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Die Kinder von Paris

Eines der dunkelsten Kapitel Frankreich war die Deportation von 28.000 Juden unter der aktiven Unterstützung der damaligen französischen Regierung, die mit den deutschen Besatzern hierbei Hand in Hand gearbeitet haben. Erzählt wird die Geschichte des elfjährigen Joseph Weismann, der damals aus dem Lager fliehen konnte.

Die Aktion lief unter den zynischen Titel “Operation Frühlingswind”, welche zum Ziel hatte, die Hauptstadt zu säubern. Viele jüdische Bürger konnten dabei fliehen und hätten ohne die Unterstützung von französischen Bürgern, die trotz der Gefahren ein Rückgrat hatten, nicht überleben können. Bis Mitte der 90er Jahre war dieses Ereignis tabu in Frankreich.

Nachdem die Menschen zusammengetrieben wurden, wurden sie im Radrennstadion von Paris unter menschenunwürdigen Umständen untergebracht. Kein Wasser, keine oder wenige Toiletten. Die Feuerwehr, die nur die Schläuche überprüfen sollten, haben entgegen der Weisung der Polizei die Menschen mit Wasser versorgt.

Dabei haben die Feuerwehrmänner zahlreiche Zettel von den jüdischen Bürgern entgegengenommen. Der Feuerchef hat zum Schluss seine Männer am anderen Tag freigestellt, so dass diese die Meldungen weiterleiten konnen.

Der Film erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Kinder, die sich an den tatsächlichen Begebenheiten orientiert. Die Macher erzählen die Geschichte mit viel Gefühl, so dass beim Zuschauen schon des Öfteren die Tränen fließen.

Die beiden Haupthelden im Film, neben den Kindern, sind der Lagerarzt (Jean Reno) und die Rotkreuzschwester (Mélanie Lauent), die sich aufopferungsvoll um die Belange der Menschen kümmern. Beide überzeugen in ihren Rollen, die sie hervorragend darstellen. Viele der Szenen regen zum Nachdenken an, denn gerade die französischen Truppen sind mit äußerster Brutalität gegenüber den Menschen vorgegangen.

Vom Zwischenlager wurden die Menschen dann später Richtung Osten verschickt, wobei keines der Kinder überlebt hat, wenn sie es nicht geschafft haben, zu fliehen. Roselyne Bosch ist hier ein Meisterwerk gelungen, das man vor allem im Sozialkundeunterricht einbinden sollte, denn kaum wie ein anderer zeigt sie die Tragödie der Menschen in dieser Zeit. Dabei hat Roselyne Bosch den Film geschickt begonnen, indem sie alte Archivbilder in schwarz-weiß aus dieser Zeit eingebaut hat.

Bei den Überlebenden hat sich diese Geschichte tief in das Gedächtnis eingebrannt, wobei man sich nicht vorstellen kann, dass sich damals die Menschen so einfach abtransportieren ließen und sich so mit ihrem Schicksal abgefunden haben. Und so kann man es heute nicht verstehen, dass es Organisationen oder Parteien gibt, die diese Zeit verherrlichen und die Vernichtung von Millionen Menschen immer noch als Lüge darstellen.

Im jüdischen Museum in Washington ist ein Waggon ausgestellt, durch den jeder Besucher gehen muss, wo die Kratzspuren der Menschen zu sehen sind, die in diesem eingepfercht wurden.

Insgesamt ist der Film sehr empfehlenswert und er berührt den Zuschauer zutiefst, wobei man unbedingt auf die Altersempfehlung achten sollte, da viele der Szenen nicht für Kinder sind.

  • Originaltitel: La rafle
  • Drama
  • Frankreich/Deutschland 2010
  • Laufzeit: 120 Min.
  • FSK: ab 12 Jahre
  • Darsteller: Jean Reno, Mélanie Laurent, Gad Elmaleh, u.a.
  • Regie: Roselyne Bosch
  • Verleih:

 

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