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Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen (Film)

Das Buch
Trotz dem großen Durchbruch elektronischer Kommunikationsgeräte, haben es analoge Lesemethoden bis heute geschafft, beständig am Markt zu bleiben. Die meisten Menschen lesen nach wie vor gerne. Und da es auch immer noch Menschen gibt, die gerne schreiben, gibt es weiterhin Bestseller, die Lesefreudige begeistern. Einer dieser Lesehypes der letzten zwei Jahre war das umstrittene Buch „50 Shades of Grey“ der britischen Autorin E. L. James. Hierbei handelte es sich um die Geschichte der Anastasia Steele, welche an den Multimillionär Christian Grey gerät und in seine finsteren Sex-Praktiken verwickelt wird. In einem Zwiespalt zwischen Liebe, Lust und Unsicherheit, muss sie sich für einen Weg entscheiden, denn Christian lebt nur für BDSM und kann mit normalen Beziehungen nichts anfangen.

Wenige Zeit später wurde „“ verfilmt und erschien unter großem Besucheransturm in den Kinos. Der Film spaltete die Gemüter, da er für BDSM-Experten zu soft, für Softies zu hart und für Leseratten zu wenig an das Buch angelehnt war. Seit Kurzem ist der Film auf Blu-ray und DVD erhältlich.

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Die nachfolgende Besprechung erfolgte auf Basis der Universal-Blu-Ray von „ – Geheimes Verlangen“ in der ungekürzten Fassung. Ich als Tester habe das Buch, beziehungsweise die Buchreihe, im Übrigen nicht gelesen, sondern wollte mir unvoreingenommen einen Eindruck der Verfilmung verschaffen. Weiterhin besitze ich ein gutes Basiswissen aus dem thematischen Bereich, so dass es mir möglich war, den Film in seiner Glaubwürdigkeit einzuschätzen.

Besetzung
In der Verfilmung von „ – Geheimes Verlangen“ werden die Rollen von Anastasia Steele und Christian Grey von den Schauspielern Dakota Johnson und Jamie Dornan übernommen. Dakota passt meines Erachtens gut in die Rolle, da sie es schafft, ein hübsches, aber auch schüchternes Mädchen zu verkörpern. Ihr doch sehr ansehnlicher Körper schmückt einige Nacktszenen auf attraktive Art und Weise aus. Jamie Dornan in der Rolle des Christian Grey ist meiner Ansicht nach nicht optimal gewählt. Ihm fehlt das männliche Etwas, das Raue und Wilde hinter seiner Krawatte. Der Plot setzte wohl voraus, dass ein junger Schauspieler die Rolle des Multimillionärs übernimmt, aber dieser Mann hat etwas zu wenig Ausstrahlung und Charisma. Dies sollte in der Verkörperung seiner Herrenrolle aber ein absolutes Muss sein. Hugh Laurie in seiner Rolle als Dr. House wäre sicher eine exzellente Wahl gewesen, aber das nur am Rande.

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Story
Als Anastasia eines Tages den Reporterjob ihrer Mitbewohnerin übernimmt, verschlägt es sie sofort zum Multimillionär Christian Grey, welcher sie im firmeneigenen Hochhaus von Grey Enterprises empfängt. Das Gespräch verläuft zuerst sehr stockend und sie gibt sich als schüchternes kleines Mädchen, doch dann nimmt er das Zepter in die Hand und fragt sie sogar nach ein paar persönlichen Dingen. Spätestens als er sein Folgemeeting wegen ihr absagt, ist klar, dass beide etwas voneinander wollen. Die Bestätigung folgt auf dem Fuße. Er ist furchtbar nett zu ihr und besucht sie sogar auf ihrer Arbeit im Baumarkt, wo er übrigens Kabelbilder, Klebestreifen und Seile kauft. Er lädt sie zum Kaffee, wobei sie irgendwann darauf genervt ist, dass er alles bestimmt. Doch beide wollen eindeutig mehr.

