Die Farbe des Geldes

Bereits 2002 wurde eine DVD zum Film auf den Markt gebracht, nun wird der Blockbuster von der Süddeutschen Zeitung Cinemathek neu aufgelegt. Im Rahmen einer Reihe zum Thema „60 Jahre Berlinale“ landet der Film wieder auf der Ladentheke, was wir uns zum Anlass genommen haben, uns diesen mal genauer anzuschauen.

Vorlage und Hintergrund

“ bzw. „The Color of Money“ erschien 1986 und wurde mit einem Oscar prämiert. Diesen bekam Paul Newman als bester Hauptdarsteller, weitere Nominierungen gab es in den Sparten „Beste Nebendarstellerin“, „Bestes Szenenbild“ und „Bestes adaptiertes Drehbuch“. Letztere Kategorie deutet bereits darauf hin, dass der Film auf einer literarischen Vorlage beruht. „“ basiert auf dem gleichnamigen Roman, es handelt sich dabei um eine Fortsetzung von „The Hustler“ („Haie der Großstadt“), welcher ebenfalls verfilmt worden ist. In beiden Filmen/Büchern spielt die Figur des „Fast“ Eddie Felson (gespielt von Paul Newman) eine wesentliche Rolle. Interessant hierbei ist, dass Paul Newman schon bei der Verfilmung von 1961 für den Oscar nominiert worden war.

Weiterhin spielen Tom Cruise, der vor diesem Film mit „Top Gun“ einen Hit landete, und Mary Elizabeth Mastrantonio, die den meisten Zuschauern als „Lady Marian“ aus „Robin Hood – König der Diebe“ bekannt sein dürfte, mit. Über den Regisseur Martin Scorsese muss man indes nicht viel sagen, Filme wie „Taxi Driver“, „Gangs of New York“ und „Aviator“ dürften den meisten Kinogängern mehr als bekannt sein.

Inzwischen gilt der Film „“, ebenso wie sein Vorgänger als ein Klassiker in der Poolbillard-Szene. Unter dem Label „Süddeutsche Zeitung Cinemathek: Berlinale“ läuft er insofern, als dass er auf der Berlinale 1987 für einiges Aufsehen gesorgt hat. Überhaupt warteten diese Filmfestspiele mit einem Novum auf, denn erstmalig durften Filme aus der damaligen UdSSR gezeigt werden. „The Color of Money“ bot dahingehend mit dem Thema Geld, Gier und Verrat ein „kapitalistisches Kontrastprogramm“.

Thema

„Fast“ Eddie Felson ist da gelandet, wo er wahrscheinlich nie hinwollte. Statt Geld und Ruhm am Billardtisch zu gewinnen, verdient er sein Geld als Verkäufer diverser Alkoholika. Dennoch kennt er das Geschäft wie kein Zweiter, er weiß, wie man mit Einsatz und Können zu Barem kommen kann. Dafür muss man das Spiel nicht nur perfekt beherrschen, sondern auch gekonnt und glaubwürdig verlieren können. Dieses Wissen gibt er an den jungen Vincent und seine Begleiterin weiter, natürlich nicht ganz – immerhin gehen 60% des Gewinns an Eddie.

Mit zunehmender Geschäftstätigkeit beginnt sich das Trio zu entzweien. Eddies Stil, das Spiel und Vincent finanziell auszunutzen, stößt immer weniger auf Gegenliebe, vor allem bei seinen „Partnern“. Schließlich trennen sich die Wege der 3, Eddie gibt ihnen einen größeren Geldbetrag, den sie nutzen sollen, um sich nach Atlantik City durchzuschlagen und es anschließend zu vermehren.

Nach dem Zerwürfnis fängt „Fast“ Eddie Felson wieder an zu spielen und arbeitet sich an eine neue Chance heran. Ein Spiel mit seinem Schüler soll der Höhepunkt werden, ein Sieg gegen ihn wäre ein Höhepunkt – zumindest glaubt er das. Dass dem jedoch nicht so sein muss und dass „gewonnenes Geld“ nicht unbedingt besser als Verdientes ist, ist eine Lektion, die er spätestens jetzt lernt.

Kritik

Das Spiel wird schon rasant und konzentriert in Szene gesetzt. Geld wechselt die Spieler, nur um am Ende als noch größerer Betrag zu seinem ursprünglichen Besitzer zurückzukehren. Es ist ein Film der Gier, der aber letztendlich auch die Hingabe zum Spiel thematisiert. Es geht einerseits um Leidenschaft, die sich trotz allem entfalten kann, andererseits aber auch um moralisch fragwürdiges Handeln, dessen zerstörerische Kräfte mehr als nur gekränkten Stolz verursachen können.

Im Mittelpunkt des Filmes stehen nicht nur zwei (beziehungsweise drei) sehr gute Schauspieler, sondern vielmehr das Spiel. Nicht zuletzt deswegen war „“, ebenso wie sein Vorgänger, in entsprechenden Spielerkreisen bekannt.

Freigegeben ist der Film ab 12 Jahren, es empfiehlt sich, den Film erst ab einem Alter von ca. 14-15 Jahren zu schauen. Viele Gedanken oder entsprechende Anspielungen auf diese, ebenso wie der Genuss der Inszenierung eines ganzen Spiels, dürfte für Jüngere nur schwerlich möglich sein. Der Film aus der Berlinale-Edition der Süddeutschen Zeitung Cinemathek kostet ca. 10€, aus unserer Sicht ein angemessener Preis.

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