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Easy Money – Spür die Angst

Schweden mutiert langsam aber sicher zu einer Exportnation in Sachen “Kriminalliteratur”. Jenseits der Mainstream-Ermittler und weichgespülten Kommissare werden knallharte, gut durchdachte Thriller auf den Markt geworfen, die eine hervorragende Alternative zum alltäglichen CSI-Einerlei bilden.

Ob sich “Easy Money” auch in die Reihe der hervorragenden skandinavischen Krimi-Erfolge einordnen kann?

“Investments, Buchhaltung, Geldwäsche”
Johan, ein Student, der eigentlich über kaum Geld verfügt, verkehrt in den besten Kreisen der Stadt. Schöne Frauen, teure Diskotheken und unbezahlbares Hochprozentiges scheinen ein fester Bestandteil seines Lebens zu sein. Der Umgang mit den Gutbetuchten kostet jedoch, ohne Geld wird er schon bald keine Möglichkeiten mehr haben, diesen Umgang zu pflegen. Das Angebot, an eine ganze Menge “leichtverdientes Geld” heranzukommen, ist deshalb umso verlockender…

Jorge hat es geschafft. Nach vier Jahren Gefängnis gelang ihm die spektakuläre Flucht: Ein Ablenkungsmanöver, ein Sprung, noch einmal klettern und dann ab in die Freiheit. Zwar ist sein Fuß ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, dennoch gelingt es ihm unterzutauchen. Das nicht jedem an seiner Gegenwart gelegen ist, wird deutlich, als er seine Schwester besuchen will. Doch der eisige Empfang hat seine Gründe, denn der nächste Deal mit zwielichtigen Gestalten wartet schon…

Mit dem Serben Mrado ist nicht zu spaßen. Der Schlag des Kopfes seines Gegenübers auf das Pissoir deutet nur an, wozu der Mann in der Lage ist. Sein Leben besteht jedoch nicht nur aus Gewalt zum Gelderwerb, er hat eine kleine Tochter, die er versorgen muss. Ein letzter großer Deal soll den Ausweg und die Heimkehr nach Serbien mit sich bringen. Doch die Gewalt und die Rücksichtslosigkeit, mit denen er seinen Konkurrenten und Gegnern begegnet, fällt erbarmungslos auf ihn zurück…

“Niemandem geschieht etwas… ?”
Drei scheinbar grundverschiedene Typen mit unterschiedlichen Hintergründen und Geschichten werden vorgestellt und scheinbar unabhängig voneinander beobachtet. Die Schnitte sind schnell, manchmal etwas wacklig, dafür aber rasant und authentisch. Nach und nach wird deutlich, auf welches Ende zugesteuert wird und welche Rolle den Dreien dabei zukommen wird. Der Film ist sehr dynamisch, also auf keinen Fall so blütenweiß und abwaschbar wie diverse US-Krimiserien.

Die Darsteller sind authentisch, die Sprecher gut gewählt und die Darbietung insgesamt überzeugend – keine Spur von aufgesetzten Ghetto-Gangstern, wie die, die durch die Vorabendserien geistern. Der Film bietet interessante, glaubwürdige Charaktere und einen reizvollen Handlungsablauf, deren Stränge sich gegen Ende des Films zum furiosen Finale zusammenfinden.

Problem ist nur, dass eben diese Handlungsstränge eine Weile brauchen, bis sie tatsächlich Spannung aufbauen können. Der Film beginnt mit einem Knall und setzt sich mit einigen Längen fort. Zwar sind die Schnitte rasant und die Protagonisten authentisch, jedoch nimmt die Hinführung und die Vorbereitung zum Spannungsaufbau einige Zeit in Anspruch. Handlungsablauf einerseits und Bildkomposition andererseits bieten demnach nicht das gleiche Tempo. Das ruiniert zwar nicht den Film in seiner Gesamtheit, aber es hinterlässt einen faden Beigeschmack neben dem sonst guten Eindruck.

Für Jüngere ist der Film freilich nichts, freigegeben ist dieser erst ab 16 – die Altersbeschränkung sollte im Hinblick auf die expliziten Gewaltdarstellungen ernst genommen werden. Ab 16-17 Jahren hingegen ist der Filmgenuss völlig unbedenklich und sehr empfehlenswert.

Erschienen ist “Easy Money” bei Senator Film Entertainment. Im Handel ist der Film für knapp 15€ erhältlich.

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