Die Blechtrommel

Die Geschichte wird aus der Sicht des Sonderlings Oskar Matzerath erzählt. Kurios war, dass der Bremer Senat 1960 eine Auszeichnung für Grass verhinderte. Die Begründungen waren sehr fadenscheinig.

Vielleicht lag es auch darin, dass Grass einer der ersten deutschen Autoren war, der sich mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges beschäftigte. Die Geschichte wird aus der „Ich-Perspektive“ erzählt. Oscar Matzerath wird als normales Kind geboren. Mit drei Jahren will er nicht mehr wachsen und stürzt sich die Treppe hinab, um so sein Wachstum zu verhindern. Die Eltern Alfred (Mario Adorf) und Agnes (Angela Winkler) sind verzweifelt. Kurios ist, dass sich der Junge nur mittels einer Blechtrommel mit der Außenwelt verständigt.

Durch diese Trommel kann er auch sprichwörtlich in die Vergangenheit sehen, so dass er sogar seine eigene Zeugung sieht. Wenn Oskar trommelte und schrie, ist das Glas zersprungen.

Der Zuschauer erlebt die Machtergreifung der NSDAP und der Vater von Oskar tritt sogar in diese Partei ein. Dabei gibt es so unterschwellige Kommentare, wie: “Es war einmal ein leichtgläubiges Volk, es glaubt an den Weihnachtsmann, aber der Weihnachtsmann war in Wirklichkeit der Gasmann“.

So erlebt Oskar, wie SA-Männer das Spielzeuggeschäft stürmen. Nachdem Oskar das Geschäft betritt, sitzt Markus, der Händler, tot im Stuhl. Von wem soll nun er eine neue Trommel erhalten, wenn seine wieder kaputt ist.

Fazit

Volker Schlöndorff hat bei der Umsetzung der drei Romane auf den ersten und zweiten Roman zurückgegriffen. Die Rückblenden aus der Heilanstalt fehlen gänzlich. Trotzdem ist die Blechtrommel eines der bedeutendsten Werke, die veröffentlicht worden sind.

Der Film eignet sich hervorragend für den Einsatz in Schulen, um halt das Thema „Drittes Reich“ zu besprechen. Kurios ist nur, dass der Film in einem amerikanischen Bundesstaat verboten wurde wegen der Darstellung minderjähriger Sexualität. Das Filmmaterial wurde digital bearbeitet und um 20 Minuten verlängert, so dass einige Szenen, die im Original fehlen, hier hinzugefügt worden sind.

Nach mehr als einem halben Jahr Arbeit präsentiert Volker Schlöndorff die Urfassung seines Meisterwerks auf Doppel-DVD und Blu-ray.

  • Deutschland / Frankreich 1979)
  • Dauer: ca. 156 Minuten
  • FSK 16
  • Darsteller: David Bennent (Ulzhan, Endspiel), Mario Adorf (Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Via Mala), Angela Winkler (Messer im Kopf, Ediths Tagebuch), Katharina Thalbach (Strajk – Die Heldin von Danzig, Sonnenallee)
  • Verleih: Kinowelt Home Entertainment
  • Regie: Volker Schlöndorff

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