Wenig später lässt er sie auflaufen, weil er meint, er sei gefährlich und sie solle sich von ihm fernhalten. Es geschieht jedoch das Unumgängliche und nach einem Frust-Alkohol-Exzess, von dem Christian sie errettet und uneigennützig in sein Hotelzimmer bringt, machen sie am nächsten Morgen im Fahrstuhl rum. Daraufhin folgt wieder etwas hin und her, aber einen Hubschrauberflug später steht sie in seinem exklusiven Appartment und wird mit seiner speziellen Leidenschaft und seinem Spielzimmer mit endlos vielen Peitchen, Gerten, Floggern und Paddeln konfrontiert. Ab diesem Punkt muss sie sich entscheiden, ob sie seinen BDSM-Knebelvertrag unterschreiben und seine Wochenendssklavin werden will oder ob sie ihn verlässt. Dieses Hick-hack zieht sich den ganzen Film durch. Eigentlich wollen sich beide, aber sie möchte mehr als Fesselsex und er möchte keine Blümchenbeziehung.

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Meinung
– Geheimes Verlangen“ ist ein Film, der es bei mir einfach nicht geschafft hat, Spannung aufzubauen. Es war bereits in den ersten 10 Minuten klar, dass sich beide Parteien wollen und auch bekommen und es keinen bombastischen Konflikt geben wird. Alles passiert einfach. Viel zu einfach. Dieser Film thematisiert eine sexuelle Spielart, die man so wunderschön in einen Film hätte einbinden können. Beim BDSM geht es nicht darum, seinen Sklaven möglichst oft zu schlagen, sich an ihm auszulassen und ihn danach hart durchzunehmen. Dies ist ein völlig falsches Bild, welches vermittelt wird. Beim BDSM geht es mehr um den psychologischen Aspekt. Ungewissheit, wie auch Belohnung und Bestrafung spielen eine wichtige Rolle. Es wird nicht einfach darauf losgepeitscht. Der Sklave, muss sich dies – so merkwürdig sich es auch anhört – verdienen. Beide Parteien mögen die Spiele, die gespielt werden, und prinzipiell ist es ein Rollenspiel, in dem beide aufgehen. Der Aspekt von Belohnung und Bestrafung wird kurz angerissen, aber nicht mehr thematisiert. Die Sexszenen sind häufig, aber gut in Szene gesetzt und sehr ansehnlich.

Der Regisseur hat es verstanden, so viel nackte Haut, wie möglich zu zeigen, ohne pikante Stellen in die Kamera baumeln zu lassen. Trotzdem hätte ich mir persönlich mehr Kopfkino gewünscht. Man kann sehr viel mit Worten und Formulierungen erreichen, auch im Kopf der Zuschauer. Und thematisch hätte es einfach mehr in den Film gepasst, wenn Herr Grey einfach nur zweideutige Anspielungen gemacht hätte, was er mit ihr öffentlich anstellen würde und Anastasia eine Weile zappeln gelassen hätte. „ – Geheimes Verlangen“ bedient dafür sehr viele Klischees und Wunschvorstellungen. Beispielsweise ist Christian Grey ein Multimillionär ohnegleichen. Er hat alles und er kann alles. Dieser Fakt mag für einige Frauen sicherlich zum Träumen anregen, aber selbst wenn ich so jemanden in der Realität kennenlernt, wäre mir so viel Perfektionismus unsympathisch und nicht geheuer. Weiterhin ist Anastasia natürlich – Vorsicht Spoiler – immer noch Jungfrau.

