Ernest & Célestine

Zwei Welten, die der Bären oben und die der Mäuse und Ratten unten. Und keiner darf mit dem anderen zu tun haben. Die Mäuse kommen nur abends in die Welt der Bären, um deren verlorene Zähne einzusammeln, um aus diesen in ihrer Welt Ersatzzähne für die Nager herzustellen.

Ernest der große Bär ist als Clown und Musiker, ein Griesgram, der, wenn er Hunger hat, schon einmal mehr als unruhig wird.

Célestine ist eine Maus und lebt im Waisenhaus. Jeden Abend erzählt die Ratte Gruselgeschichten über Bären, die jede Maus fressen werden, wenn sie nicht schnell genug ist. Aber unsere Maus hat keine Angst, sie glaubt den Geschichten nicht und so malt sie Bilder von liebenswerten Bären.

Bei einem Ausflug in die Welt der Bären trifft sie auf Ernest, der nach Fressen sucht. Beide befinden sich vor dem Laden des Süßigkeitenverkäufers, der seinem Sohn sogar untersagt, Süßigkeiten zu kaufen. Dies sollen die anderen nur tun, denn seine Frau ist Zahnärztin und verkauft für Bären Ersatzzähne.

Da Ernest Hunger hat, öffnet die kleine Maus das Fenster zum Keller vom Laden. Zuvor hatte sie der Bär aus der Mülltonne befreit, in welcher die kleine Maus sich versteckt hat, weil der Ladenbesitzer sie in seiner Wohnung entdeckt hatte. Beide helfen sich gegenseitig, denn nachdem sich der Bär dick und rund gefressen hatte, kam er nicht mehr aus dem Keller und die Bärenpolizei hat ihn verhaftet.

Aber die kleine Maus befreit ihn von seinen Fesseln, nur dafür muss er ihr einen kleinen Gefallen tun. Schließlich bemerkt der Bär, dass eine kleine Maus gar nicht verkehrt ist.

Dieser wunderbare Animationsfilm von Stephane Aubier basiert auf den gleichnamigen Kinderbüchern von Gabrielle Vincent. Die beiden Außenseiter wachsen einem dabei sehr schnell ans Herz, weil sie sich wunderbar ergänzen. Sie ist klug und mutig und er hat einen weichen Kern und kann sehr liebenswert sein.

Dieser Film braucht keine übertriebene Action und Spezialeffekte, nein er lebt durch die wunderbaren Zeichnungen und durch die phantastischen Dialoge. Auch wenn es im Film zahlreiche Anspielungen gibt, wie getrennte Welten und dass der eine mit dem anderen nichts zu tun haben darf, macht der Film eins nicht, er belehrt nicht.

Die Bilder sehen aus wie mit Wasserfarben gemalt und wirken so lebendig. Die Macher haben sich dabei an die Zeichnungen der Bücher gehalten, die in Frankreich wohl fast jedes Kind kennt.

Fazit
Dieser Film ist etwas ganz Besonderes, nicht nur wegen den beeindruckenden Bilder, sondern vor allem wegen dieser Geschichte, die einen tief berührt. Nicht umsonst wurde sie als besonders wertvoll eingestuft. Aber auf Grund einiger leicht gruseliger Bilder, hier vor allem die Schattenspiele der Ratte, als sie den Mäusen die Geschichte von den bösen Bären erzählt, wäre es besser, dass die Kinder mindestens 8 Jahre alt sind, um sich dieses Meisterwerk anzusehen, was sich von der vielen herzlos produzierten Massenware hervorhebt.

Und der Animationsfilm richtet sich auch den Zuschauer, der handgemachte Animationsfilme mit Sinn und Verstand liebt, um noch einmal selber Kind zu werden.

 

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