schweden
  • Verleih Pro Kino

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