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Man merkt deutlich, dass „ – Geheimes Verlangen“ das Grundwissen rund um BDSM verfehlt. Oberste Regeln des Herren ist nämlich, seine Sklavin zu beschützen, auch wenn sie ihm scheinbar gehorchen muss. Beschützen bedeutet hierbei, dass er ihr leibliches Wohl achtet und sie nicht in Gefahr bringt. Dies wird nur seicht und indirekt während der Vertragsverhandlungen angeschnitten. Eine solche Gefahr kann beispielsweise sehr wohl die unprofessionelle oder selbst professionelle Nutzung von Fesselutensilien, wie Kabelbinder oder Klebeband, sein. In der BDSM-Szene gibt es, sogar für günstiges Geld, sichere Utensilien zu erwerben, aus denen eine schnelle und unkomplizierte Befreiung möglich ist, aber die auch sehr viel Spaß bereiten. Beispielsweise klebt Bondage-Tape nicht auf Haaren und Kleidung, sondern nur auf sich selbst und erzielt somit den selben gewünschten Effekt wie Klebeband aus dem Baumarkt. Kabelbinder, Ketten und Panzertape sind nicht geeignet für BDSM-Stunden, da daraus schwere körperliche Schäden kausieren können und besonders in den Händen ungeübter Personen sehr gefährlich sind. Es ist schade, dass der Film hier etwas verantwortungslos mit dieser Thematik umgeht.

Was den Plot angeht, so gibt es, wie bereits gesagt, leider keinen wirklichen Konflikt und keinen intensiven Spannungsbogen. Alle Konflikte, die irgendwie von den Hauptcharakteren geschaffen werden, werden von ihnen selbst wieder gebrochen. Zum Beispiel hält Christian Grey seiner Anastasia einen Vortrag darüber, dass sie zuerst einen Vertrag schließen müssen. Ein paar Minuten später fällt er jedoch mit den Worten „Ach scheiß auf den Papierkram“ über sie her. Angesichts dieser Tatsachen kann ich nur sagen, dass hier leider sehr viel Potenzial verschenkt wurde.

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Um zum Abschluss noch etwas Positives zu sagen: „ – Geheimes Verlangen“ ist kein schlechter Film. Die Darstellung der Erotikszenen beispielsweise erfolgte sehr gekonnt und auch Ton- und Bildqualität sind sehr gut. Weiterhin bietet der Film einen guten Unterhaltungswert, der jedoch sehr stark von der zuschauenden Zielgruppe abhängt.

Fazit
– Geheimes Verlangen“ ist ein Film, welcher zielgruppenspezifisch sehr unterschiedlich aufgefasst werden wird. Kennern und Liebhabern von BDSM, wie auch Menschen, die Spaß an gehobener und durchdachter Unterhaltung finden, empfehle ich den Film nicht. Wer jedoch Freude an Liebesgeschichten mit dem gewissen Pfiff findet und in diesem Genre etwas Besonderes sucht, kann an „ – Geheimes Verlangen“ gefallen finden.

  • Regie: Sam Taylor-Johnson
  • Mit Dakota Johnson, Jamie Dornan, Jennifer Ehle und mehr
  • Genre: Drama
  • Verleiher: Universal Pictures Germany GmbH
  • FSK 16 Jahre
  • Laufzeit: 128 Minuten (ungekürzte Fassung)
  • Bildquelle: Universal Pictures Germany GmbH

 

Besprechung von Maria Manneck

Bewertung

7.8 Bewertung

- Geheimes Verlangen“ ist ein Film, welcher zielgruppenspezifisch sehr unterschiedlich aufgefasst werden wird. Kennern und Liebhabern von BDSM, wie auch Menschen, die Spaß an gehobener und durchdachter Unterhaltung finden, empfehle ich den Film nicht. Wer jedoch Freude an Liebesgeschichten mit dem gewissen Pfiff findet und in diesem Genre etwas Besonderes sucht, kann an „ - Geheimes Verlangen“ gefallen finden.

  • Filminhalt/Drehbuch 5/10
  • Bildqualität/Kamera 9/10
  • Schnitt 8/10
  • Tonqualität 8/10
  • Bonusmaterial 9/10

Weitere Informationen

  • Titel: Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen (Film)
  • Kategorie: Filme
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • Autor: Sam Taylor-Johnson
  • Verlag: Universal Pictures Germany GmbH

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